Rund 100 Jahre lang stand Neischmelz ganz im Zeichen der Stahlindustrie. Da versteht es sich von selbst, dass sich der Wandel hin zu einem lebenswerten Öko-Viertel nicht über Nacht vollzieht. Auf dem Weg in Richtung nachhaltige Zukunft hat die Stadt Dudelange einen Innovations-Hub geschaffen, der Startups aus dem Bereich Ökotechnologie beherbergt.

Wie kommt das Projekt voran?

Dan Biancalana, Bürgermeister von Dudelange, erläutert, dass es bis zur Fertigstellung des Öko-Viertels wohl zehn bis 15 Jahre dauern werde. „In dieser Übergangsphase wollen wir das Gelände sinnvoll nutzen. Neben dem Inkubator gibt es bereits eine Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende, einen Skate-Park und eine eine Künstlerkolonie. Ein Sportzentrum sowie ein Park werden demnächst eingeweiht.“

Wie lautet die Zielsetzung?

Der Dreh- und Angelpunkt des Standorts ist aber die alte Walzanlage, die bis 2005 von Arcelor als Verwaltungsgebäude betrieben wurde. „Hier werden mittelfristig Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnologie untergebracht, und zwar junge und sehr junge, die hier Ihr Basecamp aufbauen können“, erklärt Dan Biancalana. Dabei ist dem Bürgermeister die Synergie aus Stadt und Start-ups ein Herzensanliegen; da die Unternehmen mitten im entstehenden Öko-Viertel angesiedelt sind, können sie auch – so hofft Dan Biancalana – zu dessen nachhaltiger Entwicklung beitragen.

Wer sind die Partner des Innovation Hub?

Neben der Stadt Dudelange bringen sich das Wirtschaftsministerium, das 80% der Gebäude-Renovierungskosten trägt, Technoport und Luxinnovation mit in das Projekt ein. Die beiden letztgenannten Akteure stellen Ihre Expertise rund um Start-ups und ihr jeweiliges Netzwerk zur Verfügung. Dan Biancalana: „Auch denkbar ist z.B., dass Start-ups nach ihrer Zeit im Technoport zu uns kommen, denn neben Neugründungen können wir auch Unternehmen, die älter als zwei Jahre sind, Räumlichkeiten anbieten, dies zu gestaffelten Mieten.“

Welche Start-ups lassen sich in Dudelange nieder?

Als erstes Start-up hat im Februar 2018 LuxEm seine Zelte in Neischmelz aufgeschlagen. Mittlerweile sind sieben Unternehmen dort untergebracht. Die Angebote sind vielseitig: So liefert das Ökologie-Beratungsunternehmen We Think seinen Kunden Antworten auf unternehmerische und Umweltfragen. GreenBeeHave wiederum hilft Privatkunden und Unternehmen mit Hilfe einer partizipativen Plattform bei deren umweltbewussten Renovierungsprojekten. Unter dem Strich tragen alle ansässigen Start-ups dazu bei, aus Dudelange einen umwelttechnologischen Musterschüler zu machen – und aus dem Innovation Hub den Nukleus des Null CO2-Viertels Neischmelz.

Autor: Sven Hauser
Foto: Ville de Dudelange

 

Infobox

Innovation als Treiber

Die Bürger von Dudelange spielen beim Projekt Neischmelz eine zentrale Rolle – und das Echo ist bislang sehr positiv. Das ist wichtig, denn als ehemaliger Industriestandort erfindet sich Dudelange gerade neu, wobei Forschung und Innovation eine zentrale Rolle spielen. Neben der Logistikbranche haben sich auch Akteure aus dem Gesundheitsbereich hier niedergelassen, unter anderem die Integrated Biobank of Luxembourg (IBBL). Der Innovation Hub ist eine weitere Säule der Erneuerungsstrategie, so Dan Biancalana: „Wir wollen ,young professionals’ anziehen, die mit ihrem Entrepreneur-Spirit unsere wissensbasierte Wirtschaft voranbringen.“

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