DESCOM, Uni Luxemburg

Was passiert im Gehirn eines Kindes mit ADHS? Diese Frage ist aktuell noch Bestandteil vieler Forschungsprojekte, aber einige mögliche Erklärungen gibt es schon. Diese werden aus der Perspektive eines Kindes in einem lustigen LUX:plorations Comic thematisiert: 

Auszug aus dem Comic. Der komplette Comic kann auf der Website des Projekts oder am Ende dieses Artikels kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

LUX:plorations-Comics: eine Zusammenarbeit zwischen Kunst und Wissenschaft

Die LUX:plorations-Comics erzählen Geschichten über Wissenschaft und Forschung im Großherzogtum. In der dritten Ausgabe können die Leser z. B. mehr über die Vor- und Nachteile von Künstlicher Intelligenz erfahren, einen Ausflug ins Gehirn einer Person mit ADHS machen und entdecken, wie Virtuelle Realität unsere Wahrnehmung von Zeit beeinflussen kann.

Die Comics wurden von einem Team junger luxemburgischer Wissenschaftler und Comiczeichner entwickelt. Angetrieben von Neugier und Lust auf Neues haben sie sich zusammengetan, um unterhaltsame und leicht zugängliche Geschichten über die Wissenschaft zu erschaffen.

In dem Comic über ADHS haben die Doktorandinnen Angélica Mendes der Universität Luxemburg und Félicia Jeannelle vom Laboratoire national de santé (LNS) mitgewirkt. Wir haben Félicia 3 Fragen gestellt:

Comic-Portrait von Félicia Jeannelle

Warum hast Du bei dem Projekt mitgemacht?

Für mich war LUX:plorations die ideale Gelegenheit, einem nicht-wissenschaftlichen Publikum Wissenschaft zu vermitteln und zu erklären. Mit diesem Comic wollte ich meine Leidenschaft für das menschliche Gehirn und meine Begeisterung für die Arbeit an diesem erstaunlichen Organ teilen.

Außerdem neigt man bei einer Doktorarbeit dazu, sich mehrere Jahre lang auf ein relativ geschlossenes Thema zu konzentrieren, ohne wirklich zu sehen, was um einen herum passiert, was die Kollegen im Labor nebenan machen usw. Daher war die Teilnahme an LUX:plorations eine gute Gelegenheit, Doktoranden aus verschiedenen Bereichen zu treffen und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Es war wirklich interessant und herausfordernd, unsere verschiedenen Forschungsgebiete miteinander zu verknüpfen und zu vergleichen, um einen verständlichen und kohärenten Comic zu erstellen.

Außerdem denke ich, dass es für die Öffentlichkeit wichtig ist, zu verstehen, was wir in unseren Laboren tun, warum die Wissenschaft z.B. in meinem Bereich der Neurowissenschaften so kompliziert ist. Ich glaube, dass Bilder und Comics eine großartige Möglichkeit sind, komplexe Forschungsthemen zu erklären.

Ich hoffe wirklich, dass ich mit diesem Comic das Interesse der nächsten Generation für die Forschung wecken kann, denn die Wissenschaft ist ein leidenschaftlicher Beruf und Leidenschaft beginnt schon im frühesten Alter!

Wie war die Zusammenarbeit mit der Comiczeichnerin?

Die Zusammenarbeit mit den Künstlern war großartig! Wir trafen zuerst Véro und Jessica, die sehr talentierte Künstlerinnen und großartige Mentoren sind! Ich habe viel von Véro gelernt, die uns die Grundlagen für die Erstellung von Comics beigebracht hat, und von Jessica mit ihrem ständigen Enthusiasmus und ihrer Motivation, bei der Ausarbeitung des Comics weiterzumachen.

Um unsere Geschichte zu entwickeln, haben wir mit Nadine Scholtes zusammengearbeitet, einer großartigen Illustratorin und Comiczeichnerin aus Luxemburg. Sie hat den Stil des Comics, den wir ausarbeiten wollten, sofort verstanden und vor allem ist es ihr gelungen, Najma und Neil (die Helden unserer Geschichte) so zu zeichnen, wie wir sie uns vorgestellt haben. Was in Anbetracht unseres mangelnden Zeichentalents keine Selbstverständlichkeit war...!

Woran forschst Du konkret?

Für meine Doktorarbeit untersuche ich die Signaturen und Reaktionen von bestimmten Zellen im Gehirn, den Astrozyten, auf den Botenstoff Noradrenalin. Ich untersuche dies anhand von Primärzellkulturen, d. h. Zellen die aus einem Gehirn isoliert wurden und im Labor erhalten werden. Ziel ist es, die Veränderungen im noradrenergen System und deren Auswirkungen auf die Astrozyten im Alzheimer-Gehirn zu verstehen.

Infobox

Über die Comiczeichnerin: Nadine Scholtes

Nadine Scholtes (geb. 1992) ist eine in Luxemburg lebende Comiczeichnerin und Illustratorin. Sie zeichnet schon ihr ganzes Leben. Mit 16 begann sie, am Lycée des Arts et Métiers Kunst zu studieren und erwarb einige Jahre später einen Bachelor-Abschluss in Kommunikationsdesign an der Hochschule Trier. 2019 wurde sie offiziell freischaffende Illustratorin und hat seitdem eine Vielzahl unterschiedlicher Aufträge angenommen. Einer davon ist der Comic Northstars Yule Be Sorry. Mit Cool Uncle schuf sie ihre eigene Comicserie.

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/ScholtesNadine/

https://freakvicky.wixsite.com/freakyvicky

https://www.instagram.com/scholtesnadine/

 

Der komplette Comic oder die einzelnen Geschichten können direkt auf der Website des Projekts oder am Ende dieses Artikels heruntergeladen werden. Sie sind in 5 Sprachen verfügbar (LU, DE, FR, ENG POR).

Die Comics sind eine Initiative des Projekts Doctoral Education in Science Communication (DESCOM) der Universität Luxemburg.

Hast Du Feedback zu den Comics?

Nimm bis zum 15. Januar an einer Umfrage teil und gewinne mit etwas Glück einen von 14 Preisen (dein personalisiertes Comic-Portrait gezeichnet von Andy Genen, der Comic „Fortifications“ von verschiedenen Künstlern aus Luxemburg, oder eine Eintrittskarte für das Luxembourg Science Center). Dein Feedback ist wichtig. um zukünftige Comics auf eure Interessen abzustimmen. Die Umfrage (auf Deutsch, Englisch oder Französisch) dauert 5-10 Minuten: https://ulsurvey.uni.lu/index.php/479748

Autor: DESCOM (Universität Luxemburg) in Zusammenarbeit mit Félicia Jeannelle (LNS) und Michèle Weber (FNR).
Redaktion: Michèle Weber (FNR)

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