Meet the scientists: Christophe Sohn, Geograph

27.03.15

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Lange Zeit wurden Grenzen als Hindernisse angesehen. Die Hypothese von Christophe Sohn : Sie stellen auch Chancen und Ressourcen dar.

"Der Ausgangspunkt meiner Forschung konzentriert sich auf die Rolle der Staatsgrenzen in der wirtschaftlichen, sozialen und räumlichen Entwicklung der Städte, die sich in ihrer Nähe befinden ", sagt Christophe Sohn. "Lange Zeit wurden Grenzen als Barrieren angesehen, die tendenziell die Entwicklung der Grenzgebiete begrenzen. Mit der Globalisierung und der europäischen Integration wurden die Grenzen geöffnet, und ihre Rolle hat sich geändert."

Christophe Sohn's Hypothese ist dass Grenzen auch Möglichkeiten und Ressourcen darstellen: "Meine Forschung konzentriert sich darauf, wie diese Ressourcen von Politikern, Unternehmen und Einwohner mobilisiert werden. Als Geograph interessiere ich mich auch für die Art und Weise wie Städte, die von der Öffnung der Grenzen profitieren, neue Beziehungen mit den benachbarten Gebieten knüpfen und sich somit verändern."

Wie erforscht man ein solches Thema?

Geographen sind es gewohnt, eine Vielzahl von Methoden und Forschungswerkzeugen zu mobilisieren: "Eine unserer Eigenschaften ist natürlich die Verwendung von Karten zur Darstellung und Analyse der Form des geographischen Raumes. So arbeite ich z.B. mit einer Karte, auf der man die Wohnorte der Grenzgänger in Luxemburg sehen kann und die Form des grenzüberschhreitenden Großraums und seine Entwicklung studieren und mit anderen Städten vergleichen kann...", sagt Christophe Sohn.

Aber in manchen Fällen liefern die Statistiken Christophe Sohn keine Antworten auf seine Fragen. In diesen Fällen führt er Interviews direkt mit verschiedenen Akteuren oder Einwohnern: "Zum Beispiel bin ich daran interessiert, wie politische und wirtschaftliche Akteure die Grenze als Ressource für ihre Aktivitäten mobilisieren. Aber nicht alle Akteure sehen die Grenze gleich: Für die einen ist sie eine Chance, für andere ein Hindernis, ein symbolischer Ort oder etwas Unbedeutendes. Um zu wissen welche Vorstellungen die diversen Akteure haben führe ich Interview und danach analysiere ich die Antworten mit unterschiedlichen Techniken."

Autor: Jean-Paul Bertemes (FNR), Christophe Sohn
Video: MOAST

 

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