Wissenschaftler haben organische Moleküle und Gase nachgewiesen, die in dreieinhalb Milliarden Jahre alten Gesteinen eingeschlossen sind. Die Verbindungen dienten wahrscheinlich als Nährstoffe frühen Lebens auf der Erde, wie die Universität Köln am Donnerstag mitteilte. Der Fund trage "entscheidend zu unserem Verständnis der noch immer unklaren frühesten Entstehungsgeschichte des Lebens bei", erläuterte der Kölner Geobiologe und Erstautor der Studie, Helge Mißbach.

Laut einer verbreiteten Hypothese soll frühestes Leben auf der Erde kleine organische Moleküle als Baustoffe und Energiequellen genutzt haben. Jedoch konnte die Existenz solcher Bestandteile in frühen Lebensräumen auf der Erde bisher nicht belegt werden. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass Lösungen aus archaischen hydrothermalen Quellen essentielle Bestandteile enthielten, die eine Grundlage für das früheste Leben auf unserem Planeten bildeten.

Die Untersuchung wurde jetzt im Fachjournal "Nature Communications" veröffentlicht. Die Wissenschaftler untersuchten hierfür etwa dreieinalb Milliarden Jahre alte Baryte aus der Dresser Formation in Westaustralien. Damit stammt der Baryt aus einer Zeit, in der sich frühes Leben auf der Erde entwickelte.

"Die Baryte liegen im Gelände in direktem Kontakt zu versteinerten mikrobiellen Matten vor und riechen nach faulen Eiern, wenn man sie spaltet", erläuterte Mißbach. "Somit hatten wir den Verdacht, dass sie organischen Inhalt aufweisen, der etwas mit der Ansiedlung mikrobiellen Lebens zu tun gehabt haben könnte."

In den enthaltenen Flüssigkeitseinschlüssen identifizierte das Forscherteam neben Gasen wie Kohlenstoffdioxid und Schwefelwasserstoff auch organische Verbindungen wie etwa Essigsäure und Methanthiol. Diese Verbindungen könnten die Grundlage für Stoffwechselprozesse frühen mikrobiellen Lebens gelegt haben. Zudem wird vermutet, dass sie eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Lebens auf der Erde spielten.