Forscher weltweit veröffentlichen neuen Dringlichkeitsappell zum Umweltschutz

13.11.17

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Washington (AFP) - Ein Vierteljahrhundert nach einer ersten Erklärung zur Dringlichkeit des Umweltschutzes haben mehr als 15.000 Wissenschaftler in einem erneuten Appell vor irreparablen Schäden am Planeten Erde gewarnt. Die am Montag veröffentlichte Erklärung der Forscher aus 184 Ländern sieht die Ökosysteme der Welt auf dem Weg in eine unumkehrbare Destabilisierung. 

Im Jahr 1992 war eine von dem US-Physiker und späteren Nobelpreisträger Henry Kendall (1926-1999) verfasste Dringlichkeitserklärung von mehr als 1700 Wissenschaftlern, unter ihnen viele Nobelpreisträger, unterzeichnet worden. Kendall ist Mitgründer der Vereinigung besorgter Wissenschaftler (Union of concerned scientists).

Die am Montag in der Fachzeitschrift "BioScience" veröffentlichte "zweite Warnung" richtet den Blick auf die Entwicklung seit dem ersten Appell und den Status quo: Demnach werden die menschlichen Aktivitäten, wenn es keine wesentlichen Änderungen gebe, wahrscheinlich zu "großem menschlichem Leid" führen und den "Planeten unheilbar versehren". 

Trinkwasserverknappung, Abholzung, Rückgang der Anzahl der Säugetiere, Treibhausgas-Emissionen: Mit Ausnahme der Bemühungen um den Erhalt der Ozonschicht schrillten überall die Alarmglocken und die Gegenmaßnahmen seit der Dringlichkeitserklärung von 1992 seien enttäuschend.

"Bald wird es zu spät sein, um diese gefährliche Tendenz umzukehren", schreibt Thomas Newsom, Ko-Autor der Erklärung und Wissenschaftler an der Universität Deakin in Australien. Die große Mehrheit der bereits vor 25 Jahren identifizierten Bedrohungen bestünden fort und "die meisten nehmen zu", warnen die Forscher. 

So habe sich die pro Kopf verfügbare Trinkwassermenge weltweit um 26 Prozent verringert, die Zahl der toten Zonen in den Ozeanen sei um 75 Prozent angewachsen. 120,4 Millionen Hektar Wald gingen demnach verloren - meist umgewandelt zu Ackerflächen. Die Weltbevölkerung sei um 35 Prozent gewachsen, die Zahl der Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Vögel und Fische um 29 Prozent geschrumpft. CO2-Ausstoß und Temperaturen seien angestiegen.

Noch aber sei es möglich, die Entwicklung umzukehren und die Ökosysteme wieder zu stabilisieren, schreiben die Wissenschaftler. Als Maßnahmen schlagen die Experten unter anderem vor, weitaus mehr Naturschutzgebiete zu schaffen und mit schärferen Gesetzen gegen Wilderei vorzugehen und den Handel mit Natur- und Tier-Erzeugnissen strenger zu kontrollieren. 

Das Anwachsen der Weltbevölkerung soll durch bessere Familienplanung in den Entwicklungsländern und Aufklärungsprogramme eingedämmt werden. Außerdem müsse ein Wandel hin zu mehr pflanzlich basierter Ernährung erfolgen und die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Die Erklärung fällt mit der UN-Klimakonferenz zusammen. In Bonn beraten seit Montag Delegierte aus 196 Ländern über die technische Umsetzung der Vereinbarungen aus dem historischen UN-Klimaschutzabkommens von 2015 in Paris. Es sieht vor, die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. Wenn möglich, soll der Temperaturanstieg auf 1,5 Grad begrenzt werden.

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