Lizzie & Nouga: Energie! - Der Stausee bei Esch-Sauer

02.02.15

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Der Schulbus nähert sich dem Kraftwerk von Esch-Sauer und bleibt genau unterhalb der gewaltigen Staumauer stehen. Lizzie staunt über die Größe der Mauer. Wie hoch die wohl ist?

Steve Heirens und Marcel Heck von der SEO, der Société Electrique de l’Our begrüßen die Gruppe. Sie haben die Frage schon oft gehört. Sie erzählen, dass der Staudamm mit 48 Metern ungefähr so hoch wie die Passerelle in Luxemburg. Hinter seiner gewölbten Mauer befinden sich 60 Millionen Kubikmeter Wasser. Das ist so viel Wasser wie in 400.000 Badewannen passt oder in 24.000 olympische Schwimmwettkampf-Becken oder …

Den Kindern wird ganz schwindelig. Das ist unvorstellbar viel.

Lizzie: Und was macht ihr mit dem ganzen Wasser?

Marcel: Die Staumauer wurde in den 1950er Jahren gebaut, um die Menschen in der Region mit Trinkwasser zu versorgen. Heute ist der Stausee auch ein beliebtes Ausflugsziel. Wir vom Elektrizitätswerk nutzen die Talsperre vor allem zur Stromerzeugung.

Steve ergänzt: In einem Jahr erzeugen wir so viel Strom, dass wir damit eine Stadt wie Wiltz versorgen könnten. Doch wir erzeugen hier nicht ununterbrochen Strom. Kommt mit in das Umspannwerk, dort können wir euch besser erklären, was wir hier tun.

Unser Kraftwerk hier in Esch-Sauer ist ein sogenanntes Speicherkraftwerk.

Es bezieht seine Energie also nicht aus fließendem Wasser von einem Fluss. Speicherkraftwerke – das sagt schon der Name – nutzen Wasser, das in einem Stausee gespeichert wurde. Unsere Turbinen werden angetrieben, wenn in der Region gerade besonders viel Strom benötigt wird – mittags zum Beispiel, wenn sich viele Menschen zur gleichen Zeit ihr Essen kochen wollen.

Marcel: Im Augenblick werden die Turbinen nicht angetrieben. Wir lassen lediglich genügend Wasser durchlaufen um den Wasserspiegel in Esch-Sauer aufrecht zu erhalten. Um zehn Uhr öffnen wir jedoch die Klappen um das Stauwasser einzulassen. 

Nouga: Seht mal, da wird gerade eine Turbine repariert. Man kann alles ganz genau sehen.

Marcel: Das trifft sich gut, dann können wir uns ansehen wie sie funktioniert.

Lizzie schaut sich die Flügel der Turbine an und ist verwirrt: Ich dachte so eine Turbine würde aussehen wie eine Schiffsschraube.

Steve: Im Prinzip hast Du Recht. Weil wir aber nur zu Spitzenzeiten sehr schnell sehr viel Strom erzeugen, sehen unsere Turbinen etwas anders aus. Schaut her. Bei unseren Wasserturbinen steht der Propeller nicht senkrecht zum Wasserstrom, sondern horizontal. Das Wasser wird zunächst durch kleine Türchen vom Propeller getrennt. Erst wenn die Turbinen arbeiten, werden diese Türchen geöffnet. Dann schießt Wasser mit voller Wucht präzise auf den Propeller. So können wir die Stromerzeugung kontrollieren und verbessern.

Nouga: Und wenn sich der Propeller dreht, wirft er einen Generator an?

Marcel: Der Generator wandelt die Kraft des Wassers in elektrischen Strom um. So wie ein Dynamo am Rad Eure Musekelkraft in Strom für die Fahrradlampen umwandelt.

Die Kinder staunen. Sie hatten sich das alles viel komplizierter vorgestellt.

Autor: Corinne Kroemmer, überarbeitet scienceRELATIONS
Illustrationen: Andy Genen

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Laufwasserkraftwerk

Laufwasserkraftwerke nutzen die Kraft von fließendem Wasser. Auch an der Sauer gibt es ein Lauwasserkraftwerk. Es steht in Rosport und versorgt die Region mit Grundstrom. Das ist die Menge an Strom, die an einem Tag mindestens benötigt wird. Dafür sind die beiden Turbinen in Rosport dauerhaft im Einsatz.

 

Speicherkraftwerk

Speicherkraftwerke nutzen zur Stromerzeugung Wasser, das in einem Stausee gespeichert wurde. Sie versorgen eine Region bei Bedarf mit zusätzlichem Strom. Zum Beispiel am Mittag, wenn viele Menschen gleichzeitig ihr Essen kochen und der Grundstrom nicht ausreicht. Das Kraftwerk in Esch-Sauer ist ein solches Speicherkraftwerk. Es liefert den sogenannten Spitzenstrom.

 

Pumpspeicherkraftwerk