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Aftermovie der FNR Awards Preisverleihung 2026
Am Donnerstag, dem 22. Oktober, verlieh der Luxembourg National Research Fund (FNR) in der Maison des Arts et des Étudiants in Esch-Belval sieben FNR Awards. Zu den Preisträgern des Jahres 2026 zählen Forscher, die sich mit Hirntumoren und der Nachkriegsgeschichte Luxemburgs befassen, ein Team, das neue Wege zur Stärkung der Immunabwehr gegen Krankheiten entwickelt, zwei Initiativen zur Wissenschaftsvermittlung sowie zwei herausragende Mentoren.
Bei ihrer ersten FNR Awards-Preisverleihung als Generalsekretärin des FNR hob Isabelle Mossong die Neugier, die Ausdauer und die Geduld hervor, die hinter der Forschung stehen, sowie die Rahmenbedingungen, die Forscher benötigen, um erfolgreich zu sein.
Hervorragende Forschung ist niemals das Ergebnis eines einzigen Durchbruchs. Sie entsteht durch jahrelange Neugier, Ausdauer und Zusammenarbeit. Die Leistungen, die wir heute Abend feiern, erinnern uns daran, was möglich ist, wenn Talenten die Chance gegeben wird, sich zu entfalten.
Isabelle Mossong, Generalsekretärin des FNR
Die Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, Stéphanie Obertin, nahm ebenfalls an der Zeremonie teil und gratulierte den Preisträgern.
Heute Abend feiern wir wissenschaftliche Exzellenz. Vor allem aber feiern wir die Menschen, die dahinter stehen.
Stéphanie Obertin, Ministerin für Hochschulwesen und Forschung
Die Gewinner
Die Preisträger erhalten einerseits eine Trophäe und eine Urkunde und andererseits einen Geldpreis in Höhe von €5.000.
Outstanding PhD Thesis
Doktoranden aller wissenschaftlichen Disziplinen in Luxemburg können sich für diesen Preis bewerben, ebenso wie Doktoranden die ihre Doktorarbeit im Ausland durchführten und dabei durch ein FNR-AFR-Stipendium gefördert wurden. In dieser Kategorie gab es zwei Gewinner:
Pilar María Moreno Sánchez (Luxembourg Institute of Health / University of Luxembourg)
Pilar Moreno hat ein neues Verfahren zur Erforschung des Glioblastoms entwickelt, eines aggressiven Hirntumors bei Erwachsenen. Sie hat Tiermodelle geschaffen, bei denen der Tumor eines Patienten mit einem menschlichen Immunsystem kombiniert wird. Diese Modelle spiegeln die Vorgänge im menschlichen Körper genauer wider und können früher Aufschluss darüber geben, wann eine Behandlung wahrscheinlich nicht anschlägt – was den Forschern hilft, sich auf die vielversprechendsten Therapien für die Patienten zu konzentrieren. Betreut wurde Pilar während ihrer Doktorarbeit von Dr. Anna Golebiewska und Prof. Simone Niclou.
Félix Streicher (Maastricht University)
Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzte Luxemburg zehn Jahre lang zwei deutsche Landkreise – ein weitgehend vergessenes Kapitel der Geschichte. Félix Streicher untersuchte mithilfe eines AFR-Stipendiums des FNR, was diese Besatzung für die einfachen Menschen bedeutete: in ihren Häusern, Dörfern, an ihren Arbeitsplätzen und in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Anhand von Archivmaterial aus sechs Ländern und Interviews mit Zeitzeugen zeigt die Doktorarbeit, wie Macht, Emotionen und sich wandelnde Geschlechterrollen den Alltag prägten – und das in einer Zeit, in der das Verständnis von Besatzungen nach wie vor von großer Bedeutung ist. Betreut wurde Félix während seiner Doktorarbeit von Prof. Dr. Georgi Verbeeck & Dr. Camilo Erlichma.
Ebenfalls nominiert in dieser Preiskategorie waren:
- Thomas Lavigne von der Universität Luxemburg, der ein Computermodell der menschlichen Haut entwickelt hat, um zu verstehen, wie sich Druckgeschwüre, auch als Dekubitus bekannt, bei Patienten bilden.
- Pablo Martinez Azcona von der Universität Luxemburg, der untersucht hat, wie sich Quantensysteme unter verschiedenen Arten von Rauschen entwickeln, was beispielsweise beim Bau eines Quantencomputers ein Hindernis darstellt.
Outstanding Scientific Achievement
Diese Preiskategorie soll dazu beitragen, dass sich die Vorstellung von einem erfolgreichen Forscher von einer Einzelperson, die publizieren muss, hin zu einem Team wandelt, das darauf abzielt, Wissenschaft und Gesellschaft zum Besseren zu verändern. Hier gab es dieses Jahr ein Gewinner-Team:
Carole Seguin-Devaux; Jacques Zimmer; Aubin Pitiot; Camille Rolin; Gilles Iserentant; Jean-Yves Servais; Xavier Dervillez; Rafaela Schober; Bianca Brandus (Luxembourg Institute of Health)
Mit dieser Auszeichnung wird ein vielversprechender Forschungsansatz gewürdigt, der unserem angeborenen Immunsystem dabei hilft, schädliche Zellen zu erkennen und seinen Angriff gezielt darauf zu richten. Diese Arbeit könnte eines Tages neue Möglichkeiten für die Bekämpfung von Krebserkrankungen und schwer zu behandelnden Infektionen eröffnen. Sie befindet sich zwar noch in einem frühen Stadium, doch die Ergebnisse deuten auf ein vielversprechendes Potenzial für zukünftige Behandlungsmethoden hin.
In dieser Kategorie waren zwei weitere Projekte nominiert:
- Anne Grünewald, Semra Smajic, Patrick May, Zied Landoulsi von der Universität Luxemburg. Durch den Vergleich von postmortem gewonnenem Hirngewebe von Menschen mit Parkinson und gesunden Menschen zeigten sie, wie sich Parkinson auf viele verschiedene Arten von Gehirnzellen auswirkt und wie sich diese Zellen verändern und miteinander interagieren.
- Adolfo del Campo von der Universität Luxemburg dessen Forschung schnellere und zuverlässigere Methoden zur Steuerung und Simulation komplexer Quantensysteme hervorgebracht hat.
Outstanding Promotion of Science to the Public
Dieser Preis kann an Einzelpersonen, Wissenschaftler, Lehrer usw., Institutionen oder gemeinnützige Vereine verliehen werden, die erfolgreich zur Förderung der Wissenschaft in der Öffentlichkeit in Luxemburg beigetragen haben. In dieser Kategorie gab es zwei Preise:
Anna Bordus and Oana Nicolae (Asteroid Foundation Luxembourg) für “Asteroid Day”
Der Asteroid Day wurde gemeinsam mit Schulen, Institutionen, Kulturpartnern und Inklusionsfachleuten aus Luxemburg sowie internationalen Wissenschaftlern und Experten organisiert. Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, zu vermitteln, wie Wissenschaft in der Praxis funktioniert: Beobachtung, Datenauswertung, Unsicherheit, Teamarbeit und Entscheidungsfindung.
Christina Siry; Sara Wilmes; Kerstin Te Heesen; Sergei Glotov (University of Luxembourg) für das “SciTeach Center”
In den letzten zehn Jahren hat das SciTeach Center Tausende von Grundschullehrkräften in ganz Luxemburg erreicht und ihnen dabei geholfen, Themen wie Naturwissenschaften im Freien, Nachhaltigkeitserziehung und vieles mehr zu erkunden. Die Zusammenarbeit steht im Mittelpunkt dieses Vorhabens: Die Aktivitäten werden gemeinsam konzipiert, in den Klassenzimmern und gemeinsam mit den Kindern erprobt und weiterentwickelt.
Ebenfalls nominiert waren:
- Céline Zimmer von der Universität Luxemburg, für ein Projekt, das aus einer Doktorarbeit hervorgegangen ist, in der anhand einer Ausstellung und öffentlicher Workshops untersucht wurde, wie Wohnungsgenossenschaften in Luxemburg bezahlbaren, gemeinschaftlich gestalteten Wohnraum bereitstellen könnten.
- Sophie Wagner und Sabine Schmitz von der Universität Luxemburg, für LCSB on Tour, eine Reihe öffentlicher Abendvorträge im ganzen Land, durch die die Forschungsergebnisse und Forscher des Zentrums den lokalen Gemeinschaften nähergebracht werden.
Outstanding Mentor
Dies ist der einzige FNR Award, bei dem die Nominierten nichts über ihre Bewerbungen wissen, da sie von Kollegen nominiert werden. Nominiert werden können Personen in jeder Karrierestufe, egal ob Berufseinsteiger oder erfahrene Fachkräfte. Hier gab es ebenfalls zwei Awards:
Gunnar Dittmar (Luxembourg Institute of Health)
Für den Leiter der Forschungsgruppe Proteomics and Cellular Signaling beginnt großartige Forschung bei den Menschen. Seine größte Leidenschaft ist es, jungen Forschern dabei zu helfen, ihren eigenen Weg zu finden. Er schafft Raum zum Ausprobieren, zum Wachsen und zur Selbstständigkeit. Wie er selbst sagt: „Forschung und Mentoring sind zwei Seiten derselben Medaille.“
Christophe Ley (Universität Luxemburg)
Das sagen die Personen, die den Associate Professor in Mathematics and Chair of Applied Statistics in Actuarial Sciences nominiert hatten:
„Unser Mentor gibt uns Erkenntnisse aus seinen eigenen Erfolgen, Fehlern und Umwegen weiter – insbesondere jene Aspekte, die man in Lehrbüchern nicht findet.“
„Die Wirkung seiner Mentorentätigkeit geht über die individuelle Unterstützung hinaus.“
„Er hat ein Forschungsteam aufgebaut, das auf gemeinsamen Werten, gegenseitigem Respekt und einer ausgewogenen Zusammensetzung basiert.“
Ebenfalls nominiert war:
- Giovanni Peccati, Professor of Mathematics und Head of the Department of Mathematics an der Universität Luxemburg.
FNR Awards 2027
Bewerbungen für die FNR Awards 2027 können ab Ende Dezember 2026 bis zum 10. Februar 2027 um 14:00 Uhr MEZ eingereicht werden. Weitere Informationen auf der Website des FNR.
- Outstanding PhD Thesis
- Outstanding Scientific Achievement
- Outstanding Mentorship
- Outstanding Promotion of Science to the Public
Erfahre mehr über alle Preisträger auf der FNR-Webseite.
Text: Emily Iversen, Michèle Weber, Linda Wampach (FNR)
Videos: MOAST Creative Studio
Redaktion: Michèle Weber (FNR)