Die Trägerrakete Vega-C hat in der Nacht zu Dienstag erfolgreich einen Satelliten ins All gebracht, der den Sonnenwind erforschen soll. Die Trägerrakete hob um 00.52 Uhr Ortszeit (3.52 Uhr GMT) am Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ab.
Start einer europäischen Forschungsmission im Weltall: Die Trägerrakete Vega-C hat in der Nacht zu Dienstag erfolgreich einen Satelliten ins All gebracht, der den Sonnenwind erforschen soll. Die Trägerrakete hob um 00.52 Uhr Ortszeit (3.52 Uhr GMT) am Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ab und setzte knapp eine Stunde später in 700 Kilometern Höhe den Satelliten namens Smile aus, wie die Europäische Raumfahrtagentur ESA mitteilte.
An dem Smile-Satelliten ist auch das Chinesische Zentrum für Weltraumwissenschaften beteiligt. Mit seiner Hilfe soll erforscht werden, wie die Erde auf den Strom geladener Teilchen reagiert, der ständig von der Sonne abstrahlt. Die Teilchenströme können eine Geschwindigkeit von bis zu zwei Millionen Kilometern pro Stunde erreichen. Wenn sie auf das Magnetfeld der Erde treffen, werden sie fast vollständig abgelenkt. Geladene Teilchen, die dennoch in die Atmosphäre eindringen, reagieren dort mit anderen Teilchen und lassen dadurch die sogenannten Nordlichter entstehen.
Wenn der Sonnenwind besonders stark ist, kann es zu Sonnenstürmen kommen, die Störungen bei Satelliten, auf der Internationalen Raumstationen ISS oder auf bei der Telekommunikation auf der Erde auslösen können.
Der Smile-Satellit soll den Südpol in 5000 Metern Höhe überfliegen, um seine Daten an eine Basis auf der Antarktis übermitteln. Über dem Nordpol hingegen erreicht er eine Höhe von 121.000 Kilometern. Der Satellit wiegt etwa zwei Tonnen und hat zwei ausklappbare Solarzellenflügel.
Die Trägerrakete Vega-C war bis 2023 von Arianespace vermarktet worden. Seit diesem Jahr ist das italienische Unternehmen Avio für die Vega-C-Flüge verantwortlich. Der Starttermin war wegen eines technischen Problem vom 9. April in den Mai verschoben worden. Avio hat nach eigenen Angaben Aufträge für 16 Starts der Trägerrakete. Derzeit hebt sie dreimal im Jahr ab, künftig soll sie sechsmal jährlich starten.