Trockeneis-Experiment: Zaubere eine Schaumsäule herbei!

20.04.18

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Hier findest Du eine kleine Anleitung wie man eine Schaumsäule mit Hilfe von Trockeneis herbeizaubert.

Achtung! In Anbetracht der Gefahrenhinweise (siehe unten) sollten diese Experimente sollten nur in Anwesenheit eines Erwachsenen durchgeführt werden.

Allgemeine Einführung

Trockeneis hat mit gefrorenem Wasser nichts zu tun, sondern es handelt sich hierbei um festes Kohlenstoffdioxid (CO2). Unter -78,48°C ist der Stoff fest, bei höheren Temperaturen wird er gasförmig, und zwar ohne vorher zu schmelzen, d.h. flüssig zu werden - daher der Name Trockeneis.

Durchführung

In ein mit Wasser und Spülmittel gefülltes Becherglas gibst du mit einem dicken Handschuh Trockeneisstücke hinzu. Die Flüssigkeit fängt an zu brodeln – langsam bildet sich ein Turm aus Seifenblasen der sich stetig über den Becherrand hinweg ausbreitet.

Ein weiterer interessanter Effekt lässt sich auf etwas andere Art erzielen. Diesmal bedienst du dich einer breiten Schüssel, in der nur warmes Wasser enthalten ist. Gebe Trockeneisstücke hinzu, bis es brodelt und dampft. Anschließend tränke einen langen Stofffetzen (etwas länger als der Durchmesser der Schüssel) in einer vorher zubereiteten Seifenlauge und reibe mit ihm zuerst nur den Rand der Schüssel ab. Dann tränke den Fetzen erneut und ziehe ihn in seiner Länge nach über die Schüssel von einem Rand zum anderen: Eine große Seifenhaut bildet sich über der Schüssel. Langsam steigt nun eine Seifenblase magisch hoch und zerbirst. 

Tipps

Die aufsteigende Seifenblase kann in Shows als Art Wahrsagerkugel eingesetzt werden, den Seifenschaum kannst du abschöpfen und effektvoll auf der Hand zerschlagen.  

Seifenexperimente kannst du mit Hilfe von Lebensmittelfarbe oder fluoreszierenden Farben (Fluorescein, Rodamin) in der Mischung noch weiter aufpeppen. Siehe auch: www.stevespanglerscience.com oder netexperimente.de/chemie für viele Experimente mit Trockeneis.

Prinzip

Das ausweichende Kohlenstoffdioxid wird von der Seife in Blasen eingefangen – im ersten Experiment sind diese zwar klein, aber so  reichhaltig vorhanden, dass sie sich zu einem Turm aufstapeln und schlussendlich aus dem Glas entweichen. 

Anschaffung

Kleine Mengen Trockeneis kannst du im Großhandel (z.B. Provençale) kaufen (Preis: 2-4 € pro kg). Zudem sind bei Luxair Catering am Flughafen direkt mehrere Kilo (min. 10 kg) zu haben (Tel: 24 56 59 86).

Lagerung

Das Trockeneis verflüchtigt sich relativ schnell, und da es keine Tiefkühltruhe gibt, die kalt genug ist, solltest du das Eis in möglichst gut isolierten Truhen aufbewahren. 10kg Anfangsgewicht sind trotzdem je nach Isolierung nach 24 Stunden auf mehr als die Hälfte geschrumpft.

Gefahrenhinweise
  • Trockeneis sollte nur mit dicken Handschuhen oder einer Zange angefasst werden, denn es ist extrem kalt und kann auf der nackten Haut bereits nach wenigen Sekunden zu starken Kälteverbrennungen führen, bei denen Haut und Gewebe absterben.
  • Bei versehentlichem Hautkontakt sofort entfernen! Nicht in den Mund nehmen und beim Experimentieren immer eine Schutzbrille tragen!
  • Außerdem muss Trockeneis in gelüfteten Räumen aufbewahrt werden. Das Gas kann sich bei Sublimation auf das 760-fache seines ursprünglichen Volumens ausdehnen: CO2 ist schwerer als Luft und hält sich am Boden; in Konzentrationen von über 5% ist es in der Atemluft erstickend (und geruchslos, also nicht einfach detektierbar).
  • Auch fest geschlossene Behälter können durch Druckaufbau im Inneren gefährlich werden: Beim Transport das Auto also gut belüften! Kleine Mengen Trockeneis können in der Kühlbox transportiert werden.

Text: Joseph Rodesch (FNR), Liza Glesener
Foto: Frank Meiers

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Infobox

Material

- Trockeneis*

- Glas / durchsichtige Schüssel

- Wasser

- Spülmittel

- Stofffetzen

- dicke Handschuhe

- Schutzbrille

*s.  a. Einleitung

Zeitaufwand


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