(C) Michèle Weber (FNR), MOAST Creative Studio
Jérôme Paggetti und Etienne Moussay erforschen, wie Leukämie-Zellen ihr Umfeld verändern, um ihr Überleben zu fördern. Die beiden Forscher erhielten hierfür den FNR Award 2016 in der Kategorie "Herausragende Wissenschaftliche Publikation".
Jérôme Paggetti und Etienne Moussay arbeiten an chronischer lymphatischer Leukämie, CLL abgekürzt, eine Form von Blutkrebs. Sie haben die Interaktion zwischen Krebszellen und ihren benachbarten Zellen auf molekularer Ebene untersucht. Um besser zu verstehen, wie die Krebszellen des Tumors ihr Umfeld beeinflussen und überleben.
Krebszellen sondern winzige Bläschen ab
Jérôme Paggetti fasst die wichtigsten Beobachtungen der Publikation, für die sie einen FNR Award bekamen, zusammen: „Wir haben beobachtet, dass die Krebszellen winzig kleine Bläschen absondern – sogenannte Exosome – die anschlieβend von den benachbarten Zellen aufgenommen werden.“ Er fügt hinzu: „Mit den Bläschen werden Moleküle übermittelt, die die Eigenschaften der Nachbarszellen verändern. Letztere benehmen sich dann anders – so dass es vorteilhaft für das Überleben der Krebszellen ist.“ Die Forscher haben bereits begonnen zu untersuchen, ob eine Blockierung der Interaktion zwischen den Bläschen und den Nachbarszellen in aktuelle Behandlungen eingebunden werden könnte.
Über die Forscher
Jérôme Paggetti und Etienne Moussay sind zwei junge Wissenschaftler, die seit mehreren Jahren im Labor für experimentelle Krebsforschung am Luxembourg Institute of Health (LIH) tätig sind. Im Jahr 2015 haben sie eine neue Forschungsgruppe gegründet, die von Etienne Moussay geleitet wird. Die beiden veröffentlichen regelmäβig Artikel in anerkannten Fachzeitschriften und wurden 2013 in die „American Society of Hematology“ und die „American Association for Cancer Research“ aufgenommen. Etienne Moussay erhielt bereits 2012 einen FNR Award.
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Text: Michèle Weber (FNR)