Fotograf: Emmanuel Claude
STECKBRIEF
- Name: Leslie Bodé
- Alter: 19
- Schule: Lycée des Arts et Métiers Luxemburg (Kunstklasse)
- Hobbys: Filmmaking (sie würde gerne nach Toronto, eine Hochburg der Filmindustrie), Kunst, ein Animateur für Kinder sein beim SNJ (Service National de la Jeunesse), außerdem Gesang und Fußball.
- Best at: Leslie versucht immer, sich in verschiedene Charaktere und Geschichten hineinzuversetzen. Sie hat vor, in naher Zukunft Schauspiel zu studieren
- Lieblingsfach: Volume et conception 3D – ein Fach, das sie ein wenig mit Marketing vergleicht: Wie entwickelt man ein Produkt und wie vermarktet man es?
- Motto: Ein Satz von Marc: „Cry me a river, build a bridge and get over it.“
- Eine besondere Inspirationsquelle für Leslie ist ihr Bruder (der übrigens auch ein Kandidat der 3. Staffel ist): „Er ist die wichtigste Person in meinem Leben. Ich weiß, dass egal was passiert, er mich nie verlassen würde. Das ist die Motivation, die mich vorantreibt, das Beste aus meinem Leben zu machen. Ich möchte ein Vorbild für ihn sein.“
Wie war es, gegen deinen eigenen Bruder anzutreten?
Ich hatte großes Glück, dass ich nur einmal gegen ihn antreten musste, da wir anfangs beide in Team Rot waren. Es war keine echte Rivalität. Wir haben uns oft angeschaut und wussten irgendwie, was der andere in dem Moment gedacht hat - zum Beispiel, wie weit der Progress vom anderen Team war. Wir haben für uns beide gehofft.
Wir sind fast zwei Jahre auseinander und haben keine anderen Geschwister. Wir haben viel zusammen durchgemacht und können uns aufeinander verlassen. Das hat unsere Beziehung sehr besonders gemacht. Ich bin unglaublich dankbar, ihn zu haben. Ohne ihn wäre ich heute nicht die Person, die ich bin.
Wie fühlst du dich jetzt, da die Show vorbei ist?
Müde! Es war sehr intensiv. Take Off ist eine Erfahrung, die man im Leben nur selten macht.
Wenn man die Folgen im Fernsehen sieht, merkt man nicht, was wirklich dahintersteckt. Die Show ist nicht gescriptet – jede Aktion und jede Reaktion kann den Verlauf verändern.
Take Off holt Dinge aus Menschen heraus, von denen sie gar nicht wussten, dass sie sie besitzen. Gleichzeitig lernt man auch seine Schwächen besser kennen. Ich habe mich in dieser Zeit besser kennengelernt als in den 19 Jahren davor.
Als du dich bei Take Off angemeldet hast – was ging dir damals durch den Kopf?
Ich habe auf TikTok gescrollt und ein Video von Matthieu (Anm. d. Red: Matthieu Hoffman, Kandidat in der ersten Staffel) gesehen. Das fand ich richtig cool – aber ich dachte sofort: So eine Science Show könnte ich niemals machen.
Als Teilnehmer für die zweite Staffel gesucht wurden, dachte ich noch: Das ist viel zu wissenschaftlich für mich. Dann habe ich erfahren, dass man gar nicht unbedingt ein Wissenschaftsprofi sein muss. Es reicht, neugierig zu sein und die Welt entdecken zu wollen.
Ich wollte zuerst ein Praktikum dort machen, aber Joseph sagte mir, dass ich dann später nicht mehr an der Show teilnehmen könnte. Also habe ich ein Jahr gewartet – und schließlich die Wild Card Challenge gewonnen. (Anm. d. Red: Das Video mit den meisten Likes bekommt die Wild Card. Man kann es sich – und das aller anderen Teilnehmer – auf Leslies Instagram Account sowie auf dem Take Off Instagram Account ansehen.)
Als ich Marc erzählte, dass ich teilnehmen würde, lernte er gerade in der Küche. Er sagte mir, dass er gezögert hatte, mitzumachen. Ich weiß nicht, ob meine Teilnahme ihm den letzten Stoß gebracht und motiviert hat, mitzumachen. Das hat er mir nie gesagt.
Welche deiner Stärken haben dich bei Take Off am meisten vorangebracht?
Meine Kreativität und meine Ideen. Besonders im Finale war es wichtig, „out of the box“ zu denken. Mein Kopf sprudelt oft vor extravaganten Ideen. Meine Überlegungen helfen mir, Lösungen zu entwickeln. Manchmal überlege ich dann zu viel, und meine Gedanken kommen nicht so an, wie mein Mund sie vermittelt. Ich bin auch unglaublich vergesslich und lass mich viel zu schnell ablenken, was schwierig sein kann.
Was war deine absolute Lieblings-challenge – und warum gerade diese?
Episode 2 mit der Kommunikations-Challenge. Unsere Lösung war so kreativ und außergewöhnlich, dass es schon fast lächerlich war! Aber es hat super viel Spaß gemacht.
Dieses Theatralische und Chaotische hat mir besonders gefallen. Wir haben unglaublich viel unlogischen Blödsinn gemacht. Und trotzdem hat sich daraus ein Gesamtbild ergeben.
Vor allem diese Challenge hat uns sehr als Team zusammengeschweißt und ich hätte kein Team lieber gehabt als dieses. Für mich war dieses laute imperfekte Chaos genau das, was ich so an Team Rot liebte.
Wenn du eine Erfindung oder ein Objekt aus der Show mit nach Hause nehmen dürftest – welches wäre es?
Die Xylophon-Maschine aus dem Finale!
Marc hat eine unglaubliche Konstruktion gebaut: ein Xylophon, das mit Hilfe eines Akkuschraubers betrieben wird. Ein Rad wird in Gang gesetzt, auf dem Xylophon-Stöcke befestigt sind und über eine Art „Baum“ aktiviert werden. Dabei wird das Take Off-Intro gespielt, während gleichzeitig eine Kamera Obscura den Laser für den X-Wing aktiviert.
Ich weiß, dass Marc alles schaffen kann. Er könnte vermutlich eine Maschine bauen, die auch gleich die Wäsche wäscht und bügelt.
Gab es eine Challenge, bei der du kurz dachtest: „Okay, das wird jetzt schwierig“?
Ja: in Episode 3 bei der Musik-Challenge. Wir mussten ein Lied nachspielen; ich fand die Aufgabe ziemlich kompliziert. Marc hat das großartig gelöst!
Und dann gab es noch die Challenge, bei der eine Schachtel 40 Sekunden lang eine Rampe hinunterrollen musste (Ep. 4). Ich habe lange nicht gemerkt, dass meine Lösung komplett falsch war. Ich glaube, da war vor allem mein Ego das Problem. Ich wollte unbedingt recht haben und habe durch meinen Tunnelblick alle anderen Lösungen ausgeblendet.
Wie gehst du generell mit Stress um? Hast du ein persönliches Anti-Stress-Ritual?
Ich bin ein großer Prokrastinierer: ich arbeite am besten unter Druck. Ohne Stress bin ich manchmal ziemlich faul.
Es gibt guten und schlechten Stress. Der gute hilft mir beim Denken und Arbeiten. Der schlechte war zum Beispiel in den Duellen präsent. Normalerweise habe ich tausend Ideen im Kopf. Aber im Duell hatte ich plötzlich einen totalen Blackout. Mein Kopf war komplett leer: ich wusste nicht mal mehr, was ein Segel ist. Das war eine Seite von mir, die ich vorher nicht kannte und mich erschreckt hat. Das war schlimm.
Was war für dich der schönste oder lustigste Moment der Sendung?
Der schönste Moment war, als mein Bruder es in die Show geschafft hat. Ich habe mich so für ihn gefreut, dass ich ihm direkt in die Arme gesprungen bin. Ich habe gedacht: "Das ist genau, was ich will. Eine Erinnerung mit ihm, die ich mein Leben lang nie vergessen werde.“
Der lustigste Moment: Ich habe einmal den Kameramann mit Loris verwechselt. Er hielt ein Objekt in der Hand, und ich dachte, er wolle es mir geben. Ich wollte ihm seine Kamera abnehmen! Das war schon peinlich.
Wenn du Take Off in drei Wörtern beschreiben müsstest – welche wären das?
Intensiv
Inspirierend
Prägnant.
Welchen Rat würdest du Jugendlichen geben, die überlegen, sich für die nächste Staffel von Take Off zu bewerben?
Go for it! Du bist besser, als du denkst, und merkst es erst, wenn du es ausprobierst. Und wenn es beim ersten Mal nicht funktioniert, dann vielleicht beim zweiten! Es lohnt sich immer.
Gib dich nicht auf, bevor du überhaupt begonnen hast. Schon allein deshalb lohnt es sich – weil du dabei eine Seite an dir entdeckst, die du zuvor noch nicht kanntest.
Hast du schon eine konkrete Vorstellung davon, was du später einmal machen möchtest?
Das Leben ist unberechenbar. Ich wünsche mir, Schauspielerin zu werden und in der Filmbranche zu arbeiten. Besonders fasziniert mich, wie es gelingt, vor der Kamera echte Emotionen entstehen zu lassen und beim Publikum ein Gefühl von Nähe und Mitgefühl zu wecken. Überhaupt begeistert mich der gesamte kreative Prozess des Filmemachens.
Letzte Worte?
Das Leben hat so viel zu bieten – es wäre schade, sich von Angst zurückhalten zu lassen und all diese Chancen ungenutzt verstreichen zu lassen.
Durch Take Off habe ich mich selbst auf eine neue Weise kennengelernt. Ich habe Seiten an mir entdeckt, die mir zuvor völlig fremd waren – sowohl positive als auch solche, die mir zunächst Angst gemacht, mich aber zugleich inspiriert haben. Als ich aus der Show ausgeschieden bin, wurde mir klar, wie wichtig es ist, den Dingen nachzugehen, für die man wirklich brennt, ohne sich von möglichen Konsequenzen einschüchtern zu lassen. Echte Leidenschaft erfordert Mut und die Bereitschaft, Risiken einzugehen.
Auch das Reisen hat mir das deutlich vor Augen geführt: Nach Take Off habe ich innerhalb von zwei Monaten acht Länder bereist und dabei unglaublich viel gelernt. Den Mut dazu verdanke ich der Show. Sie hat mir das Selbstvertrauen gegeben, die Welt auch allein zu entdecken. Dafür bin ich sehr dankbar. Ohne Take Off hätte ich vermutlich nie den Schritt gewagt, allein nach Kanada zu gehen und ein ganzes Jahr getrennt von meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen (Anm. d. Red: Leslie verbringt aktuell ein Jahr in Vancouver).
Und zum Schluss: ein großes Dankeschön an alle hinter der Kamera. Dort arbeiten so viele talentierte Menschen, die so gute Arbeit machen. Und das alles mit voller Passion! Wenn jemand die 10.000€ wahrhaftig verdient hätte, dann wären sie es.
Autorin: Diane Bertel
Editorin: Lucie Zeches (FNR)