Wahlfach Solarmobilität: LMRL-Schüler entwerfen Solarboote und -autos

01.07.16

Lycée Michel Rodange Luxembourg (LMRL)Diesen Artikel drucken
Bei einer Gruppe von Jugendlichen, die sich für Physik und Modellbau interessieren, dreht sich seit 2014 am Gymnasium LMRL alles um Solar-Mobilität.

Zwischen März und August 2014 entwarfen 10 Schüler erstmals im Rahmen eines Wahlfachs Solarautos und Solarboote und setzten diese dann in die Wirklichkeit um.  Wobei  das Ziel der Gruppe nicht nur war, ein Gefährt zu bauen das fahren kann, sondern eines, das bei jeder Wetterlage zuverlässig seine Höchstgeschwindigkeit selbstständig regeln kann.

„Bei den Solarzellen gibt es nämlich ein Haken: Wenn man die Zellen zu viel belastet, nimmt die Leistung sehr schnell ab und der Motor dreht sich immer langsamer.“, erklärt Alain Horsmans, Physiklehrer und Projektleiter.

Von Entwurf bis hin zur Platine - alles Marke Eigenbau

Die Schüler bauten ihre Autos und Boote selbst. Am Anfang galt es Modelle zu entwerfen. Benötigte Teile wurden zum Teil ausgefräst oder aus Glasfaser hergestellt. Sogar die Platine der Elektronik wurde von den Schülern selbst entwickelt und auf der CNC-Fräse bearbeitet.

Und auch die Solarpanels haben die Schüler selbst aus einzelnen Zellen zusammengelötet. Die Reglung wurde so entwickelt und programmiert dass die Panels immer im MMP (Maximum Power Point) betrieben werden.

Joe, einer der Bastler erläutert: „Obwohl ich mich im Modellbau und dem Programmieren nicht auskannte, lernte ich es in diesem Projekt.“.

Solarpower nicht nur im Klassensaal sondern auch international!

Das freiwillige Projekt wurde im Jahr 2014 offiziell als Wahlfach angemeldet, sodass das Team seine Arbeit an festgelegten Stunden durchführen konnte und nicht verpflichtet war seine Freizeit dafür zu opfern.

Was die Schüler jedoch nicht davon abhielt trotzdem Überstunden zu machen, denn im Sommer 2014 startete das Team in Richtung Frankreich, nach Chambéry, sowie zum Solarevent nach Koblenz in Deutschland.

Hier nahmen sie an Solarrennen teil und erreichten in Chambéry den ersten und zweiten Platz und in Koblenz den dritten Platz.

Ihr Vorteil: durch die Live-Übertragung der Messdaten des Rennens konnten  die Autos so gesteuert werden dass die Akkus erst bei Rennende leer waren. Zeiger gaben an ob das Auto schneller fahren könnte oder das Tempo etwas drosseln müsste, um die Akkus vollständig zu leeren ohne schon zu früh die gespeicherte Energie verbraucht zu haben.

Die Schüler waren sogar mit einem Stand auf der Oekofoire 2014 zum Projekt „Solarmobilitéit“ vertreten um ihre solarbetriebenen Boote und Autos einem interessierten Publikum vorstellen.

Heimatsieg im SunCup 

Beim alljährigen SunCup in Colmar-Berg traten die Bastler 2014 nicht nur beim Rennen an sondern mussten sich und ihr Boot „Feierfuuss III“ auch vor einer Jury beweisen. Diese nahm die technischen Details unter die Lupe. Resultat: erster Platz im Rennen und in der Gesamtwertung!

Tom, einer der Schüler meint: „Programmieren, Basteltricks oder Motorwahlkriterien, ich habe sehr viel dazugelernt und würde es immer wieder tun.“

Im drauffolgenden Jahr verteidigte das LMRL-Team erfolgreich ihren Titel beim SunCup 2015. 

Der SunCup 2016 findet am 10. Juli statt zwischen 10 und 14 Uhr statt. Mehr Infos hier: http://solar.ltett.lu/.

Weitere Informationen und Fotos zum Projekt des LMRL hier: http://solar.lmrl.lu/

Das Projekt wurde unterstützt vom Fonds National de la Recherche im Rahmen des PSP Förderprogramms (siehe Infobox).

 

Editor: Sophie Steinmetz, FNR
Foto: LMRL

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