Neu entdeckte Überreste einer 20 Meter langen Mauer aus der Zeit der Gallier könnten der Beweis dafür sein, dass Paris schon immer Paris war: Der jetzt ausgegrabene Mauerabschnitt war möglicherweise Teil der Befestigungsanlage des gallischen Ortes Lutetia.

Neu entdeckte Überreste einer 20 Meter langen Mauer aus der Zeit der Gallier könnten der Beweis dafür sein, dass Paris schon immer Paris war: Der jetzt ausgegrabene Mauerabschnitt war möglicherweise Teil der Befestigungsanlage des gallischen Ortes Lut

Neu entdeckte Überreste einer 20 Meter langen Mauer aus der Zeit der Gallier könnten der Beweis dafür sein, dass Paris schon immer Paris war: Der jetzt ausgegrabene Mauerabschnitt aus Steinen und Holz war möglicherweise Teil der Befestigungsanlage des gallischen Ortes Lutetia, den Julius Cäsar im Jahre 52 vor unserer Zeit eroberte, wie das französische Kulturministerium am Mittwoch mitteilte.

Cäsar beschrieb den Siedlungsort des gallischen Stammes der Parisii als eine Insel in einer Schleife der Seine. Der genaue Standort dieses gallischen Lutetia konnte bislang jedoch nicht zweifelsfrei bestimmt werden, manche Hinweise hatten eher auf eine Ansiedlung auf dem Gebiet der heutigen Vorstadt Nanterre westlich von Paris hingedeutet.

Das Kulturministerium bezeichnete den Fund als "großen Durchbruch" auf der Suche nach den Ursprüngen von Paris. "Wir haben es möglicherweise mit einem der wichtigsten jemals entdeckten Überreste zu tun, um das gallische Lutetia zu verstehen", erklärte Kulturministerin Cathérine Pégard. Der Fund könnte erstmals eine direkte Verbindung zwischen dem heutigen Paris, dem antiken Lutetia und dem von Cäsar beschriebenen gallischen Lutetia herstellen.

Das Mauerstück wurde bei Ausgrabungen unter dem Krankenhaus Hôtel-Dieu gefunden, das gleich neben der Kathedrale Notre-Dame auf der Seine-Insel Ile de la Cité im Herzen von Paris liegt. Per Radiokarbondatierung wurde die Mauer auf einen Zeitraum zwischen 200 und 10 Jahre vor Christus eingegrenzt. Brandspuren könnten mit dem Bericht von Julius Cäsar übereinstimmen, wonach die Gallier vor der Schlacht gegen die Römer ihre Bauwerke selbst in Brand setzten.

Die wissenschaftliche Sorgfalt mache weitere Prüfungen nötig, erklärte die Kulturministerin. "Doch die Übereinstimmung der Hinweise ist bemerkenswert", betonte sie.

Die spätere römische Stadt, die weiter den Namen Lutetia trug, entwickelte sich im ersten Jahrhundert unserer Zeit sowohl auf der Ile de la Cite als auch an beiden Ufern der Seine. Bei Ausgrabungen wurden unter anderem ein Amphitheater und Thermen gefunden, in denen heute ein Museum für mittelalterliche Kunst untergebracht ist.

Wissenschaftler wollen nun Abdrücke der etwa einen Meter hohen Mauer nehmen. Geplant ist eine künftige Rekonstruktion in einem Museum in Paris.