Gonçalo Fonseca

FJSL

Der 14-Jährige Gonçalo Rafael Fonseca Correia ist Gewinner des nationalen Jonk Fuerscher Wettbewerbs.

„Die Ausrottung der Bienen ist unausweichlich. In China müssen die Blumen jetzt schon per Hand bestäubt werden.“ Gonçalo ist kein großer Optimist. Seine Sorgen sind jedoch teilweise berechtigt: Obwohl Honigbienen in naher Zukunft wohl nicht komplett aussterben werden, so ist ihre Lage doch beängstigend. Kein ernstzunehmender Wissenschaftler leugnet heute den Einfluss des Klimawandels und der Umweltverschmutzung auf das Artensterben.

Roboter aus einem Science-Fiction Film

Anstatt den Insekten später lange nachzutrauern, schlägt der 14-jähriger Schüler aus dem Lycée Bel-Val heute schon eine Lösung vor: warum nicht einfach einen Roboter erfinden, der die Blumen anstelle der Bestäuber befruchtet? Gonçalo macht sich ans Werkeln. Das Resultat könnte aus einem Science-Fiction-Film stammen.

Beerobot besitzt einen Rüssel, der mithilfe einer Miniatur-Pumpe Nektar saugt. Seine vier Räder lassen sich per App fernsteuern. Und Augen hat der Bienenroboter auch! Eine Webcam überträgt ein Live-Video auf das Smartphone, das man in eine VR-Brille legen kann. Das Nektarsammeln und die dadurch verursachte Bestäubung kann also bequem aus der Ferne gesteuert werden, ohne unnötig Arbeitskräfte aufs Feld zu schicken.

Gonçalo, der Autodidakt

Als sei seine Erfindung das Trivialste der Welt, erläutert Gonçalo die Anatomie seiner Maschine. Hier habe er ein bisschen gelötet, da etwas programmiert, dort ein wenig geschraubt. Dabei hat sich der 14-Jährige alles ausschließlich mithilfe von YouTube-Videos beigebracht.

„Einige der Clips sind auf Deutsch, doch die meisten sind auf Portugiesisch.“ Vor allem in Brasilien gäbe es eine große Computing-Szene, schwärmt der junge Erfinder. Letztes Jahr wollte er zwar in der Schule auch einen Programmier-Kurs absolvieren, doch der fiel aufgrund der Pandemie leider aus. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, seiner Leidenschaft nachzugehen.

Wissenschaft soll die Welt verbessern

Der Autodidakt programmiert aber nicht nur so zum Spaß! „Gute Wissenschaft sollte immer versuchen, die Welt zu verbessern“, findet Gonçalo. Daher begeistern ihn vor allem humanitäre Perspektiven.

Letztes Jahr beteiligte sich der Schüler bereits mit einem Forschungsprojekt am nationalen Jonk Fuerscher Contest der Fondation Jeunes Scientifiques Luxembourg (FJSL). Damals versuchte er herauszufinden, ob Veganer, Vegetarier oder Omnivoren einen gesünderen Lebensstil führen. Allerdings waren seine Stichproben zu klein, um daraus wissenschaftliche Erkenntnisse zu schließen. Doch Mitmachen sei alles, erklärt Gonçalo, und er habe viel aus seiner Erfahrung ziehen können.

„Ich fühle mich immer gut, wenn ich helfen kann.“

Und mit Erfolg! Dieses Jahr entwickelte der Schüler mit dem Beerobot eine originelle Idee und führte diese präzise aus. Auch die Jury konnte er von seiner Erfindung überzeugen. „Mein Cousin meinte von Anfang an, dass ich einen Preis gewinnen werde. Aber ich wollte nicht zu arrogant sein. Am Ende bringt das nur schlechtes Karma!“

Gonçalo liebt es zu programmieren. Darauf spezialisieren will er sich trotz großen Talents nicht. Einerseits seien die US-Amerikaner den Luxemburgern in der Software Entwicklung eh meilenweit voraus, da sie das von klein auf in der Schule lernen, klagt der 14-Jährige. Andererseits denkt Gonçalo, dass er als Mikrobiologe oder Pharmakologe der Menschheit am meisten beitragen kann. „Ich fühle mich immer gut, wenn ich helfen kann.“ Und wenn er der Landwirtschaft mit seinem Bienenroboter behilflich sein könnte, dann würde ihn das glücklich machen.

Autor: Leonardo Kahn
Redaktion: Michèle Weber (FNR)
Vidéo : FJSL

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