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Die wesentliche Funktion eines Fensters besteht darin, einen Raum zu erhellen. Das allerdings funktioniert in der Regel nur tagsüber, weil es dann draußen hell ist. Lucan Nooi ist das nicht genug. Der 19-jährige Schüler des LJBM hat beim diesjährigen Wettbewerb Jonk Fuerscher sein Konzept eines Leuchtfensters präsentiert. Dieses sorgt auch nachts für Licht.

Lucan, wie bist du auf die Idee zu diesem Projekt gekommen?

Wir hatten das Thema Lichtmanipulation in der Schule und da kam mir dann die Idee zu dem Fenster. Ich wollte ein Konzept entwickeln, bei dem das Fenster nicht nur tagsüber dafür sorgt, dass das Zimmer hell wird, sondern auch nachts. Aus der passiven Lichtquelle würde somit eine aktive Lichtquelle. Bei meinen Recherchen zu umweltfreundlichen und praktischen Energiequellen bin ich dann auf zwei Konzepte gestoßen: eine mechanische Variante mit Solarmodulen und eine biologische Variante.

Wie funktioniert deine mechanische Variante?

Bei meinem Prototyp ist es so, dass sich auf dem Fensterrahmen ein Solarpanel befindet, das den Strom produziert. Dieser Strom wird tagsüber gespeichert und versorgt dann nachts die LED-Lichtleiste im Fenster. Bei meinem Prototyp waren die LEDs auf der Innenseite des Fensters. Mein Ziel ist es aber, die LEDs zwischen den Scheiben der Doppel- oder Dreifachverglasung zu installieren und durch eine entsprechende Lichtmanipulation dafür zu sorgen, dass die Lichtstrahlen in den Scheiben gebrochen werden. Das Glas würde dadurch milchig und man würde dadurch erreichen, dass abends dann trotz des Lichts niemand von außen reinschauen könnte.

Und willst du an diesem Prototyp noch weiter tüfteln?

Ja, ich überlege mir, wie ich das technisch noch verbessern könnte. Ideal wäre auf jeden Fall schon mal ein Aluminiumrahmen, weil der im Inneren hohl ist und man deshalb auch den Akku und alle weiteren Teile darin integrieren könnte. 

Und dann ist da ja noch deine biologische Variante – wie muss man sich das vorstellen?

Bei meiner Suche nach autonomen Lichtquellen bin ich auf Bakterien und Biofluoreszenz von Mikroorganismen gestoßen. Der große Vorteil hierbei ist, dass man erst gar nicht gewonnene Energie verbrauchen muss, um neue zu produzieren. Man hat einen natürlichen Ablauf ohne schädliche Ausstöße. Unter idealen Bedingungen könnte man also nahezu unbegrenzt Licht produzieren.

Aber dabei bist du dann ein wenig an deine Grenzen gestoßen, oder?

Ja, das stimmt. Ich selbst habe zwar die Idee, wie es funktionieren könnte, doch fehlen mir leider die Möglichkeiten, es zu testen oder aber einen richtigen Prototyp anzufertigen. Ich würde dazu aber gerne bei einem Labor anfragen, ob es mich dabei unterstützen könnte. Auch wenn ich bei meiner Recherche noch nicht auf Ergebnisse gestoßen bin, die meine Vermutung bestätigen, weil der Lichtausstoß bei der biologischen Variante momentan doch eher ziemlich gering ist, so glaube ich schon, dass es möglich ist, damit einen größeren Effekt zu erzielen. Ich hatte auch erwartet, dass es auf diesem Gebiet bereits mehr Forschungsergebnisse gibt

Das wäre dann ja vielleicht was für den nächsten Jonk-Fuerscher-Wettbewerb in 2022, oder?

Also wenn ich da mit meinem Projekt wirklich so weiterkomme, wie ich mir das vorstelle, würde ich das Ergebnis gerne beim nächsten Wettbewerb präsentieren.

Ist das ein Bereich, in dem es später für dich auch beruflich weitergehen könnte?

Ich würde gerne Architekt werden, und ich denke, das wäre eine Richtung, die mir auch sehr gefallen würde. Es geht ja vor allem darum, etwas zu kreieren, das es so noch nicht gibt. Und das interessiert mich schon sehr.

Interview: Uwe Hentschel

 

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