(C) Institute of Immunology

Als sich 2006 das „Vogelgrippe“-Virus von Südostasien nach Zentralafrika verbreitete, flog ein Team des Luxemburger Instituts für Immunologie nach Nigeria und Burkina Faso. Ein weiterer Mitarbeiter reiste als offizieller Berater im selben Jahr nach Bosnien-Herzegowina, wo eine Masern-Epidemie ausgebrochen war.

Die Luxemburger Viren-Experten sind weltweit in Aktion – dies sowohl für Forschungsprojekte, als auch bei der Kontrolle von Virus-Epidemien oder dem Aufbau von Laboratorien in Entwicklungsländern.

Luxemburg bietet internationale Unterstützung in der Virusbekämpfung

„Wir liefern, was gebraucht wird – sei es technisches Material, Ausbildungen, Epidemie-Beratung und/oder Reagenzien“, erklärt Prof. Dr. Claude P. Muller, Leiter des Luxemburger Instituts für Immunologie.

Auch nach der Abreise der Luxemburger brechen die Kontakte nicht ab: „Wir unterstützen solche Partnerlabors weiterhin mit gutem Ratschlag, aber auch mit Ausrüstung im Rahmen von wissenschaftlichen Forschungsprojekten“, so Muller. Zudem befinden sich seit zehn Jahren fast jederzeit ein bis zwei Personen zu kurzen Weiterbildungen im Institut.

Das Luxemburger Institut ist Europäisches Referenzzentrum für Masern und Röteln. Zusätzlich befasst man sich hier intensiv mit rund einem Dutzend weiterer Human-Viren und einem halben Dutzend Tier-Viren.

Wenn Viren sich wandeln...

„Wir untersuchen Viren, die von einer geographischen Region in eine andere wandern, Viren, die den Wirtsorganismus wechseln und, allgemein, Struktur-Änderungen jeder Art“, erklärt Muller.

Wenn Viren sich wandeln, kann dies schon ein ernster Grund zur Besorgnis sein. In manchen Fällen werden sie „bloß“ schwieriger zu erkennen oder stärker gegen Impfungen. In anderen Fällen hingegen kann der Wandel dafür verantwortlich sein, dass Viren von einem Wirtsorganismus auf einen anderen überspringen können!

So bedingten eben solche Veränderungen, dass die nunmehr wohlbekannte Vogelgrippe auf einmal Menschen krank machen konnte. Auch die weltweite Ausbreitung der „Schweinegrippe“ in 2009 hatte ihren Ursprung in der Veränderungsfähigkeit von Viren.

Muller zufolge haben die Geschehnisse beim Ausbruch der Vogelgrippe international Augen geöffnet: Vielerorts ist die Reaktion und Handlungsfähigkeit beim Auftreten neuer Viren in den letzten Jahren erheblich besser geworden.

Dass die internationale Arbeit von Mullers Gruppe auch Luxemburg direkt zugute kommt, wurde spätestens dann offensichtlich, als die Schweinegrippe zu uns kam, geradewegs in die Hände der Experten.

Autor: Liza Glesener
Foto: ©Institute of Immunology

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