Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bei ihrer USA-Reise mit der Ehrendoktorwürde der renommierten Johns-Hopkins-Universität ausgezeichnet worden. Der Präsident der Universität, Ronald Joel Daniels, hob in seiner Ansprache am Donnerstag in Washington Merkels festes Vertrauen auf wissenschaftliche Ansätze beim Kampf gegen die Corona-Pandemie hervor. Merkel betonte ihrerseits die Bedeutung der Hochschule bei der Erhebung von Daten zur weltweiten Verbreitung des Virus.

Eine von Wissenschaftlern der Johns-Hopkins-Universität betriebene Webseite zu weltweiten Fallzahlen war in der Pandemie rasch zu einer vielbeachteten Referenz geworden. Seit den frühen Tagen der Pandemie "geben die Forscher den Politikern ein Werkzeug an die Hand", sagte Merkel dazu. "Für diese herausragende Arbeit möchte ich ganz herzlich danken." Sie selbst habe davon stark profitiert.

Die Bundeskanzlerin nutzte die Zeremonie auch für ein Plädoyer, das Coronavirus weiterhin sehr ernst zu nehmen. Zahlen und Fakten zur Pandemie seien auch heute noch so wichtig "wie am ersten Tag".

Die 1876 in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland gegründete Privatuniversität gilt als eine der besten Hochschulen des Landes. Zu den Einrichtungen der Universität gehört auch die School of Advanced International Studies - Schule für fortgeschrittene internationale Studien - in der Hauptstadt Washington. Dort wurde Merkel nun gewürdigt. Es ist bereits ihr 18. Ehrendoktortitel.

Merkel war am Mittwochabend zu ihrem vermutlich letzten USA-Besuch als Kanzlerin in Washington eingetroffen. Sie wird im Verlauf des Donnerstags von Präsident Joe Biden im Weißen Haus empfangen. Themen der Gespräche dürften unter anderem der Streit um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und der Umgang mit China sein. Merkel ist die erste europäische Regierungschefin, die von dem seit Januar amtierenden Präsidenten im Weißen Haus empfangen wird.