Lizzie & Nouga: Energie! - Atomstrom ist genial, aber gefährlich

28.04.13

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Bei einem Spaziergang nicht weit von der Grenze zu Frankreich haben Lizzie und Nouga das Atomkraftwerk von Cattenom gesehen. Die Türme des Kraftwerks ragen weit über die Landschaft hinaus. Man kann sie auch in Luxemburg noch sehen. Doch wie entsteht dort Strom?

Lizzie und Nouga haben im Internet recherchiert. Sie haben gelernt, dass in einem Atomkraftwerk die Atomkerne des Metalls Uran gespalten werden. Dabei wird sehr viel Wärme frei, die Wasser verdampfen lässt. Mit dem Dampf wird einer Turbine angetrieben und aus der Energie macht dann ein Generator elektrischen Strom. Lizzie und Nouga sind von der Technik begeistert und verstehen nicht, weshalb so viele Erwachsene gegen die Atomkraft sind.

Vater von Lizzie: Ihr habt Recht. Ein Atomkraftwerk ist genial. Mit sehr wenig Uran lässt sich sehr viel Strom erzeugen. Außerdem ist Atomstrom sauber. Wenn wir aus Kohle oder Erdöl Strom gewinnen, entstehen sogenannte Treibhausgase, die über Schornsteine in die Luft gelangen und dem Klima schaden. Aus den Türmen der Atomkraftwerke kommt dagegen nur Wasserdampf.

Lizzie: Aber warum demonstrieren dann immer wieder Menschen vor den Kraftwerken und wollen die Atomkraft abschaffen?

Vater von Lizzie: Atomkraft ist genial, aber auch gefährlich. Uran ist nämlich nicht nur giftig. Es ist auch radioaktiv.

Nouga: Und was bedeutet das?

Lizzies Vater: Fachleute sagen, Uran ist ein radioaktives Metall. Das heißt, seine Atomkerne zerfallen im Laufe der Zeit. Dabei wird Strahlung frei. In der Natur ist die Strahlung nicht sehr groß. In der Regel merken wird nichts davon. In einem Atomkraftwerk aber wird durch den Beschuss der Urankerne eine Kettenreaktion ausgelöst. Deshalb entsteht in kurzer Zeit ganz viel dieser radioaktiven Strahlung. Das ist gefährlich, denn die Strahlen zerstören die Zellen, aus denen wir Menschen und alle Tiere und Pflanzen bestehen. Wer zu viele dieser Strahlen abbekommt, kann sehr krank werden.

Lizzie: Deshalb also sind so viele Menschen gegen die Atomkraft.

Lizzies Vater: Atomkraftwerke schirmen den Raum, in dem sich das Uran befindet, mit dicken Betonwänden ab, sodass die Strahlung nicht nach außen gelangt. Aber es passieren leider auch Pannen und Unfälle. Dann kann die Strahlung auch nach außen gelangen und viel Schaden anrichten. Davor haben viele Menschen Angst.

Nouga: Wie bei dem Unglück in Fukushima in Japan?

Lizzies: Hast Du nicht mal erzählt, dass dort viele Menschen nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren dürfen, weil alles verstrahlt ist?

Lizzies Vater: Ja, das Unglück dort war sehr schlimm. Es hat Menschen auf der ganzen Welt aufgeschreckt – viele Politiker denken seitdem anders über die Atomkraft und wollen versuchen, andere Energiequellen zu finden, die nicht so gefährlich sind.

Autor: Corinne Kroemmer, überarbeitet: scienceRELATIONS
Illustration: Andy Genen

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Infobox

Radioaktive Abfälle

Das Uran in einem Atomkraftwerk wird nur etwa drei bis vier Jahre zur Energiegewinnung genutzt. Danach werden die sogenannten Brennstäbe entfernt. Trotzdem sind sie noch sehr gefährlich. Sie werden noch viele Tausend Jahre lang starke radioaktive Strahlen abgeben. Das ist ein großes Problem, denn niemand weiß so recht, was man mit dem Atommüll machen soll. Was tun? Je nachdem wie stark der Müll strahlt, schließt man das Uran deshalb in Glas, Zement oder Harz ein. Um ganz sicher zu gehen werden sie zusätzlich in Metall- oder Betonbehältern gestellt. Die Behälter – man nennt sie Castoren – werden dann in alten Bergwerken oder sogar in großen Wasserbecken zwischengelagert, bis man eine bessere Lösung gefunden hat.

Das Atomkraftwerk von Cattenom