Studienteilnehmer gesucht: Zusammenhänge zwischen Körperwahrnehmung und chronischem Stress

28.03.18

University of LuxembourgDiesen Artikel drucken

Im Rahmen des Projekts «INSTRESS» werden psychologische und biologische Faktoren untersucht, die mit körperlichen Symptomen bei Stress zusammenhängen.

Die Bedeutung von Stress für die Entstehung körperlicher Symptome

Jeder Mensch erlebt im Alltag vorübergehend körperliche Symptome, die nicht durch eine Krankheit oder Verletzung hervorgerufen werden, wie z.B. Übelkeit oder Herzrasen in Erwartung einer belastenden Situation.

Bei anhaltenden Phasen von Stress und Belastung oder beim Fehlen notwendiger Ruhepausen entwickeln manche Menschen körperliche Symptome wie z.B. Appetitverlust, Schlafstörungen, Schwindel oder Ähnliches. Diese Symptome können häufig auftreten und einen erheblichen Leidensdruck für Betroffene darstellen, jedoch ist bisweilen nicht genau gewusst, welche psychologischen und biologischen Faktoren der Entwicklung körperlicher Symptome bei Stress zugrunde liegen.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung körperlicher Symptome wird oft das Stichwort «Interozeption» - d.h. die Wahrnehmung von Körpersignalen – erwähnt. Eine gestörte Interozeptionsfähigkeit wird oftmals bei psychischen Erkrankungen oder somatoformen Störungen festgestellt. Dies gilt auch im Falle der Entwicklung unerklärbarer körperlicher Symptome.

Erfolgreiche Interozeption spielt somit eine sehr wichtige Rolle für unser Wohlbefinden – insbesondere im Zusammenhang mit Stress und dessen oftmals schwerwiegenden Folgen. Seitens der Psychologie und der Medizin besteht daher ein grosses Interesse, die Entwicklung dieser Symptome sowie das Zusammenspiel zwischen Körperwahrnehmung und Stress besser zu verstehen, um neue Methoden zur Diagnostik und Therapie entwickeln zu können.

Ziel der Studie

Das Ziel dieser Studie ist die Erforschung des Einflusses akuter Stresseffekte sowie dessen Zeitverlauf auf unsere Körperwahrnehmungsfähigkeit.

Durch die Erzeugung einer künstlichen Stresssituation sowie den Einsatz modernster und validierter Messmethoden ist es uns möglich, die körpereigene Reaktion (d.h. die Aktivierung der Stressachsen) sowie die individuelle Körperwahrnehmung in diesem Zustand zu untersuchen. Eine multimodale Herangehensweise ermöglicht uns somit die Erforschung einer Vielzahl von Einflussfaktoren – sei es auf neuronaler, kardiovaskulärer, oder hormoneller Ebene. Konkret geht es darum zu erforschen, inwiefern sich Parameter der Interozeptionsfähigkeit – wie z.B. die Genauigkeit der Körperwahrnehmung sowie dessen neuronale Verarbeitung – in Folge einer Stresssituation verändern.

Die Ermittlung der zugrundeliegenden Mechanismen und ein besseres Verständnis der Hirn-Körper-Kommunikation ebnet somit den Weg für künftige Studien und die Erschließung neuer Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten.

Wem dient diese Studie?

Es handelt sich um eine Studie im Bereich der Grundlagenforschung. Das bedeutet, dass die Erkenntnisse aus dem INSTRESS-Projekt dazu geeignet sind, psychologische und biologische Prozesse besser zu verstehen, die mit körperlichen Symptomen einhergehen. Es ist somit keine Studie, die die Wirksamkeit einer neuen Behandlungsmethode für körperliche Symptome oder Stress testet.

Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von € 40.- für Ihre Teilnahme an der kompletten Studie. Psychologiestudierende bekommen zusätzlich 4 bis 4 ½ Versuchspersonenstunden für Ihre Teilnahme gutgeschrieben.

Inhalt der Studie

Im Rahmen der Studie kommen eine Vielzahl von psychophysiologischen Messverfahren, wie z.B. EKG, EEG, EMG, sowie Speichelproben, zum Einsatz. Die Studie ist auf eine Untersuchung im Labor begrenzt. Bei einer Entscheidung zur Teilnahme an dieser Studie werden Sie zuerst gebeten, einen kurzen Onlinefragebogen (ca. 5 – 10 Minuten) zu Ihrem jetzigen Gesundheitszustand auszufüllen. Dies ist insofern wichtig, um die Ein- und Ausschlusskriterien zu beurteilen und abzuklären, ob Sie an der Studie teilnehmen dürfen.

Am Untersuchungstag werden Ihnen noch einige Fragebögen zur Beantwortung ausgehändigt, deren Bearbeitung ca. 35 Minuten dauern wird. Danach folgt die Datenerhebung im psychophysiologischen Labor. Die komplette Prozedur, inklusive Vorbereitung, dauert etwa 4 bis 4 ½ Stunden.

Alle in dieser Studie eingesetzten Verfahren gelten als nicht-invasiv. Das bedeutet, dass es zu keiner Blutentnahme, keiner Einnahme von Medikamenten oder ähnlichen Prozeduren kommt, die eine Wirkung, Beeinträchtigung oder Schädigung über die Versuchsdauer hinaus beinhalten. Allerdings wir im Rahmen der Studie ein Belastungstest durchgeführt. In einem zufälligen Verfahren wird ausgewählt, ob Sie zur Experimentalgruppe gehören, die einen Stress erhält, oder zur Kontrollgruppe, die eine Kontrollprozedur erhält.

Da in der vorliegenden Studie der Einfluss von akutem Stress auf Körperwahrnehmung untersucht wird, suchen wir nur gesunde Probanden. Akute Stressreaktionen sind bei Personen mit körperlichen oder psychischen Krankheiten wahrscheinlich nicht vergleichbar mit denen gesunder Probanden. Wenn Sie aktuell eine akute oder chronische Krankheit haben, entweder eine körperliche Krankheit oder eine psychische Krankheit, insbesondere eine Stress-bezogene Krankheit, ist leider eine Teilnahme nicht möglich (siehe dazu auch: Ein- und Ausschlusskriterien). Des Weiteren dürfen Personen, welche schon einmal an einer Studie mit Stresstest mitgemacht haben, nicht an dieser Studie teilnehmen!

Voraussetzungen für die Teilnahme

Es gelten folgende Einschlusskriterien:

• Sie müssen zwischen 18 und 45 Jahre alt sein
• Normalgewicht (BMI > 18 und < 30 kg/m2)
• Deutschkenntnisse

Es gelten weiterhin folgende Ausschlusskriterien:

• akute und chronische körperliche Störungen (z.B. kardiovaskuläre Komplikationen, Atemwegserkrankungen, usw.)
• gegenwärtige oder vergangene psychotische oder neurologische Erkrankungen
• regelmässige Einnahme von Medikamenten, Schmerzmitteln oder illegalen Drogen
• gegenwärtige oder vergangene Schwerhörigkeit oder Tinnitus; Empfindlichkeit für laute Geräusche
• gegenwärtige Schwangerschaft
• positive Familienanamnese bzgl. Aneurysmen (Arterienerweiterung)
• Hypersensibilität für Kälte oder medizinisch bekannte Raynaud-Krankheit
• erhöhte Neigung zu Ohnmachtsanfällen
• Hauterkrankungen oder Allergien

Die Studienleiter werden Sie im Detail nochmals zu allen gesundheitlichen Beschwerden und Einnahme von Medikamenten befragen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine Erkrankung von der Teilnahme ausschließt, können Sie die Studienleiter auch jederzeit vorher befragen.

Leiter der Studie und Kontakt: Die Studie wird von Wissenschaftlern an der Universität Luxemburg (Forschungseinheit INSIDE) unter der Leitung von Dr. André Schulz durchgeführt. Um an der Studie teilzunehmen oder für weitere Informationen oder Fragen, melden Sie sich bitte bei Ion-Hideo Breden: ionhideo.breden@uni.lu; Tel. (+352) 46 66 44 5013.

Autor: Ion-Hideo Breden (Universität Luxemburg)
Editor: Michèle Weber (FNR)
Foto: Pixabay

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