Weshalb müssen wir Steuern zahlen? Irina Burlacu hat ein Gesellschaftsspiel zum Thema Steuern entwickelt

25.04.17

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Warum müssen wir eigentlich Steuern zahlen? Irina Burlacu erklärt uns die Bedeutung des Ansatzes für unser eigenes Wohlbefinden.

Die Wissenschaft und ihre Herausforderungen möglichst vielen Menschen zu vermitteln, ist das Ziel von Irina Burlacu, Wissenschaftlerin an der Universität Maastricht.  Nach einem Master in vergleichender Analyse der Sozialpolitik in Luxemburg absolviert die junge Forscherin ein Doktorstudium, das vom Programm AFR des Fonds National de la Recherche (FNR) finanziert wird. Sie interessiert sich nun für die Auswirkungen der strukturellen Unterschiede in den Sozialplänen und der Einkommensteuer auf das Wohlbefinden von Grenzgängern.
Ein Gesellschaftsspiel als Erläuterung ihrer Doktorarbeit

„Ich wusste, dass nach der Verteidigung meiner Dissertation nichts weiter passieren und ich einen Doktortitel erhalten würde. Auch wenn die Ergebnisse nützlich waren, die angewandte Methode neu und sich die EU und Entscheidungsträger auf nationaler Ebene dafür interessieren würden, wie auch für andere Doktorarbeiten, schien meine Arbeit doch dem Motto ‚Defend and move on‘ zu folgen, hin zu einer neuen Arbeit oder einem neuen Projekt. Ich wollte nicht, dass das passiert“, erklärt Irina. Eine Überlegung, die eine ganz neue Idee bei Irina weckte: Sie erfand ein einfaches Gesellschaftsspiel, lustig, aber lehrreich, um ihre Forschungsthematik auf andere Weise zu verbreiten.

Oberstes Ziel mit diesem Spiel war für Irina Burlacu, verständlich zu machen, welche Bedeutung die Regierung und die Steuern für die finanzielle Sicherheit und das Wohlergehen eines jeden von uns haben, besonders im aktuellen Kontext, wo die Menschen im Laufe ihre Lebens in unterschiedlichen Ländern leben können. „Steuern zahlen ist etwas ganz Normales“, so Irina. „Sonst kann der Sozialstaat bei plötzlich auftretenden Ereignissen wie einer Entlassung am Arbeitsplatz oder einer Schwangerschaft nicht das Wohlergehen für alle Menschen garantieren.“

Irina erinnert sich: „Meine Freunde waren zuerst nicht gerade begeistert von der Idee, ein Spiel zum Thema Steuern zu spielen, bei dem auch noch reelle Zahlen verwendet werden! Aber dann hat sie ganz schnell das Spielfieber gepackt.“ Das Spiel geht über eine spielerische Aktivität hinaus: Mobility Era. Play your taxes! entwickelt einen psychologischen und pädagogischen Aspekt, indem es den Spielern zeigt, wie man verschiedene Situationen im Leben bewältigen kann. Im Verlauf des Spiels entwickelt sich die Hauptperson vom Alter von 16 Jahren bis zum Erwachsenenalter und sieht sich dabei positiven wie negativen Unwägbarkeiten des Lebens ausgesetzt: Unfall, Steuersenkungen, gesundheitliche Probleme usw.

Play your taxes kann mit Freunden, mit der Familie, in der Schule oder an Universitäten gespielt werden … Es könnte bald für alle verfügbar sein. Das zumindest ist Irina Burlacus Wunsch. Um dies zu verwirklichen, wurde eine Spendensammlung gestartet. Im Video werden das Thema und die Regeln des Spiels im Einzelnen erläutert.

Wissenschaft vermitteln ist eine Notwendigkeit

„Meiner Meinung nach ist Wissen für alle da“, ist Irina überzeugt. Unter diesem Gesichtspunkt präsentiert die junge Wissenschaftlerin auf allgemein verständliche Art wissenschaftliche Forschungen zu verschiedenen Themen auf ihrer Website Researchista. Auf ihrer Facebook-Seite finden sich Aktuelles, Austausch mit Wissenschaftlern und Überlegungen zum Thema Forschung. Ob für die breite Öffentlichkeit oder Forscher vom Fach, Irina Burlacu bietet eine neue Art von Lektüre, gespickt mit Humor „ aus Liebe zur Forschung“.

Über Wissenschaft zu sprechen, ist für sie normal und von wesentlicher Bedeutung. „Ich bin dem FNR äußerst dankbar, dass er mir ermöglicht hat, meine Forschungen durchzuführen“, so Irina. „Das Spiel und die Website zu entwerfen, ist meine Art, die Investition in mich während meines Studiums zurückzugeben und in diesem Sinne aus der Forschung etwas Amüsantes und leicht Verständliches zu machen.“ In Zukunft möchte Irina ihre wissenschaftliche Laufbahn weiterverfolgen und ihre Forschungstätigkeit im Bereich Kommunikation fortsetzen.

Autor : Constance Lausecker
Photo : (C) Irina Burlacu

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