Valentin Emslander, Abderrahmane Mayouce

Valentin Emslander (links) und Abderrahmane Mayouce (rechts) gehören zu den diesjährigen Gewinnern des 3MT-Wettbewerbs von LuxDoc.

Beim sogenannten 3-Minute-Thesis (3MT)-Wettbewerb geht es für junge Forschende darum, ihre Doktorarbeiten kurz, prägnant und unterhaltsam zu präsentieren. In diesem Jahr sind die Preise an drei Nachwuchswissenschaftler aus dem Bereich der Medizin gegangen und außerdem an zwei Promovenden aus der Kognitionsforschung und den Ingenieurswissenschaften. Wer erfahren will, was Selbstbeherrschung mit mathematischen Fähigkeiten zu tun hat und wie Smartphones ausspioniert werden können, sollte sich die Videos der Preisträger Valentin Emslander und Abderrahmane Mayouce anschauen.

Selbstbeherrschung und mathematische Leistungen

In seinem Video stellt der Doktorand Valentin Emslander der Universität Luxemburg seine Zuschauer am Anfang mit einem kurzen Test auf die Probe: „Kannst Du an Deinem eigenen Ellenbogen lecken?“. Vielleicht zuckt man kurz und möchte es ausprobieren; die meisten werden aber wahrscheinlich der spontanen Verlockung nicht nachgeben und erst einmal dem kurzen Vortrag zuhören – man hat sich schließlich vorgenommen, etwas zu lernen und nicht, an seinem Ellenbogen zu lecken. Selbstbeherrschung. Genau darum geht es Valentin Emslander. In seiner Doktorarbeit möchte er herausfinden, wie der Zusammenhang zwischen Selbstbeherrschung und mathematischen Fähigkeiten ist.

Valentin hat hierfür ganz bewusst das Fach Mathematik ausgewählt – denn, dies wissen Forscher inzwischen, die mathematischen Fähigkeiten sind nicht nur wesentlich für das schulische Vorankommen, sondern auch für den Erfolg im Leben. Das zeigte sich auch in der Analyse des Forschers, der 4000 Studien auswertete, in denen insgesamt über 30.000 Vorschulkinder untersucht wurden. Neben den mathematischen Fähigkeiten, so zeigte sich, sind es auch die Leistungen des Kurzzeitgedächtnisses und die geistige Flexibilität der Kinder, die für deren mathematischen Fertigkeiten wichtig sind. Wichtig ist es, wie Valentins Emslander betont, hierbei vor allem die Zusammenhänge bei jungen Kindern zu verstehen, denn so lassen sich auch Ansatzpunkte entwickeln, mit denen man Lernschwächen begegnen kann.  

Lauschangriff mit Smartphones

Mit einem ganz anderen Thema beschäftigt sich Abderrahmane Mayouce an der Uni Luxemburg. Der Forscher nutzt in seiner Doktorarbeit das sogenannte maschinelle Lernen, um Sicherheitslücken bei Smartphones aufzudecken. Maschinelles Lernen bedeutet, so erläutert es Abderrahmane, Algorithmen zu nutzen, um Computern das selbstständige Lernen aus Daten zu ermöglichen – so wird es möglich, dass Computer auf Bildern beispielsweise Hunde von Katzen unterscheiden können, Netflix uns personalisierte Filmtipps vorschlägt oder Google Übersetzungen liefert.

Auf der anderen Seite, und dies konnte er in seiner Doktorarbeit zeigen, kann die Technik aber auch missbraucht werden, um mit dem eigenen Smartphone die Gespräche zu belauschen, die auf anderen Smartphones geführt werden. Das Wissen darum, wie dies funktioniert ist wichtig, um dem vorzubeugen. Bis dahin warnt Abderrahmane Mayouce etwas furchteinflößend: „Aufgepasst, jemand könnte mithören“.

Autor: Tim Haarmann
Redaktion: Michèle Weber (FNR)
Videos:
Valentin Emslander, Abderrahmane Mayouce

Infobox

Über den 3MT-Wettbewerb

Der 3MT®-Wettbewerb (Three Minute Thesis) feiert die spannende Forschung von Doktoranden. 3MT wurde von der University of Queensland (UQ) in Australien entwickelt und fördert akademischen, Präsentations- und Kommunikationsfähigkeiten der Studenten. Der Wettbewerb unterstützt ihre Fähigkeit, ihre Forschung in drei Minuten in einer Sprache, die für ein nicht spezialisiertes Publikum geeignet ist, effektiv zu erklären. Mehr Infos auf der Internetseite von LuxDoc, der Studentenvereinigung, die den Wettbewerb in Luxemburg seit 2020 organisiert.

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