Die Bundesschülerkonferenz hat davor gewarnt, in den verbleibenden Wochen dieses Schuljahres zu viele Klassenarbeiten schreiben zu lassen und Prüfungen abzunehmen. "Ich sehe eine große Gefahr, dass die oberste Priorität in den Schulen jetzt ist, Leistung abzuprüfen", sagte Generalsekretär Dario Schramm den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch. Klassenarbeiten, Tests, Klausuren und Prüfungen seien lange nicht möglich gewesen - und die Lehrer stünden unter Druck, Zensuren vergeben zu müssen.

Dennoch müssten sich nun alle die Frage stellen, welche Prüfungen es wirklich brauche und welche wegfallen könnten, sagte Schramm. Er appelliere "an alle Beteiligten, aus den verbleibenden Schulwochen keine Pauk- und Prüfungscamps zu machen". Das Prinzip müsse nun lauten, im Zweifel etwas großzügiger zu sein.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte dem Redaktionsnetzwerk, die meisten Bundesländer machten bei den Prüfungen in diesem Jahr deutliche Abstriche. "Das ist auch richtig so." Weder beim Unterrichtstoff noch bei Klassenarbeiten und Klausuren könne in kürzester Zeit das nachgeholt werden, was sich durch die Pandemie an Aufholbedarf aufgestaut habe.

Gleichzeitig müsse aber auch klar sein, dass nicht auf jegliche Lernstandserhebungen verzichtet werden könne, sagte Meidinger. Er forderte deshalb, die Länder müssten nun rasch das angekündigte, weitgehend vom Bund finanzierte Nachhilfeprogramm organisatorisch vorbereiten.