My research in 90 seconds: Schreiben in einer Fremdsprache – Schwierigkeit oder Chance?

16.02.18

University of LuxembourgDiesen Artikel drucken

Ist Mehrsprachigkeit mehr Herausforderung oder kann sie Quelle für Erfolg und Weiterentwicklung sein? Damit befasst sich eine Studie der Universität Luxemburg.

Die eigene Forschung in weniger als 90 Sekunden erklären: 7 junge Forscher aus Luxemburg stellten sich der Herausforderung in der neuen Videoserie "My Research in 90seconds". In dieser Folge erklärt Stephanie Hoffman, inwiefern das schreiben in einer Fremdsprache positive Effekte hat. Mehr dazu im Video – und weitere Details in ihrem Artikel.

Autor text: Stephanie Hoffmann
Video: Jean-Paul Bertemes (FNR) & Moast Creative Studios

In einer Fremdsprache zu schreiben, wird oftmals als Schwierigkeit empfunden. Dies gilt auch wenn es um das Verfassen von wissenschaftlichen Texten geht. Das betrifft unter anderem Studierende und Mitarbeiter der Universität Luxemburg, die ihre Arbeiten besonders oft in einer oder mehreren Fremdsprache(n) schreiben müssen. Die Internationalisierung, die auch an der Universität Luxemburg Einzug erhalten hat, treibt diesen Vorgang weiter an. Das lässt sich besonders daran erkennen, dass Englisch mittlerweile auch in Luxemburg immer mehr als Kommunikations- und Wissenschaftssprache genutzt wird.

Routine ist nicht förderlich für unsere Weiterentwicklung – Herausforderungen jedoch schon!

Das wissenschaftliche Schreiben in einer Fremdsprache kann, anders als in der Muttersprache, mit speziellen Komplikationen und Unklarheiten (die zum Beispiel  beim Übersetzen auftreten können) verbunden sein. Bisherige Erkenntnissen haben jedoch gezeigt, dass nicht Routine für unsere Weiterentwicklung förderlich ist, sondern unvorhersehbare Herausforderungen, da sie alte Denkmuster ins Wanken geraten lassen.

Demnach könnte wissenschaftliches Schreiben in einer Fremdsprache dem interkulturellen Lernen zu Gute kommen und einen Transformationsprozess in Gang setzen, der an unseren ursprünglichen Gefühlen, Werten und unserer Identität rüttelt.

Könnte eine Fremdsprache also eine Herausforderung darstellen, die im Grunde die persönliche Weiterentwicklung fördert?

Bisher ist noch unklar, welche Rolle Fremdsprachen beim Schreiben im Hochschulkontext bei diesem Entwicklungsprozess spielen und inwieweit Studierende diesen Prozess selbst verstehen und reflektieren können. Dies versuche ich anhand von Umfragen und Interviews mit Doktoranden und Doktorandinnen aus verschiedenen Fachbereichen der Universität Luxemburg herauszufinden.

Dabei untersuche ich, welche Erfahrungen sie beim Schreiben in einer Fremdsprache gesammelt haben und was für Erkenntnisse sie daraus für das Endprodukt der Dissertation und ihre persönliche Weiterentwicklung ziehen.

Des Weiteren analysiere ich, welche Strategien sie zur Überwindung von eventuellen Hindernissen eingesetzt haben. Dabei geht es nicht nur darum was für Wissen sie über das Schreiben in einer Fremdsprache erlangt haben,  sondern vor allem, wie sie es erlangt haben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können natürlich auch auf andere Kontexte übertragen werden und demnach für viele, die täglich in einer Fremdsprache schreiben müssen, von Nutzen sein.

Auch in dieser Rubrik

Virtuelle Ausstellung „Éischte Weltkrich“: Unbequemes Wissen komfortabel aufbereitet

19.07.18 Der Erste Weltkrieg ist ein vernachlässigtes Kapitel luxemburgischer Geschichte. 100 Jahre danach setzt sich eine digitale Ausstellung damit auseinander. > Ganzen Artikel lesen

Der Wohlstand auf dem Prüfstand: Mehr Geld, aber weniger Zufriedenheit

16.07.18 Mit steigendem Wohlstand steigt auch die Lebensqualität. Das sollte man meinen, stimmt aber so nicht, wie der aktuelle „PIBien-être“-Report von Statec zeigt. > Ganzen Artikel lesen

Rudi Balling in den USA: Versuchung und Wahrheit

13.07.18 Alternative Fakten werden zunehmend als angeblich gültige Argumente in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen benutzt. Dadurch entsteht ein wachsen...> Ganzen Artikel lesen

Arbeitslosigkeit bei Hochschulabsolventen: Warum immer mehr Akademiker in Luxemburg auf Jobsuche sind

08.05.18 Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl arbeitsloser Hochschulabsolventen verdreifacht. Kommt Luxemburg seiner Bildungsexpansion nicht mehr hinterher? > Ganzen Artikel lesen

Schmerzforschung: Wer ist schmerzempfindlicher - Männer oder Frauen?

03.05.18 Es heißt oft, Männer könnten schon allein deshalb keine Kinder zur Welt bringen, weil sie dafür viel zu wehleidig seien. Doch stimmt das wirklich? > Ganzen Artikel lesen