Das Europäische Parlament hat ein schnelleres Ende von Tierversuchen in der Forschung gefordert. "Sobald dies wissenschaftlich möglich ist und ohne das Schutzniveau für die Gesundheit des Menschen und die Umwelt zu senken", sollten Versuche an Tieren eingestellt werden, heißt es in einer am Donnerstag in Straßburg angenommenen Entschließung. Alternativen zu Tierversuchen sollten stärker gefördert werden.

Die Abgeordneten stimmten mit großer Mehrheit dafür, dass "die Entwicklung der alternativen tierversuchsfreien Methoden, Technologien und Instrumente, die für diese Umstellung erforderlich sind", beschleunigt werden. Zugleich betonten sie, dass in manchen Fällen Tierversuche noch nötig seien, weil bisher keine Alternativen zur Verfügung stünden.

Die EU hatte 2009 Tierversuche für die Herstellung von Kosmetika verboten. Weitere Richtlinien sollen Tiere schützen, an denen für wissenschaftliche Zwecke Versuche vorgenommen werden. Laut einem Bericht der Europäischen Kommission wurden 2017 aber immer noch mehr als zwölf Millionen Tiere für Forschungszwecke aufgezogen und getötet, von denen viele schließlich doch nicht in Experimenten eingesetzt wurden.

Die Forschung müsse "von dem unbegründeten Glauben wegkommen, dass diese Tiere Menschen in Miniatur sind", erklärte Troy Seidle von der Tierschutzorganisation Humane Society International. Die Versuchserkenntnisse ließen sich nicht einfach auf den Menschen übertragen.

Darüber hinaus forderten die Abgeordneten, dass akademische Einrichtungen alternative Methoden für Versuche stärker fördern und bestehende Erkenntnisse darüber innerhalb ihrer jeweiligen Disziplin bekannter machen sollten. Forschungsmittel sollten bevorzugt bei tierversuchsfreien Verfahren zugewiesen werden.

Abgelehnt wurde dagegen ein weiterer Antrag, bestimmte Antibiotika nicht mehr bei Nutztieren einzusetzen und sie dem Menschen vorzubehalten, um möglichen Resistenzen bei Mensch und Tier vorzubeugen.