Der Saturnmond könnte Forschern zufolge lebensfreundlicher sein als bisher angenommen. Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt, dass Mikroorganismen in seinem verborgenen Ozean überleben könnten.
Der Saturnmond könnte Forschern zufolge lebensfreundlicher sein als bisher angenommen. Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München zeigt laut einer Mitteilung vom Donnerstag, dass Mikroorganismen in seinem verborgenen Ozean überleben könnten.
Ein Wissenschaftlerteam bildete dafür im Labor die Bedingungen auf dem Meeresboden des Eismonds Enceladus nach und entdeckte dabei, dass sich wasserstoffkonsumierende, methanproduzierende Einzeller an diese unwirtliche Umgebung anpassen können. Bisher wurde angenommen, dass diese Umgebung tödlich für solche sogenannten anaeroben Archaeen ist.
Aus menschlicher Sicht ist Enceladus alles andere als ein gemütlicher Ort - eisige Kälte, kaum Sauerstoff und unter seiner eisigen Kruste ein Ozean, dessen Wasser so ätzend ist wie Rohrreiniger. Anhand von Experimenten zeigten die Forscher nun, dass bestimmte Mikroorganismen dort überleben könnten.
Nach Angaben des LMU-Geobiologen William Orsi beweist die Studie "nicht, dass es Leben auf Enceladus gibt". Sie zeige aber, dass wesentliche geochemische Merkmale dort eine der ältesten Stoffwechselformen des Lebens ermöglichen könnten. "Enceladus gilt als einer der vielversprechendsten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben", erklärte Studienerstautorin Vanessa Helmbrecht.
Die ESA hatte kürzlich Pläne bekannt gegeben, auf einer für das Jahr 2042 geplanten Mission Proben aus den regelmäßig aus dem Eis des Saturnmonds schießenden Wasserfontänen nehmen zu wollen.