Die Kultusminister der Länder haben den Bund aufgefordert, das wegen der Folgen der Corona-Pandemie aufgelegte Förderprogramm für Schülerinnen und Schüler bis zum Ende des Schuljahres 2023/2024 zu verlängern. Das Programm "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" solle mit weiteren 500 Millionen Euro länger als bisher geplant Fördermöglichkeiten in Bezug auf Lernrückstände und psychosoziale Effekte im Schulbereich eröffnen, erklärte die Kultusministerkonferenz am Freitag nach einer Tagung in Berlin.

Außerdem forderten die Kultusminister, dass Bund und Länder gemeinsam an das Programm anschließende Maßnahmen zur Überwindung von Lernrückständen und Bildungsbenachteiligungen entwickeln und deren Finanzierung sicherstellen sollten. Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) erklärte, das nun angelaufene Aufhol- und Förderprogramm reiche bei weitem nicht aus.

"Es ist dringend nötig, dass Bund und Länder gemeinsam ein dauerhaftes Programm zur Überwindung von Bildungsrückständen und psychosozialen Problemen von Kindern und Jugendlichen auflegen", erklärte Rabe. In diesem Zusammenhang werde es auch von großer Bedeutung sein, Antworten auf den wachsenden Lehrermangel zu finden.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU), erklärte, es sollten nun Empfehlungen für die Lehrkräftebildung und -gewinnung erarbeitet werden. "Wir werden den bereits im Frühjahr eingeschlagenen Weg fortsetzen und die Zahl der Studienplätze, die Gestaltung der Ausbildung, Werbung für den Beruf der Lehrerin und des Lehrers, Quer- und Seiteneinstieg, Multiprofessionalität sowie die Sicherung von Qualität und Qualifikation auch über die Zeit meiner KMK-Präsidentschaft hinaus in den Fokus nehmen."

Es dürfe dabei nicht nur in einzelnen Wahlperioden gedacht werden, sondern die Entwicklung der Bildung müsse auf zehn oder 20 Jahre in die Zukunft gedacht werden.

Neben diesen Forderungen beschlossen die Kultusminister weiterentwickelte Bildungsstandards für die Fächer Deutsch und Mathematik für den Primarbereich, den ersten Schulabschluss und den mittleren Schulabschluss. Diese lösen die vorherigen Bildungsstandards ab, die aus den Jahren 2003 und 2004 stammen.

"Die weiterentwickelten Bildungsstandards nehmen die fast 20 Jahre Erfahrungen mit den bisherigen Bildungsstandards auf, orientieren sich am aktuellen Stand der fachdidaktischen Diskussion und setzen auch innovative Impulse", erklärte Prien. Die Bildungsstandards dienten der länderübergreifenden, bundesweiten Verständigung über Lernziele und Inhalte in den Fächern.