Weltfrauentag: Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen in der Forschung in Luxemburg

08.03.16

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Auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter in der Forschung hat Luxemburg noch einen weiten Weg vor sich.

Frauen sind in der Wissenschaftsgemeinschaft unterrepräsentiert, vor allem bei höheren Positionen. Laut den letzten „She-Figures“ der Europäischen Kommission waren 2012 nur 24% der Wissenschaftler in Luxemburg Frauen. Damit lag Luxemburg weit unter dem EU-Durchschnitt von 33%.

Sieht man sich die Geschlechteraufteilung im europäischen Durchschnitt an, stellt man auf dem Niveau der Studenten und Doktoranten noch eine leichte Mehrheit an Frauen fest. Je weiter man allerdings in der akademischen Karriereleiter steigt, umso auffälliger wird das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. So lag 2013 z.B. der Frauenanteil im europäischen Durchschnitt beim höchsten akademischen Grad (ordentlicher Professor) bei nur 20%, in Luxemburg bei gar nur 17 % (Trend steigend).

Chancengleichheit in Luxemburg: nur in Verwaltungsräten und wissenschaftlichen Ausschüssen

Des Weiteren findet man nur eine geringe Anzahl Frauen an der Führungsspitze von Hochschulen und Forschungsinstituten. In dem von der Europäischen Kommission veröffentlichen Dokument „She Figures 2015“ (siehe Infobox) werden eine Reihe Indikatoren dargestellt, bei denen Luxemburg in den meisten Fällen eher schlecht dasteht.

Eine Ausnahme stellt die Proportion der Frauen in Verwaltungsräten und wissenschaftlichen Ausschüssen dar, wo Luxemburg neben Schweden und den Niederlanden Klassenbester ist. Hier sind Frauen zu fast 50% vertreten.

Fonds National de la Recherche setzt sich gezielt für Chancengleichheit ein

Es gilt demnach bessere Voraussetzungen zu schaffen, um mehr Frauen den Zugang zu höheren wissenschaftlichen Positionen zu ermöglichen. Der Fonds National de la Recherche (FNR) spielt hierzulande bei der Rekrutierung von Forschern eine wesentliche Rolle, unter anderem durch seine PEARL und ATTRACT Programme. Diese dienen jeweils zur Rekrutierung und Finanzierung von exzellenten etablierten Wissenschaftlern und jungen hochtalentierten Wissenschaftlern, die durch ihre Forschung für Luxemburg wichtige strategische Bereiche weiter verstärken.

Der FNR setzt sich zum Ziel, die Anzahl der vom unterrepräsentierten Geschlecht eingereichten Bewerbungen bei seinen Finanzierungsinstrumenten PEARL und ATTRACT zu verdoppeln. Somit hat der Fonds die Möglichkeit das Problem der Gleichstellung der Geschlechter im Kern anzugehen und appelliert an die Empfängereinrichtungen einen gewissen Anteil an weiblichen Bewerbungen bei ATTRACT (40%) und PEARL (30%) einzureichen.

Erfolgsrate allgemein beim FNR bei Frauen und Männern quasi identisch

Wie sieht es mit der Chancengleichheit in den weiteren Programmen des FNR aus? Die Statistiken zeigen, dass die Erfolgsrate beim FNR bei Frauen und Männern quasi identisch sind. 38% aller eingereichten Finanzierungsanfragen und 37 % aller für eine Finanzierung zurückbehaltenen Projekte (2007-2015) wurden von Frauen eingereicht. Es kann demnach festgehalten werden, dass das Evaluierungsverfahren des FNR keine signifikanten Verzerrungen aufweist, was auch im externen unabhängigen Begutachtungsbericht der Western Michigan University bestätigt wird.  

Fokus der luxemburgischen Präsidentschaft des Europäisches Rats 2015

Die Förderung der Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen in der Wissenschaft war ebenfalls ein thematischer Schwerpunkt, der unter der luxemburgischen Präsidentschaft des Europäischen Rats im vergangenen Jahr angegangen wurde. Vorangetrieben von der luxemburgischen Regierung hat der Rat der mit Forschungspolitik betrauten Minister am 1. Dezember 2015 eine Reihe von Schlussfolgerungen gezogen und Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten ausgesprochen

Autor: FNR
Photo: Marc Schmit/© FNR (Forscher in Luxemburg v.l.n.r.: Laurent Pfister (LIST), Christiane Hilger (LIH), Christophe Sohn (LISER), Caroline Hornung (Université du Luxembourg)
Infografik: Emily Iversen (FNR)

 

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Infobox

She Figures

Die „She Figures“ Publikation der Europäischen Kommission ist die Hauptquelle pan-europäische, vergleichbarer Statistiken über den Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Forschung und Innovation. Der Bericht wird alle 3 Jahre veröffentlicht und deckt ein breites Spektrum von Themen: Anteile von Frauen und Männern unter Top-Level-Uniabsolventen, akademischem Personal und Verwaltungsräten; Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer in der Forschung; die Integration der Geschlechterdimension im Peer-Review von wissenschaftlichen Publikationen. Die aktuelle Brochüre präsentiert eine Reihe von vorläufigen Daten aus der kommenden „She Figures 2015“ Publikation und bietet insbesondere eine erste Ansicht des konkreten Engagements zur Gleichstellung der Geschlechter bei einer Auswahl europäischer Forschungseinrichtungen.

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