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Du brauchst für dieses Experiment Tonpapier in verschiedenen Farben.

  • Tonpapier in verschiedenen Farben (am besten DINA4)
  • Wäscheleine oder Schnur
  • Wäscheklammern
  • Blatt Papier und Stift/Bleistift zum Notieren

30-60 min (eventuell länger, etwas Geduld ist nötig)

leicht

Am besten machst Du dieses Experiment, wenn es windstill oder nur leichter Wind ist. Damit das Papier nicht wegfliegt und genug Insekten unterwegs sind.

Eine fortgeschrittene Version dieses Experiments ist zu notieren, welche Tiere auf welchem Papier landen. Also zwischen einzelnen Insekten zu unterscheiden (Fliegen, Bienen, Wespen, etc.). Falls Insekten auf dem Papier landen, die Du nicht kennst, kannst Du zur Bestimmung auch eine App benutzen, z.B. inaturalist.

Durchführung

Hänge das Tonpapier draussen mit Wäscheklammern auf einer Wäscheleine auf oder spanne eine Schnur zwischen zwei Stühlen/Bäumen und hänge sie dort auf. Wir haben für unser Experiment weisses, gelbes, orangenfarbenes, rotes, lilafarbenes, blaues und grünes Tonpapier benutzt, aber Du kannst natürlich auch andere Farben ausprobieren. Schreibe dann noch die unterschiedlichen Farben auf ein anderes Blatt Papier, trete einen Schritt von der Wäscheleine zurück und warte.

Beobachte, ob Insekten sich auf dem Tonpapier niederlassen. Das kann eine Weile dauern. Es ist egal wie lange die Insekten auf dem Tonpapier bleiben, aber jedes Mal wenn ein Insekt sich niederlässt machst du bei der entsprechenden Farbe einen Strich. Je mehr Insekten du beobachtest, desto zuverlässiger sind deine Ergebnisse. Es sollten aber mindestens 20-30 Insekten auf dem Tonpapier gelandet sein, damit Du Vorlieben der Insekten erkennen kannst.

Insekten haben 6 Beine, wogegen Spinnen – die nicht zu der Familie der Insekten gehören – 8 Beine haben. Ebenfalls zu den Spinnentieren (mit 8 Beinen) gehören Milben und Zecken. Sie sind also keine Insekten. Typische Insekten, die Du im Garten beobachten kannst sind Fliegen, Stechmücken, Ameisen, Bienen, Wespen, Schmetterlinge.

Du solltest beobachten, dass Insekten eine Vorliebe für z.B. weisses oder gelbes Tonpapier haben, wogegen sie sich auf dem roten Tonpapier normalerweise nicht niederlassen.

Prinzip

Weisses Licht oder auch Sonnenlicht enthält alle Farben des Regenbogens. Jede Farbe entspricht einer bestimmten Wellenlänge.  

Menschen können Farben vom violetten bis zum roten Wellenlängenbereich sehen. Doch wie funktioniert das genau?  

Auf der Netzhaut des Auges von Menschen und Tieren befinden winzig kleine Sensoren, sogenannte Zäpfchen, die unterschiedliche Wellenlängten des Lichts verschlucken können, und diese Info dann über den Sehnerv an das Gehirn weiter leiten.

Gegenstände, die wir sehen, also auch Blumen, erhalten ihre Farbe indem sie verschiedene Wellenlängen des Lichts verschlucken (absorbieren) und andere zurückwerfen (reflektieren). Wenn wir roten Klatschmohn sehen, dann bedeutet dass, dass der Rotanteil des Sonnenlichts von der Blüte des Klatschmohns reflektiert wurde, alle anderen Wellenlängen (also z.B. blau, grün, gelb) von der Blüte verschluckt wurden.  

Das rote Licht, dass von der Blüte reflektiert wurde, landet also auf unserer Netzhaut und nach ein paar chemischen Signalen sagt unser Gehirn uns dann: die Blume ist rot!

Insekten sehen Farben etwas anders als wir und sehen auch andere Farben. Sie haben eine andere Kombination dieser Sensoren oder Zäpfchen, die besimmte Wellenlängen des Lichts verschlucken. Insekten können z.B. rot meist nicht sehen, dafür aber UV-Licht, das für uns unsichtbar ist. So können Insekten z.B. UV-Muster auf bestimmten Blüten sehen, wodurch sie eine Futterquelle erkennen.

Alltag

Pflanzen, die besonders auffällige Blüten haben, werden am liebsten von Insekten bestäubt. Weisse Margeriten sind gut sichtbar, weil deren Blüte einen guten Kontrast zum Hintergrund darstellt, der meist eine grüne Wiese ist.

Ein paar Schmetterlingsarten können auch ein bisschen rot sehen, so dass sie zur Befruchtung von roten Blüten beitragen. In den Tropen können die Bestäubung von roten Blüten aber z.B. auch Vögel übernehmen.

Neben der Farbe hilft aber auch der Duft von Blumen Insekten, dass sie den Weg zu ihnen finden.

Text und Foto: Michèle Weber (FNR)

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