Nichtalkoholische Fettleber: Luxemburger Biobank teiligt sich an EU-Projekt für genauere Diagnosetests

22.12.17

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Diese Diagnosetests sollen bestimmen, bei welchen Patienten ein hohes Risiko von schweren Entzündungen und Narbenbildung in der Leber besteht.

Die Luxemburger Biobank IBBL (Integrated BioBank of Luxembourg) wird zur zentralen Biobank eines grossen EU-Projektes. Sie wird Lagerort von allen Patientenproben, die für das Projekt bereits gesammelt wurden und noch werden.

Die biologischen Proben dienen einem Konsortium von 47 Forschungspartnern aus führenden internationalen Universitäten, Kliniken und einigen der weltweit größten Pharmaunternehmen.

Nichtalkoholische Fettleber

Weltweit leiden 20 bis 30% der Bevölkerung an nichtalkoholischer Fettleber. Die Krankheit wird durch eine Fettansammlung in den Leberzellen verursacht, welche zu Entzündung, Vernarbung der Leber und schließlich zu Leberzirrhose führt. Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen nichtalkoholischer Fettleber, Fettleibigkeit     und Typ-2-Diabetes.    

Obwohl viele Menschen eine nichtalkoholische Fettleber haben, werden weniger als 10% von ihnen dadurch Schäden erleiden. Die Herausforderung besteht darin, diejenigen Personen zu identifizieren, die am stärksten betroffen sind und die an Leberzirrhose oder Krebs erkranken werden, sodass diese Patienten früher angemessen versorgt werden können. Dies erfordert derzeit eine Leberbiopsie, die nur in spezialisierten Krankenhäusern durchgeführt werden kann, weshalb bessere Diagnosemöglichkeiten erforderlich sind.

Schweregrad diagnostizieren und Verlauf voraussagen

Ziel des LITMUS Projektes (Liver Investigation: Test Marker Utility bei Steatohepatitis): „Gemeinsam arbeiten wir an der Entwicklung und Validierung hochpräziser Bluttests und Bildaufnahmeverfahren, damit man den Schweregrad von Lebererkrankungen diagnostizieren kann, den Verlauf der Krankheit voraussagen kann und mögliche Veränderungen - seien sie gut oder schlecht“, erläutert Professor Quentin Anstee vom Institute of Cellular Medicine der Newcastle University. Der Forscher ist ebenfalls Hepatologe im Newcastle Hospitals NHS Foundation Trust und koordiniert das LITMUS Konsortium.

Er fügt hinzu: „Der derzeitige Mangel an einfachen und genauen Diagnosetests bedeutet, dass bei vielen Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist. Hierdurch werden auch die Bemühungen zur Entwicklung neuer Medikamente behindert. Bessere Diagnosetests würden uns helfen die Behandlung im Frühstadium der Krankheit auf die Menschen auszurichten, die am stärksten betroffen sein werden. Sie würden uns auch helfen bessere Medikamente für nichtalkoholische Fettleber zu entwickeln und die klinischen Studien durchzuführen, die die Zulassungsbehörden benötigen, damit diese neuen Medikamente zugelassen und von Ärzten verordnet werden können."

Die IBBL als zentrale Biobank

Als zentrale Biobank des Projektes wird die IBBL den Transfer aller bereits gesammelten biologischen Proben nach Luxemburg veranlassen. Ausserdem wird die IBBL zum zentralen Sammel- und Lagerort für die Proben welche neu für das LITMUS Projekt von mindestens 1500 Patienten in ganz Europa gesammelt werden.
Die Biobank wird sich um die Lagerung von Blut-, Plasma-, Serum-, DNA-, RNA-, Urin-, und Stuhlproben, sowie Leberbiopsien kümmern. Gleichzeitig erstellt sie einen Katalog der Proben und den dazugehörigen Daten, welcher der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt wird.

„Die Konkurrenz ist sehr groβ bei solchen EU-Förderprogrammen und man muss einem Konsortium etwas Beträchtliches bieten können um von diesen angesehenen Universitäten und Pharmaunternehmen als Partner in Erwägung gezogen zu werden", kommentiert Dr. Catherine Larue, Direktorin der IBBL. „ Ich denke, wir können sehr stolz auf uns sein. Die Tatsache, dass dies bereits das zweite IMI-Projekt ist, an dem wir teilnehmen, zeigt, dass wir international als eine zuverlässige, qualitätsorientierte Biobank und als wertvoller Partner für EU-Konsortien gelten.“

Das LITMUS-Projekt

Das LITMUS-Projekt wird vom Innovative Medicines Initiative 2 Joint Undertaking (IMI) gemäß Finanzhilfevereinbarung Nr 777377 mit 34-Millionen Euro finanziert. Das Projekt wird von der Newcastle University koordiniert, in enger Zusammenarbeit mit dem führenden EFPIA-Partner, Pfizer Ltd.

Das Joint Undertaking wiederum wird vom Horizon2020 Forschungs- und Innovationsprogram der Europäischen Union, sowie der EFPIA unterstützt.

Haftungsausschluss: Diese Pressemitteilung ist die Ansicht des Autors, und weder IMI, noch die Europäische Union, noch EFPIA oder die anderen Partner sind für die Verwendung der hierin enthaltenen Informationen verantwortlich.

Autor: IBBL (Integrated BioBank of Luxembourg)
Editor: Michèle Weber (FNR)
Photo: IBBL

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