Kooperation von Industrie und Forschung: 41 Millionen Euro für umweltschonende Reifen

18.11.16

LIST
Goodyear
Diesen Artikel drucken

Goodyear und LIST wollen zusammen durch innovative Leichtbau-Materialien Reifen mit geringerem Rollwiderstand und Gewicht entwickeln. 

Goodyear und das Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) haben erhebliche Investitionen in die Erforschung und Entwicklung (R&D) von Rohstoffen der Zukunft, sowie nachhaltiger Mobilität angekündigt. In Zusammenarbeit mit dem LIST werden die Goodyear-Ingenieure sich darauf konzentrieren, Reifen umweltfreundlicher in Bezug auf Materialien, Leistung und Herstellungsprozessen zu gestalten.

Innovative Leichtbau-Materialien sollen Rollwiderstand und Gewicht der Reifen senken

Diese gemeinsame Initiative bietet Möglichkeiten zur Schaffung einer besseren Zukunft durch die Digitalisierung und erweiterte Datenerfassung im Bereich der Prozesse, die es Goodyear ermöglichen, Reifen von noch höherer Qualität in kürzeren Entwicklungszyklen auf den Markt zu bringen um somit den sich ständig weiter entwickelnden Ansprüchen der Erstausrüstungskunden beziehungsweise der Endverbraucher gerecht zu werden.

Zudem ermöglicht sie auch die Entwicklung innovativer Leichtbau-Materialien, die es erlauben, den Rollwiderstand und das Gewicht der Reifen zu senken. Dadurch erhofft man sich positive Auswirkungen auf die Umwelt und den Verbrauch durch geringere Emissionen und eine höhere Treibstoffeffizienz.

Wechselwirkungen zwischen öffentlicher Forschung und Industrie fördern

In Anwesenheit von Vize-Premierminister Etienne Schneider und dem beigeordnetem Minister für Hochschulwesen und Forschung Marc Hansen haben LIST und Goodyear ihre Partnerschaft in einem Rahmenvertrag festgelegt. Dazu kommentiert Etienne Schneider:  „Diese Partnerschaft zwischen LIST und Goodyear entspricht ganz den Forschungs- und Entwicklungs- sowie Innovations-Richtlinien der Regierung. Ich beglückwünsche beide Seiten zu dieser Vereinbarung, die ein vorbildliches Beispiel dafür ist, wie die öffentliche Forschung mit der Industrie zusammenarbeiten können.“

Für Hansen ist die Unterzeichnung des Abkommens nicht nur für das LIST, sondern auch für die öffentliche Forschung ein Meilenstein. „Das Kooperationsabkommen ist ein Best-Practice-Beispiel für die Bestrebungen der Regierung, die Wechselwirkungen zwischen der öffentlichen Forschung und der Industrie zu fördern“, sagt der Minister. „Diese Kooperationsvereinbarung ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für Forscher, Industrielle und Studenten, zu interagieren und von den Wissensspillovers zu profitieren.“

Fünfjährige Partnerschaft beinhaltet neue Forschungs- und Doktorranden-Stellen

„Bei Goodyear ist Innovation nicht nur das, was wir tun, sondern auch wer wir sind“, meint Carlos Cipollitti, Vizepräsident Produktentwicklung EMEA und Generaldirektor des Goodyear Innovation Center Luxemburg (GIC*L). „Die Schaffung einer formelleren Forschungs- und Entwicklungs-Zusammenarbeit mit dem LIST ist eine natürliche Entwicklung für das Unternehmen, um Mobilitätslösungen, die wir derzeit in der Entwicklung haben, weiter zu beschleunigen und intelligente Produkte und Dienstleistungen im Hinblick auf die künftigen Bedürfnisse der Verbraucher zu liefern“, so Cipollitti.

Die Finanzierung wird von Goodyear mit der staatlichen Unterstützung im Rahmen der F&E-Fördermaßnahmen getätigt. Die  fünfjährige Partnerschaft wird F&E-Talente zukünftig sowohl für Luxemburg als auch für die Automobilindustrie sichern. Sie beinhaltet 38 Vollzeit-Forschungsstellen und eine beträchtliche Anzahl von Doktoranden/Postdoc-Stellen in einem wichtigen und stetig wachsenden Gebiet. Die Forscher werden sowohl im LIST als auch im  GIC*L tätig sein.

Goodyear und LIST bereits in mehreren Projekten zusammengearbeitet

„Wir werden im Jahr 2020 nicht innerhalb von sechs Monaten die Fähigkeiten entwickeln können, die unsere Industriepartner zu diesem Zeitpunkt benötigen. Wir müssen heute damit anfangen“, betont Fernand Reinig, Chief Executive Officer ad interim am LIST. „In diesem Sinne freuen wir uns, mit Goodyear einen mutigen Partner gefunden zu haben, der voraus schaut und bereit ist, schon heute in Forschung und Entwicklung die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, um die Marktherausforderungen der nächsten 10 Jahre erfüllen zu können.“

„Seit mehr als 70 Jahren hat Goodyear eine starke Verbindung zu Luxemburg“, so Jean-Pierre Jeusette, Vizepräsident, Globale Qualität, Technologie und Innovation von Goodyear.  „Obwohl wir bereits mit dem LIST in mehreren Projekten zusammengearbeitet haben, ist diese neue Initiative eine einmalige Gelegenheit für das Unternehmen, die zukünftige Reifenentwicklung in mehreren Bereichen voranzutreiben“, sagt er. „Goodyear freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem LIST und der luxemburgischen Regierung bei diesem Schlüsselprojekt.“

Autor: LIST

Foto: LIST

 

Diaporama

Auch in dieser Rubrik

Outstanding doctoral thesis: Rolf Tarrach Prize 2017 for Mads Weber’s work on multifunctional materials

19.07.17 It’s the first time this prestigious prize is awarded to a PhD research from the Luxembourg Institute of Science and Technology > Ganzen Artikel lesen

Asteroiden-Einschlag auf der Erde: Wie können wir Menschen uns schützen?

30.06.17 Mehr als eine Million Asteroiden könnten potentiell auf der Erde einschlagen und Schaden anrichten. Mit welchen Methoden könnten wir einen Asteroiden umleit...> Ganzen Artikel lesen

Crowdsourcing: Research for a better digital work environment

26.06.17 Computer Scientist Ioanna Lykourentzou takes crowdsourcing work to a new level – by exploiting hitherto unused skills of the crowd. > Ganzen Artikel lesen

Eine App macht das Leben alter und behinderter Menschen lebenswerter

12.06.17 Wie können alte und behinderte Menschen unabhängiger leben? Z.B. mit Hilfe einer Smartphone-App, die im Notfall einen Pfleger informiert. > Ganzen Artikel lesen

Künstliche Intelligenz: Könnte ein Roboter schon bald den Nobelpreis gewinnen?

30.05.17 Dank menschlichem Forschergeist könnte es schon bald soweit sein – so zumindest Hiroaki Kitano, CEO, Sony Computer Laboratories, bei einem Vortrag in Belval. > Ganzen Artikel lesen

Verwandte Themen