Lizzie & Nouga: Energie! - Ein Haus mit Energiespar-Tricks

01.04.15

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Lizzie bekommt einen neuen Nachbarn. Er heißt Aly und baut gerade ein ganz besonderes Haus: ein Passivhaus. Neugierig schauen Lizzie und Nouga bei den Bauarbeiten zu, als Aly kommt.

Lizzie platzt sogleich heraus: Aly, mein Vater hat uns erzählt dass Sie hier ein Passivhaus bauen. Aber die Baustelle sieht ganz normal aus. Was ist denn ein Passivhaus?

Aly lächelt: Ein Passivhaus wird so gebaut, dass seine Bewohner später viel weniger Energie benötigen als die Bewohner in einem herkömmlichen Haus. Das ist besonders umweltfreundlich und hilft beim Klimaschutz.

Nouga: Dann haben wir ja auch ein Passivhaus! Meine Mutter sagt immer, wir sollen das Licht nicht brennen lassen und die Fenster schließen bevor wir die Heizung anmachen. Sie sagt, dadurch sparen wir Energie.

Aly: Ja, man kann auf vielerlei Art Energie sparen. Auch in meinem Haus werde ich später auf solche Dinge achten. Ein Passivhaus wird aber von vornherein so gebaut, dass man gar nicht so viel Energie benötigt.

Aly breitet den Bauplan vor den Kindern aus: Schaut her! Fällt Euch an den Fenstern etwas auf?

Lizzie: Sie zeigen fast alle zur gleichen Hausseite.

Aly: Genau. Die meisten Fenster richten sich gegen Süden. So liefert uns die Sonne den ganzen Tag viel Licht und auch Wärme. Wir müssen also das Licht erst anmachen, wenn es dunkel wird und eine Heizung benötigen wir auch nicht.

Nouga: Und bei schlechtem Wetter?

Aly: Unsere Fenster werden alle dreifach verglast sein, das schützt vor Kälte von außen. Außerdem ist das ganze Haus von einer sogenannten thermischen Isolation umgeben. Die verhindert, dass wir Wärme durch die Hauswände nach außen abgeben. Das Dach wird auf besondere Weise isoliert: Erde und Gras sorgen dafür, dass die Wärme nicht über das Dach entweicht.

Lizzie: Aber Sie müssen doch auch mal lüften. Dann kommt doch auch kalte Luft in Ihre Zimmer.

Aly: Schaut, hier sind die Pläne für die Küche und das Wohnzimmer, aber eigentlich gilt die Idee für das ganze Haus. Dieses kleine Symbol oben auf der Mauer kennzeichnet eine besondere Belüftung: Luft, die hinein kommt, wird durch Wärme, die zum Beispiel aus der Küche entweicht, erwärmt. Wir fangen die Wärme also auf. Und im Winter sorgt zusätzlich ein Kachelofen dafür, dass es uns im Haus nicht zu kalt wird.

Nouga: Hier steht ein Hinweis, dass alles aus Holz gebaut wird. Stimmt das?

Aly: Oh ja. Ich hätte auch Beton benutzen können, aber ich bevorzuge Holz. Ich finde das natürlicher. Außerdem nimmt Holz die Feuchtigkeit, die sich in einem Haus ansammelt, gut auf. Eine Wand pro Zimmer werde ich jedoch mit Lehm bedecken, sonst wird die Luft zu trocken.

Nouga: Und woher nehmen Sie den Strom zum Kochen oder um das Badewasser zu erhitzen?

Aly: Dafür sorgen die Sonnenkollektoren auf meinem Dach. Die Energie reicht aus, um das Wasser für drei bis vier Personen zu erhitzen. Und die Solarzellen, die ich vorgesehen habe, können an einem sonnigen Tag so viel Strom erzeugen, dass sich damit alle elektrischen Geräte in unserem Haushalt versorgen lassen. Aber wisst ihr was? Kommt mich doch besuchen, wenn das Haus fertig ist, dann kann ich euch die vielen kleinen Energiespar-Tricks im Haus viel besser erklären.

Autor: Corinne Kroemmer, überarbeitet: scienceRELATIONS
Illustrationen: Andy Genen
Foto "Plan" © Copyright Joingate/Shotshop.com
Foto "Digger" © Copyright aigarsr/Shotshop.com

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Darf man in einem Passivhaus die Fenster öffnen?

In einem Passivhaus ist es nicht unbedingt notwendig die Fenster zu öffnen. Die Qualität der Luft ist auch bei geschlossenen Fenstern gut. Aber verboten ist es natürlich nicht! Wer also mal einen frischen Luftzug um die Nase spüren will oder üble Gerüche aus dem Haus vertreiben möchte, darf die Fenster getrost öffnen. Im Winter kann dabei aber viel Wärme verloren gehen. Man braucht also zusätzliche Energie, um die Räume wieder zu heizen.

Sonnenkollektor oder Solarzelle?