Meet the Scientists: Matias Pasquali, Plant Pathologist

07.07.17

LISTDiesen Artikel drucken

Pilzinfektionen in Getreidefeldern: wie breiten sie sich aus, welchen Schaden richten sie an und wie kann man sie vorbeugen? Das untersuchte Matias Pasquali am LIST.

Matias Pasquali untersuchte von 2008 bis 2016 am Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) Infektionen in Pflanzen, insbesonders Pilzinfektionen bei Getreide. Wenn Getreide von einem Pilz befallen wird, muss es entsorgt werden. Denn die Pilze produzieren Toxine, also giftige Stoffe, die für den Menschen gesundheitsschädlich sein könnten. Sind die Toxine erst mal produziert und im Getreide enthalten, gibt es keine Möglichkeit sie wieder zu entfernen, so Matias.  

"Die einzige Waffe im Kampf gegen Toxine ist Vorbeugung"

Die Entsorgung von kranken Pflanzen kostet viel Geld. Deshalb ist zurzeit die Vorbeugung von Pilzinfektionen die beste Waffe, um sie zu bekämpfen. Matias Pasquali untersuchte am LIST wie der Pilz sich in Getreidefeldern ausbreitet, welche Faktoren die Ausbreitung fördern, und auch was die Produktion der Toxine auslöst.

Informationen aus Feld und Labor kombinieren

Für seine Untersuchen sammelte Matias Proben in Getreidefeldern in Luxemburg, die er dann im Labor am LIST analysierte. Er isolierte den Pilz aus dem Getreide, bestimmte seine genetischen Eigenschaften und bestätigte, dass Toxin produziert wurde. Dann kombinierte er die Informationen aus Feld und Labor und stellte eine Karte der Verbreitung von gefährlichen Pilzen in Luxemburg und Europa her. Diese Karte dient dazu, über das Infektionsrisiko für Getreidefelder zu informieren. 

Zusammenarbeit mit europäischen Partnern

"Wir haben festgestellt, wie schwierig es ist zu verstehen, welche Faktoren Infektionen in Getreidefeldern hervorrufen", berichtet Matias Pasquali, "deshalb haben wir gemeinsam mit europäischen Partnern ein Online-Tool entwickelt, um alle Informationen zu teilen." Gemeinsam versuchen die Forscher z.B. zu verstehen, unter welchen genauen Umweltbedingungen neue Toxine auftauchen, oder welchen Einfluss die vorhergehende Bewirtschaftung des Feldes auf die Toxin-Werte hat.

Autor: Jean-Paul Bertemes, Michèle Weber (FNR)
Video: Jean-Paul Bertemes, Michèle Weber (FNR) & MOAST 

Auch in dieser Rubrik

Farbenprächtige Überschwemmungsgebiete: Wie Wärmebilder zu einem verbesserten Hochwassermanagement beitragen können

20.07.17 Luxemburger Forscher machen mit Wärmebildkameras Überflutungsvorgänge sichtbar - und helfen damit Flächen auszumachen, die besonders anfällig für Überflutun...> Ganzen Artikel lesen

Meet the scientists: Stéphanie Zimmer, Engineer of agronomy

18.05.17 Hoher Proteinbedarf für Schweine, Hühner, Kühe: Wie kann man in Luxemburg nachhaltig Proteine anbauen, ohne Einsatz von Pestiziden oder künstlichem Dünger? > Ganzen Artikel lesen

Gefährliche Krötenwanderung: Warum vor allem schnell fahrende Autos den Tieren zum Verhängnis werden

12.04.17 Unzählige Kröten sind wieder auf ihren Weg zu ihren Laichgewässern. Was es damit genau auf sich hat, erklärt die Biologin Elisabeth Kirsch von natur&ëmw...> Ganzen Artikel lesen

Schneeverhalten besser verstehen und vorhersagen

02.03.17 Ingenieure der Uni Luxemburg arbeiten gemeinsam mit Lawinenforschern aus der Schweiz an einer besseren Analyse der mechanischen Eigenschaften von Schnee. > Ganzen Artikel lesen

En halleft Jorhonnert geodynamesch Miessungen zu Lëtzebuerg

16.01.17 Wann et iergendwou op der Äerd rubbelt, da mierke mir dat hei zu Lëtzebuerg. > Ganzen Artikel lesen

Verwandte Themen