Verfolgungswahn - Oder eine optische Täuschung

25.02.17

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Man geht nach links, man geht nach rechts – hin und her im Raum...die Maske steht immer an der gleichen Stelle, doch warum verfolgt sie einen dauernd mit den Augen??? Schuldgefühle? Verfolgungswahn? Oder eine ganz einfache Illusion? Dieser schöne Trick ist brillant in seiner Einfachheit.

Materialeinkauf: Supermarkt, Baumarkt, Apotheke, Bastelladen.

Durchführung

Zuerst stellt man eine einfache Gipsmaske her: Dazu arbeitet man im Team zu zweit. Die zu maskierende Person bindet die Haare nach hinten und reibt sich das Gesicht mit Feuchtigkeitscreme ein: Besonders Augenbrauen und Haaransatz (und gegebenenfalls Bart) werden dick eingecremt. Um die Augen zu schützen legt man zusätzlich zwei feuchte Wattestücke oder etwas Ähnliches darüber. Das Eingipsen geht am einfachsten im Liegen; eine Unterlage hält den Arbeitsplatz sauber.

Nun geht es los: Die in dünne Streifen geschnittenen Gipsbinden weicht man in einer Schüssel mit Wasser kurz ein und legt sie Schicht für Schicht aufs Gesicht; natürlich die Nasenlöcher freihalten – der Mensch muss ja schließlich atmen...2-3 Schichten genügen – das Ganze nun einige Minuten trocknen lassen und vom Gesicht abnehmen. Nun verschließt man das fehlende Nasenstück, schneidet den Rand der Maske in eine schöne Form, piekst ein kleines Loch in beide Seiten der Maske (eventuell auch oben) und lässt das Ganze vollständig trocknen.

Im nächsten Schritt wird das Innere (!) der Maske mit Gold- oder Silberlack eingesprüht; zusätzlich kann man den Mund, Nasenlöcher und Augen farbig malen – die Illusion funktioniert dadurch noch besser. Ist die Farbe getrocknet, fixiert man die Maske mit Hilfe von Nylon oder anderem Faden im Schuhkarton, mit der bemalten Seite nach außen. Angezündetes Teelicht davor stellen – fertig.

Die drehende Maske: nur die letzte Ansicht zeigt sie komplett von vorne, in allen anderen Fällen ist die hohle Seite zu sehen.

Prinzip

Unsere Wahrnehmung der drei-dimensionalen Welt findet in zwei Phasen statt: Auf die Netzhaut einfallende Bilder sind zwei-dimensional, dazu noch seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend. Diese Lichtreize werden nun tiefer im Hirn weiterverarbeitet und, unter anderem, anhand von vorherigen Erfahrungen und Erinnerungen interpretiert: Die „dritte Dimension“ wird also erst zum Schluss eingefügt. Dabei sind einige Bilder, wie eben die Innenseite der Maske, fürs Gehirn sehr schwer zu interpretieren: Ohne Hilfsmittel, z.B. Form und Richtung von Schatten, hat das Hirn keinerlei Anhaltspunkt, ob das Gesicht hervorsteht oder nicht - beide sind gleich wahrscheinlich.

Nun sind aber besonders Gesichter für den Menschen von höchster Bedeutung: Bereits in jüngster Kindheit lernen wir, Gesichtsausdrücke zu lesen, und wissen gleichermaßen aus Erfahrung, dass Gesichter immer konvex, also hervorstehend, sind. Und das ist ausschlaggebend: Obwohl wir uns bewusst sind, dass wir in ein hohles Gesicht starren, schaltet das Gehirn in kürzester Zeit um und wir sehen es doch hervorstehend!

Die vorher erwähnten Schatten als Hilfsmittel der Wahrnehmung kann man übrigens auch nutzen, um die Illusion zu verbessern: Hier kommt das Teelicht ins Spiel. Beleuchtet man die hohle Seite der Maske von unten, erhält man Schatten- und Lichtspiele, die denen gleich sind, die man auf einer von oben belichteten hervorstehenden Maske (Gesicht) sieht – ganz so, wie wir es tagtäglich gewöhnt sind.

Tipp

Die vorher erwähnten Schatten als Hilfsmittel der Wahrnehmung kann man übrigens auch nutzen, um die Illusion zu verbessern: Hier kommt das Teelicht ins Spiel. Beleuchtet man die hohle Seite der Maske von unten, erhält man Schatten- und Lichtspiele, die denen gleich sind, die man auf einer von oben belichteten hervorstehenden Maske (Gesicht) sieht - ganz so, wie wir es tagtäglich gewöhnt sind.

Dieses Experiment gibt es auch als Video auf science.lu.

Alltag

Die Maskenillusion kann man alltäglich vor dem großherzoglichen Palais in der Luxemburger Altstadt bewundern: Sie ist dort in die Straßenbeleuchtung integriert.

Autor: Joseph Rodesch (FNR), Liza Glesener
Fotos: FNR

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Infobox

Material: *

(pro Maske)

- 2 Gipsbinden

- Wasser

- Feuchtigkeitscreme

- Watte oder ähnliches

- 1 Plastikschale/Schüssel

- Abdeckplane/alte Zeitungen um den Arbeitsplatz sauber zu halten

- Gold- oder Silberspray

- 1 Teelicht

- 1 Schere

- 1 Blatt Karton mit Alubeschichtung

Schwierigkeit: *
Preis: **
Zeit: 60min
Alter: 6-99

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