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Ein Lichtjahr ist eine Einheit, mit der Distanzen gemessen werden. Auf den ersten Blick erscheint dies etwas verrückt, da der Begriff „Lichtjahr“ das Wort „Jahr“ enthält, was wiederum eine Einheit ist, mit der wir in der Regel eine Zeitdauer messen. Trotzdem dient das Lichtjahr dazu, eine Distanz zu messen.

Wenn die Astronomen mit ihren Teleskopen die Sterne beobachten, sind diese Distanzen enorm groß. Der nächste Stern beispielsweise (abgesehen von der Sonne) ist +/- 38 000 000 000 000 Kilometer weit entfernt. Und dies ist wie gesagt der nächste Stern. Es gibt Sterne, die Milliarden und Milliarden mal weiter entfernt sind. Wenn von solchen Distanzen gesprochen wird, ist der Kilometer eine Einheit, die sehr unpraktisch ist, da kein Mensch Zahlen aussprechen oder schreiben kann, die 20 oder noch mehr Stellen haben.

Um solch extrem große Distanzen zu messen, greifen wir also auf die Einheit Lichtjahr zurück. Das Licht bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von +/- 300 000 km/s. Ein Lichtjahr drückt also die Distanz aus, die das Licht innerhalb von 1 Jahr zurücklegen kann.

300 000 Kilometer/Sekunde x 60 Sekunden/Minute x 60 Minuten/Stunde x 24 Stunden/Tag x 365 Tage/Jahr
= 9 460 800 000 000 km/Jahr

Das ist eine große Distanz!

Die Methode, Distanzen in Lichtjahren zu messen, hat noch einen weiteren Vorteil: Sie hilft uns dabei, das Alter von Himmelskörpern festlegen zu können. Wenn beispielsweise ein Stern 1 Million Lichtjahre entfernt ist, dann hat das Licht von diesem Stern 1 Million Jahre gebraucht, um zu uns zu gelangen. Wir sehen den Stern also nicht in seinem aktuellen Zustand, sondern wir sehen in so, wie er vor einer Million Jahren ausgesehen hat. Ein weiteres Beispiel: Unsere Sonne ist 8 Lichtminuten weit entfernt. Wenn unsere Sonne also plötzlich explodieren würde, würden wir dies erst nach 8 Minuten sehen oder spüren, da das Licht 8 Minuten braucht, um von der Sonne zu uns zu gelangen.

Dieser Artikel erschien im Science News 05/2007.

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