«Pairing Scheme - Politics meets research»: Wissenschaftliches Know How in die politische Debatte einbringen

14.03.17

FNR
Chambre des Députés
Diesen Artikel drucken

Beim Pairing Scheme trafen 17 Parlamentarier 17 Forscher in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld – damit beide Welten sich besser kennenlernen. Was ist die Idee dahinter?

Klimawandel, soziale Ungerechtigkeiten, Mehrsprachigkeit, Big Data, Biomedizin: immer mehr bestimmen komplexe, forschungsintensive oder hochtechnologische Bereiche unsere Zukunft. Bereiche in denen wissenschaftliche Expertise eine wichtige Rolle spielt. Und über die Politiker befinden müssen. Hier kann Know How aus der Forschung genutzt werden: „Das Pairing Scheme ist ein idealer Startpunkt, um Forscher und Politiker zusammen zu bringen – weshalb wir bei der Initiative des FNR spontan mitgemacht haben“, sagt Mars Di Bartolomeo. „Zudem ist Forschung eine der Hauptsäulen für Innovation und wirtschaftliches Wachstum in Luxemburg. Daher ist es sehr wichtig, dass Politiker eine allgemeine Übersicht über Forschungsprojekte und –bereiche in Luxemburg haben“, so Mars Di Bartolomeo weiter.

Das Konzept des Pairing Scheme

Unter den Teilnehmern werden jeweils ein Forscher und ein Politiker einander zugeteilt. Die Forscher treffen die Parlamentarier zuerst in ihrer Arbeitsumgebung und anschließend die Parlamentarier die Forscher in ihrer Institution. Am Montag, den 10. Oktober war der offizielle Startschuss vom Pairing Scheme in der Chambre des Députés, am Montag den 13. März die Abschlussveranstaltung. (Mehr Infos zum Projekt und Feedback der Teilnehmer im Video). "Das Pairing Scheme ist jedoch nur ein Anfang, wir haben in Zukunft vor, uns verstärkt auszutauschen", sagt Mars di Bartolomeo.

Forschung, die bestmöglich auf die Bedürfnisse der Gesellschaft eingeht

Marc Schiltz, Generalsekretär vom FNR unterstreicht seinerseits, dass es der Forschungsgemeinschaft darum geht, ein System auf die Beine zu stellen, das bestmöglich auf die Bedürfnisse der Gesellschaft eingeht: „Wir unterstützen Forscher darin, sich aktiv mit den gegenwärtigen und künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander zu setzen – und ihr Wissen weiter zu geben.“

Die jeweiligen Rollen akzeptieren und kennenlernen

Wichtig ist natürlich, dass beide Seiten ihre jeweiligen Rollen kennen und respektieren: „Es ist völlig klar, dass es nicht die Rolle des Forschers ist, politische Entscheidungen zu treffen. Das bleibt die Aufgabe des Politikers. Doch wir sind der Überzeugung, dass die besten Entscheidungen die sind, die nicht nur politische, budgetäre, gesellschaftliche Elemente berücksichtigen, sondern sich zudem auf Daten, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse basieren“, sagt Marc Schiltz.

„Wir haben in Luxemburg keine natürlichen Ressourcen. Unsere Ressourcen für die Zukunft sind das Wissen unserer Bevölkerung. Und dieses gilt es maximal zu nutzen. Dazu gehört auch, den Kontakt zwischen Forschern und Politikern zu unterstützen“, so Marc Schiltz weiter.

Davon profitiere jeder: die Politiker, indem sie Entscheidungen treffen können, die auf wissenschaftlichen Fakten beruhen. Und die Forscher, indem sie den gesellschaftlichen Impakt ihrer Arbeit erhöhen können.

Autor : Jean-Paul Bertemes
Video: Jean-Paul Bertemes, Moast Creative Studios

Auch in dieser Rubrik

Gallorömische Villa von Goeblingen: Älteste Bierbrauerei in Luxemburg ausgegraben

18.10.17 Bereits vor mehr als 1.700 Jahren brauten die Gallorömer bei Goeblingen (Luxemburg) Bier. Wieso gehen die Archäologen davon aus und wie lautete das antike R...> Ganzen Artikel lesen

Firwat kréie verschidde Leit donkel Reefer ënnert d’Aen?

05.10.17 D’Nuecht war kuerz, an da leien d’Aen Moies an donkelen Hielen. Wou kommen dës Aenreefer hier? A wat kann een dogéint maachen? > Ganzen Artikel lesen

Multikulturelle Gesellschaft: Luxemburger finden Multikulti prinzipiell gut - oder doch nicht?

21.09.17 Luxemburger finden Multikulti prinzipiell gut. In der Praxis hat jedoch so mancher seine Vorbehalte, wie Elke Murdock von der uni.lu ermittelt hat. > Ganzen Artikel lesen

Sprache beeinflusst mathematische Prozesse: Das mehrsprachige Gehirn rechnet anders je nach Sprache

14.09.17 Das mehrsprachige Gehirn rechnet je nach angewendeter Sprache anders. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Uni Luxemburg. > Ganzen Artikel lesen

Wat as eng spezifesch Sproochentwécklungsstéierung (SSES)?

13.09.17 LEARN erklärt eis wat eng spezifesch Sproochentwécklungsstéierung (SSES) as, wéi se diagnostizéiert gëtt a wat d’Ursaach kéint sinn. > Ganzen Artikel lesen

Infobox

Pairing Scheme

Das Pairing Scheme ist eine Initiative des Fonds National de la Recherche in Zusammenarbeit mit der Chambre des Députés.