Worum geht es in dieser Challenge?

Den Teilnehmern wird ein auffallend großer Oberschenkelknochen vorgelegt. Die Aufgabe besteht darin, die Größe der Person (oder besser gesagt: des Riesen) herauszufinden, zu der dieser Knochen früher gehörte.

Materialien: 77cm langer Knochen mit Maßangaben, Maßband, Stift, Papier, Skelett in menschlicher Größe.

 

Willst du es auch versuchen?

Der Knochen aus der Show (siehe obiges Foto) ist 77cm lang. Finde nun heraus, um welchen Knochen es sich handelt, indem du ihn mit dem unten abgebildeten Skelett vergleichst:

Sobald du es weißt, kannst du rechnen, wie groß der Riese ist!

Infobox

Lösung

Um herauszufinden, um welchen Knochen es sich handelt, kann dir das Skelett in menschlicher Größe behilflich sein.

Es handelt sich um den Oberschenkelknochen (Femur): Sein kugelförmiges oberes (proximales) Ende ist kennzeichnend für einen Knochen mit großer Gelenkbewegung, in diesem Fall bildet er mit den Hüftknochen das Hüftgelenk. Im menschlichen Körper gibt es nur zwei Kugelgelenke: Der Oberarmknochen (Humerus) bildet das zweite. Dieser ähnelt dem Oberschenkelknochen. Beide sind lange Knochen mit einem runden und einem flachen Ende; jedoch hat der Oberschenkelknochen eine verlängerte Spitze, auf der die fast kugelförmige Extremität sitzt, die in den Hüftknochen passt. Die Extremität des Oberarmknochens hingegen ist eher halbkugelförmig. Der Oberschenkelknochen trägt zudem das gesamte Körpergewicht und ist daher dicker und stabiler als der Oberarmknochen. Er der längste Knochen unseres Körpers.

 

Als nächstes musst du deinen eigenen Oberschenkelknochen messen und ihn mit deiner Gesamt-Größe vergleichen. Am besten misst du den Femur, indem du dein Knie anhebst und es zur Körpermitte hin hältst: so siehst du, wo dein Femur am Hüftgelenk ungefähr anfängt und wo er am Kniegelenk aufhört. Diese beiden Messungen (Oberschenkellänge und Körpergröße) misst du am besten an verschiedenen ausgewachsenen Menschen. Normalerweise solltest du jetzt feststellen, dass die Körpergröße und die Länge des Oberschenkels immer in einem Verhältnis von 1:4 stehen: die Körpergröße entspricht immer circa 4-mal der Länge des Oberschenkels.

Daraufhin kannst du die Länge des Riesenknochen einfach mit 4 multiplizieren, um die Größe des Riesen, zu dem der Oberschenkelknochen gehört, zu bestimmen. Nun hast du seine Körpergröße!

Der Oberschenkelknochen sollte etwa ¼ der Länge des menschlichen Körpers ausmachen. Da die genauen Verhältnisse nicht bei jedem Körper gleich sind, muss bei dieser Aufgabe eine ziemlich große Fehlermarge berücksichtigt werden.

Lösung: Der Riese ist 3 m groß. Jede Zahl zwischen 2,8 und 3,2 wäre ebenfalls richtig.

Willst du wissen, wie die Teilnehmer aus der Show diese Challenge gemeistert haben?

Dann schau dir die Episode Nr.9 an! (Wird am 2.03 veröffentlicht)

Was ist der wissenschaftliche Hintergrund zu dieser Challenge?

Ob in der Medizin, in der Forensik, in der Anthropologie oder in der Archäologie: Knochen sind in vielen Berufen wichtig. Sie können eine Vielzahl von Informationen über den Zustand des Körpers und über die Vergangenheit eines Individuums liefern. Größe, Alter (durch die Zahnentwickelung und dem Knochenabbau) und Geschlecht (durch die Knochenstruktur des Beckens und des Schädels) können somit geschätzt werden, aber auch komplexere Informationen wie der Gesundheitszustand: Manche Krankheiten verändern die Knochenstruktur, wie die rheumatoide Arthritis oder Metastasen. Der Ernährungszustand spielt ebenfalls eine Rolle: Knochen können Hinweise auf Mangelernährung oder spezifische Defizite geben. Ein Beispiel dafür ist Rachitis (bei Kindern) oder Osteomalazie (bei Erwachsenen), die auf einen Mangel an Vitamin D zurückzuführen sind.

Weitere genetische Anomalien wie Marfan-Syndrom können ebenfalls in den Knochenstrukturen sichtbar werden: Langschädel, Trichter- oder Kielbrust, Hochwuchs…

In den Bereichen Pädiatrie und Unfallmedizin können Knochen Auskunft darüber geben, ob ein Kind Frakturen oder andere Verletzungen erlitten hat, die nicht durch übliche Unfallhergänge zu erklären sind. Frakturen lassen sich oft durch die Analyse von Bruchlinien und Heilungsprozessen beurteilen.

Häufige körperliche Belastung kann zu Veränderungen in der Knochendichte oder der Form von Knochen führen (z.B. bei Sportlern).

Und nicht zuletzt kann über die Todesursache eines Menschen in der Forensik ermittelt werden: Verletzungen wie stumpfe Gewalt (z.B. durch Schläge) oder scharfe Gewalt (z.B. durch Waffen) hinterlassen charakteristische Merkmale.

 

Kurioses Wissen:

  • Der Oberschenkelknochen ist der längste Knochen des menschlichen Körpers.
  • Der Steigbügel (lat. Stapes) ist der kleinste Knochen des menschlichen Körpers. Er ist das dritte der Gehörknöchelchen im Mittelohr der Säugetiere. Mit seinen 3 Millimetern spielt er eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Schallwellen.
  • Knochen können sich selbst reparieren: Bei einem Bruch bildet sich neues Knochengewebe, das den Schaden (zumindest teilweise) repariert.
  • Weltraum-Osteoporose: Astronauten, die sich längere Zeit in der Schwerelosigkeit aufhalten, verlieren Knochenmasse (jeden Monat durchschnittlich 1 bis 2 %!). Der Knochenschwund tritt in der Schwerelosigkeit des Weltraums auf, da die Knochen den Körper nicht mehr gegen die Schwerkraft stützen müssen. Bei der Rückkehr zur Erde sind die geschwächten Knochen der Astronauten und Astronautinnen fragil und einem erhöhten Fraktur-Risiko ausgesetzt.
  • Bei den meisten Menschen ist die Körpergröße genauso lang wie die Armspannweite. Das Verhältnis zwischen Armspannweite und Körpergröße wird als Affenindex bezeichnet und stammt aus der Kletterszene. Wenn dein Affenindex größer als 1 ist, hast du wahrscheinlich einen Vorteil beim Klettern.
  • Die Hand ist ungefähr so lang wie das Gesicht (vom Kinn bis zur Stirn).
  • Wusstest du, dass die Füße i.d.R so lang sind wie die Unterarme?

 

Ein paar Eindrücke aus der neunten Folge

Autorin: Diane Bertel

Editorin: Lucie Zeches (FNR)

Fotos: Emmanuel Claude

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