Universität Luxemburg

Unter dem Motto „Geben wir Kunststoff ein zweites Leben!“ konnten die Besucher beobachten, wie Kunststoffflaschen (und zahlreiche andere aus Polymeren gefertigte Produkte) mithilfe der 3D-Druck-Technologie in hochwertigere Produkte umgewandelt wurden.

Ein zweites Leben für Kunststoff: Auf der Oekofoire 2016 wurde ein Upcycling-Projekt vorgestellt, das unter der Leitung der Uni Luxemburg ins Leben gerufen wurde.

Unter dem Motto „Geben wir Kunststoff ein zweites Leben!“ konnten die Besucher beobachten, wie Kunststoffflaschen (und zahlreiche andere aus Polymeren gefertigte Produkte) mithilfe der 3D-Druck-Technologie in hochwertigere Produkte umgewandelt wurden, wie zum Beispiel Handyschalen. „Das ist mehr als Recycling, das ist Upcycling!“, merkte der Dozent der Universität Luxemburg Claude Wolf an.

Claude Wolf hat die interaktive Anlage, die ein Einweg-Polymerprodukt in höherwertige Produkte umwandeln kann, gemeinsam mit Bachelor-Studenten des Fachbereichs Maschinenbau entwickelt. „Das „Upcycling“-Verfahren unterteilt sich in drei Hauptschritte: die Zerkleinerung des Ausgangsprodukts mit einem Schredder; die Herstellung einer neuen Polymerfaser und schließlich die Schaffung eines neuen Produkts mithilfe eines 3D-Druckers“, erklärte Claude Wolf. Die Anlage wurde vollständig von Studenten der Universität entworfen und gebaut.

Nach der Entwicklungsphase des „upAM“-Projekts (up-cycling Additive Manufacturing - aufwertende additive Fertigung) wird das Team demnächst in einer zweite Phase die Anlage im gesamten Land auf Informationsveranstaltungen in höheren Schulen, Studenten- und Umweltmessen, Wissenschaftsfestivals und ähnlichen Veranstaltungen vorstellen. Der Zweck dieser „Vorstellungstour“ besteht nicht nur darin, das Bewusstsein für die Kreislaufwirtschaft zu schärfen, sondern auch, neue berufliche Interessen in den Ingenieurwissenschaften anzuregen. „Dabei handelt es sich um eine großartige Gelegenheit, die verschiedenen Facetten des Maschinenbaus hervorzuheben und die an der Universität Luxemburg angebotenen Studien- und Karrierewege vorzustellen“, sagte Claude.

Was ist Kreislaufwirtschaft (Circular Economy)?

Auch wenn das Projekt noch weiterentwickelt werden muss, zeigen diese Tätigkeit und ihre potentielle kommerzielle Anwendung Fortschritte in Hinblick auf die Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch (beziehungsweise Verringerung der Korrelation zwischen beiden), was ein entscheidendes Konzept der Kreislaufwirtschaft ist. Im Gegensatz zum linearen Wirtschaftsmodell mit „Förderung, Produktion, Konsum, Entsorgung“, das aufgrund knapper Ressourcen allmählich seine Grenzen erreicht, konzentriert sich das Modell der Kreislaufwirtschaft mit „Wiederverwendung, Reparatur, Recycling“ auf die Suche nach einer neuen Verwendung vorhandener Materialien, um Produkte mit Wertsteigerung zu schaffen.

In diesem Modell sind sich die Verbraucher ihrer Auswirkungen auf die Umwelt bewusst und suchen nach Alternativen, ohne dabei Abstriche in ihrem Lebensstandard zu machen. Dieses stark vom Wirtschaftsministerium geförderte Konzept hat sich vor kurzem in Luxemburg etabliert und immer mehr Firmen übernehmen es, um ihre Kosten zu reduzieren und ihre unternehmerische Nachhaltigkeit zu verbessern.

Öffentliches Bewusstsein für Upcycling und Eco-Design schärfen

Dies deckt sich mit den Zielen des Luxemburg EcoInnovation Cluster, das von Luxinnovation, der nationalen Agentur für Forschung und Innovation, geleitet wird. Mit dem „upAM“-Projekt strebt der Verbund danach, das öffentliche Bewusstsein für die Vorteile und Grundsätze der Kreislaufwirtschaft zu schärfen, wie zum Beispiel Eco-Design, Wiederverwendung, Upcycling, usw.

Es handelt sich ebenfalls um ein hervorragendes Schaufenster für das erste FabLab (digitales Fertigungslabor) von Luxemburg, das gegründet wurde, um Menschen und Unternehmer dazu anzuregen, ihre innovativen Ideen durch den Zugang zu modernen digitalen Fertigungstechnologien in die Realität umzusetzen.  Diogo Lanca, einer der Studenten, der am „upAM“-Projekt teilgenommen hat, ist wirklich glücklich über diese Erfahrung und sagt: „Ich bin vom 3D-Druck so begeistert, dass ich dem FabLab beigetreten bin, um weiter in diesem Bereich zu arbeiten.“

Die erste Vorführung auf der Oekofoire hat bei den Besuchern, die sich besonders vom 3D-Drucker angezogen fühlten, für viel Interesse und Neugier gesorgt. Die nächste Vorführung wird am 7. Oktober 2016 auf der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Ingenieurausbildung in Belval stattfinden. Das „upAM“-Projekt wird vom Fonds National de la Recherche (FNR) gefördert.

Autor: Universität Luxemburg
Foto: Universität Luxemburg

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