Forscher erzielen Fortschritt bei Suche nach HIV-Impfstoff

15.07.18

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Paris (AFP) - Bei der Suche nach einem Impfstoff gegen den Aids-Erreger HIV haben Wissenschaftler einen wichtigen Fortschritt erzielt. Ein Wirkstoff habe bei Menschen eine Immunreaktion erzeugt und Affen vor einer Infektion geschützt, teilte die Fachzeitschrift "The Lancet" am Samstag mit. Als nächster Schritt soll das Medikament an 2600 Frauen in Südafrika getestet werden.

"Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber wir müssen vorsichtig bleiben", sagte Medizinprofessor Dan Barouch von der Universität Harvard der Nachrichtenagentur AFP. Die Daten bewiesen noch lange nicht, dass auch Menschen durch den Impfstoff vor HIV geschützt werden könnten.

In einer Laborstudie wurde 72 Affen der Wirkstoff sowie ein HIV-ähnlicher Virus injiziert. Zwei Drittel der Tiere wurden demnach durch die Impfung völlig vor der Infektion geschützt.

Barouch und sein Team nahmen zudem eine Studie mit 393 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 50 Jahren aus Ostafrika, Südafrika, Thailand und den USA vor. Ein Teil der Gruppe erhielt den Wirkstoff, den restlichen Teilnehmern wurde lediglich ein Placebo verabreicht. Medizinprofessor Barouch gab an, das Testmedikament habe "starke Immunreaktionen bei den Menschen ausgelöst".

Zudem löste das Mittel bei nur wenigen Teilnehmern Nebenwirkungen aus - fünf von ihnen beklagten etwa Magenschmerzen und Durchfall, Schwindel oder Rückenschmerzen. Daher darf die Forschung zu dem Impfstoff nun in die nächste Phase gehen: Das Medikament soll 2600 Frauen in Südafrika injiziert werden, um zu sehen, ob es Aids tatsächlich vorbeugen kann. Ergebnisse werden 2021/2022 erwartet.

Die Suche nach einem Impfstoff gegen Aids ist extrem herausfordernd, weil das HI-Virus sehr anpassungsfähig ist. Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 37 Millionen Menschen mit HIV infiziert oder leben bereits mit AIDS. Jährlich stecken sich etwa 1,8 Millionen Menschen neu mit dem Virus an, das die Immunabwehr des menschlichen Körpers zerstört. Etwa eine Million Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen.

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