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Wasserbewegung steigert die Produktion von Biokraftstoffen aus Algen
Universität Luxemburg (DPhysMS)
Biokraftstoffe / Algen / Energie
Diese Studie versucht, ein zentrales Problem von Algen-Biokraftstoffen zu lösen: Wie lässt sich die Fettproduktion (der Rohstoff für Biodiesel) erhöhen, ohne das Zellwachstum zu bremsen? Üblicherweise werden Algen Stress ausgesetzt, um die Fettbildung anzuregen – etwa durch Nährstoffmangel oder Schwankungen von Licht oder Temperatur. Das verlangsamt jedoch ihr Wachstum und verringert somit die insgesamt verfügbare Biomasse.
Die Forschenden testeten einen anderen Ansatz: eine leichte Wasserbewegung soll die Kulturen anregen. Bei der beweglichen Alge Heterosigma akashiwo zeigte sich, dass die Fettproduktion dann stark steigt: Je nach Stamm bis auf fast das Vierfache, ohne die Biomasse oder die Zellgesundheit zu verringern. Das gilt allerdings nur, wenn diese Bewegung bereits zu Beginn des Wachstums statfindet. Beginnt man hingegen später damit, sind die Effekte deutlich weniger positiv; der Zeitpunkt der Anwendung scheint also entscheidend zu sein.
Diese einfache Methode könnte die Produktion von Biokraftstoffen aus Algen nachhaltig verbessern und so eine Alternative zu fossilen Brennstoffen bieten.
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Ein Netzwerk embryonaler Gene zur Behandlung resistenter Leukämien
Luxembourg Institute of Health (LIH)
Leukämien / Krebsforschung / Behandlung
Die akute myeloische Leukämie (AML) ist ein aggressiver Blutkrebs, bei dem sich unreife Zellen im Knochenmark ansammeln, statt sich in normale Blutzellen zu entwickeln. Trotz der derzeitigen Behandlungen erleiden viele Patienten Rückfälle oder entwickeln eine Resistenz gegen die Chemotherapie.
Diese Studie des LIH zeigt einen neuen schädlichen Mechanismus auf, der an einigen schweren Formen der AML beteiligt ist: die Reaktivierung von Genen, die normalerweise vor allem während der Embryonalentwicklung aktiv sind. Die von diesen Genen codierten Proteine ermöglichen es Krebszellen, unreif zu bleiben und Schäden durch Chemotherapie besser zu reparieren. Die Forschenden zeigen, dass das Blockieren der Wechselwirkung zwischen zwei dieser Gene (SIX1 und EYA1), insbesondere mit einem Molekül namens Benzaron, das Wachstum leukämischer Zellen verlangsamt und sie empfindlicher für Behandlungen macht.
Diese Ergebnisse eröffnen neue zielgerichtete therapeutische Strategien, die die Behandlung bestimmter Leukämien und möglicherweise auch anderer Krebsarten verbessern könnten.
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Cellulosefasern aus erneuerbaren Rohstoffen zeigen, dass sie einige synthetische Materialien ersetzen können
Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)
Fasern / Materialien / Nachhaltigkeit
Diese Veröffentlichung des LIST analysiert kritisch und umfassend die Verwendung regenerierter Cellulosefasern in Verbundmaterialien. Eine regenerierte Cellulosefaser ist eine Faser, die industriell aus natürlicher Cellulose hergestellt wird, die chemisch gelöst und anschließend wieder zu einem Filament geformt wird. Diese Fasern werden aus erneuerbaren Rohstoffen wie Holzzellstoff gewonnen und besitzen konstante und reproduzierbare Eigenschaften, was einen Vorteil gegenüber klassischen Naturfasern darstellt (die direkt aus natürlichen Materialien ohne größere chemische Umwandlung gewonnen werden, etwa Flachs oder Baumwolle). Obwohl sie meist teurer sind als diese, bleiben sie günstiger als hochleistungsfähige synthetische Fasern. Aus Umweltperspektive stellt ihre erneuerbare Herkunft einen Vorteil dar.
Trotz guter mechanischer Eigenschaften (insbesondere ihrer Fähigkeit, bei Stößen Energie zu absorbieren) ist ihre industrielle Nutzung bislang begrenzt. Gründe dafür sind die Vielfalt der Herstellungsverfahren, Unterschiede bei Kosten und Umweltwirkungen sowie die Schwierigkeit, sehr heterogene Studien miteinander zu vergleichen.
Die Autoren bewerten, in welchen Fällen regenerierte Cellulosefasern bereits einsatzbereit sind, welche Entwicklungen noch nötig sind und warum weiterhin eine Lücke zwischen Laborergebnissen und industrieller Anwendung besteht.
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KI vor Gericht: Kann man digitalen Beweisen vertrauen?
Universität Luxemburg (FDEF)
Künstliche Intelligenz / Recht / Gesetzgebung
Heute stützt sich die Polizei zunehmend auf Werkzeuge, die riesige Datenmengen analysieren können, um verdächtige Verhaltensmuster zu erkennen. Doch kann man den Ergebnissen solcher Systeme künstlicher Intelligenz vertrauen? Und wie lassen sich die Rechte beschuldigter Personen schützen?
Das vom FNR finanzierte Projekt CRIM_AI untersuchte, ob die derzeitigen Regeln strafrechtlicher Verfahren für von KI erzeugte Beweise geeignet sind. Das Projekt brachte mehrere Fachleute zusammen, um zu analysieren, wie verschiedene Länder KI in kriminalistischen Ermittlungen einsetzen.
Am Ende dieses Projekts wurde kürzlich ein Buch beim Verlag Bloomsbury Publishing veröffentlicht, das die Praktiken in Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten vergleicht. Es erklärt die Herausforderungen, schlägt konkrete Schutzmechanismen vor und zeigt, warum sich Gesetze angesichts des raschen Aufstiegs der KI weiterentwickeln müssen.
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Rückkehr von H5N1 und Zirkulation des Usutu-Virus: Bilanz der Vogelviren 2025 in Luxemburg
Luxembourg Institute of Health (LIH)
Vogelviren / Zoonosen / Überwachung
Das LIH hat in Zusammenarbeit mit der luxemburgischen Veterinär- und Lebensmittelverwaltung (ALVA) den ersten Jahresbericht zur Überwachung von Zoonosen aviären Ursprungs in Luxemburg veröffentlicht. Vier Viren wurden untersucht: Vogelgrippe, Newcastle-Krankheit, West-Nil-Virus und Usutu-Virus.
In Bezug auf die Vogelgrippe wurden 22 Wildvögel – hauptsächlich Kraniche – im Herbst 2025 positiv auf das hochpathogene H5N1 getestet, im Zusammenhang mit einer Welle in Westeuropa. Kein getestetes Säugetier war positiv. Bei der Newcastle-Krankheit wurde kein Fall in der Geflügelhaltung festgestellt, jedoch trugen einige wilde Tauben einen virulenten Stamm. Fälle des West-Nil-Virus wurden 2025 nicht festgestellt. Das Usutu-Virus wurde dagegen erneut zwischen Juli und September bei Vögeln nachgewiesen, was seine dauerhafte Etablierung im Land bestätigt.
Ziel ist es, aufkommende Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, ihre Übertragungswege besser zu verstehen und ihre Auswirkungen auf Nutztiere, Wildtiere und die Bevölkerung zu begrenzen.
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Autorin : Diane Bertel
Editorin : Lucie Zeches (FNR)