DDrei chinesische Raumfahrer sind an der Raumstation Tiangong eingetroffen. Nach dreieinhalbstündigem Flug dockte das Raumschiff Shenzhou-23 mit den Taikonauten an die chinesische Raumstation an, wie Chinas Behörde für die bemannte Raumfahrt mitteilte.
Drei chinesische Raumfahrer sind an der Raumstation Tiangong eingetroffen. Nach dreieinhalbstündigem Flug dockte das Raumschiff Shenzhou-23 mit den Taikonauten am Montagmorgen (Ortszeit) problemlos an die chinesische Raumstation an, wie die chinesische Behörde für bemannte Raumfahrt laut der Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte. Im Rahmen der Mission soll erstmals ein chinesischer Raumfahrer ein ganzes Jahr lang auf der Raumstation bleiben.
Die Raumkapsel Shenzhou-23 war vom Weltraumbahnhof Jiuquan im chinesischen Teil der Wüste Gobi gestartet, wie Bilder des chinesischen Staatsfernsehens zeigten. Ins All befördert wurde die Kapsel von der Trägerrakete Langer Marsch 2-F. Zehn Minuten nach dem Start trennte sich die Shenzhou-23 von der Rakete. "Die Astronauten sind in gutem Zustand, und der Start war ein kompletter Erfolg", teilte die Raumfahrtbehörde mit.
Die Raumstation Tiangong ist das Herzstück des ehrgeizigen chinesischen Raumfahrtprogramms. Ihre dreiköpfige Besatzung wird üblicherweise alle sechs Monate ausgetauscht. Dass nun erstmals ein Taikonaut ein ganzes Jahr in der Raumstation bleiben soll, wird von Peking als wesentlicher Schritt in den chinesischen Bestrebungen betrachtet, bis zum Jahr 2030 Menschen zum Mond zu schicken.
Welcher der drei Taikonauten ein Jahr im All bleiben wird, soll erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Mit der Shenzhou-23 reisten die Raumfahrer Zhu Yangzhu und Lai Ka-ying sowie die Taikonautin Zhang Zhiyuan zu der Raumstation. Der 39-jährige Zhu, der bereits an der Mission Shenzhou-16 teilgenommen hatte, ist der Kommandant der neuen Mission.
Lai ist chinesischen Staatsmedien zufolge der erste Raumfahrer aus Hongkong und arbeitete früher für die Polizei der chinesischen Sonderverwaltungszone. Hongkongs Regierungschef John Lee gratulierte dem 43-Jährigen dazu, den harten Auswahl- und Ausbildungsprozess bestanden zu haben.
Neben wissenschaftlichen Experimenten soll die Crew nach Angaben der chinesischen Raumfahrtbehörde auch Weltraumspaziergänge unternehmen sowie Fracht ein- und ausladen.
China will auch in der Raumfahrt eine Großmacht werden und investiert unter Staatschef Xi Jinping riesige Summen in sein Raumfahrtprogramm. In ihren Plänen für die Landung von Menschen auf dem Mond liefert sich die Volksrepublik ein Wettrennen mit den USA, die nach derzeitigem Stand für 2028 eine erneute bemannte Mondlandung planen.