Die neue Ampel-Koalition will das Bafög umfassend reformieren. Die staatliche Unterstützung solle künftig "elternunabhängiger" gestaltet werden, heißt es dazu im am Mittwoch vorgestellten Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP. "Der elternunabhängige Garantiebetrag im Rahmen der Kindergrundsicherung soll künftig direkt an volljährige Anspruchsberechtigte in Ausbildung und Studium ausgezahlt werden."

Geplant sei außerdem eine deutliche Erhöhung der Freibeträge. Zudem sollen unter anderem die Förderhöchstdauer verlängert und Bedarfssätze auch vor dem Hintergrund steigender Wohnkosten angehoben werden.

"Wir streben eine Absenkung des Darlehensanteils und eine Öffnung des zinsfreien Bafög-Volldarlehens für alle Studierenden an", heißt es im Koalitionsvertrag weiter. Die Beantragung und Verwaltung des Bafög solle schneller und digitaler gestaltet werden.

Im Bereich der Weiterbildung will die Ampel-Koalition das Aufstiegs-Bafög ausbauen. Über das Aufstiegs-Bafög beteiligt sich der Staat an den Kosten von beruflichen Schulungsmaßnahmen, etwa wenn Arbeitnehmer sich zu staatlich anerkannten oder geprüften Fachkräften weiterbilden.

Zudem will die neue Koalition ein sogenanntes Lebenschancen-Bafög schaffen, das die "selbstbestimmte Weiterbildung auch jenseits berufs- und abschlussbezogener Qualifikation für alle" ermöglichen soll. Geplant ist außerdem die Einführung einer Bildungsteilzeit nach österreichischem Vorbild. Beschäftigte können so eine finanzielle Unterstützung für eine Weiterbildung erhalten. Dadurch soll in Absprache mit dem Arbeitgeber etwa das Nachholen eines Berufsabschlusses oder eine berufliche Neuorientierung ermöglicht werden.