Mission erfolgreich: Die vier Astronauten an Bord der "Crew-Dragon"-Raumkapsel "Endeavour" des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX sind am Samstag an der Internationalen Raumstation ISS angekommen.

Mission erfolgreich: Die vier Astronauten an Bord der "Crew-Dragon"-Raumkapsel "Endeavour" des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX sind am Samstag an der Internationalen Raumstation ISS angekommen.

Erstmals ist ein Astronauten-Team mit einer gebrauchten Raumkapsel zur Internationalen Raumstation ISS geflogen. Die vier Astronauten an Bord der "Crew-Dragon"-Raumkapsel "Endeavour" des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX dockten am Samstagvormittag an der ISS an. Zwei Stunden später, gegen 13.00 Uhr MESZ, wurde die Besatzung von ihren Kollegen der letzten SpaceX-Mission begrüßt. Auf der ISS wird es vorerst etwas enger - insgesamt sind nun elf Astronauten dort.

In einem Livestream der US-Raumfahrtbehörde Nasa war zu sehen, wie die Kapsel gegen 11.08 Uhr MESZ in rund 420 Kilometern Höhe über dem Indischen Ozean an der ISS andockte. Zwei Stunden später posierten die Astronauten mit den bereits auf der ISS stationierten Kollegen für Fotos. Am Freitagmorgen war die Kapsel mit Hilfe einer Trägerrakete vom Kennedy Space Center in Florida aus ins Weltall gestartet.

Der Besatzung der "Endeavour" gehören die US-Astronauten Shane Kimbrough und Megan McArthur sowie der Japaner Akihiko Hoshide und der Franzose Thomas Pesquet an. Pesquet ist der erste Europäer, der mit SpaceX zur ISS geflogen ist. Er soll ein halbes Jahr an Bord der ISS bleiben und in seinem letzten Monat im All dort auch das Kommando übernehmen - als dritter Europäer nach dem Deutschen Alexander Gerst und dem Belgier Frank de Winne.

Pesquet beschrieb die Ankunft auf der ISS als feierlich. Es sei 20 Jahre her, dass Astronauten der Nasa, der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa, der europäischen Raumfahrtbehörde ESA sowie russische Kosmonauten gemeinsam im Weltall gewesen seien. "Was heute geschieht, ist also tatsächlich ziemlich historisch", sagte er. "Wir können es nicht erwarten, unsere Arbeit an der Raumstation zu starten. Wir können es nicht erwarten zu sehen, was uns auf diesem Abenteuer noch bevorsteht."

Neben der Besatzung der nun eingetroffenen "Crew 2" hält sich auf der ISS bereits die Besatzung der "Crew 1" auf, die bei der letzten SpaceX-Mission im November ins Weltall geflogen war. Die "Crew 1" soll am kommenden Mittwoch zur Erde zurückfliegen.

Das Team der "Crew 2" soll für sechs Monate auf der ISS bleiben. Die Astronauten sollen dort unter anderem etwa hundert Experimente umsetzen und das Solarenergie-System an der ISS modernisieren.

Für SpaceX ist es die dritte bemannte Mission zur ISS; zum Einsatz kam dabei eine bereits zuvor genutzte "Crew Dragon"-Kapsel. Die erste Mission des Unternehmens von High-Tech-Pionier Elon Musk im vergangenen Mai beendete eine neun Jahre lange Phase, in der die USA für Flüge zur ISS auf russische Raketen angewiesen waren.

Das Recyceln von Raumschiffen gehört zu den Visionen von SpaceX-Gründer Musk. In einer Pressekonferenz nach dem Start von "Endeavour" sagte er: "Ich denke, dass wir an dem Beginn einer neuen Ära der Weltraumerkundung stehen." Musk hat keinen Hehl aus seinem Wunsch gemacht, die Menschheit nicht nur zum Mond, sondern auch auf den Mars zu bringen.