Klimawandel: Bis zu 6 % niedrigere Energiekosten für Unternehmen
Universität Luxemburg (SnT), Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)
Klima / Erneuerbare Energien / Technologie
Können Investitionen in klimafreudlichere Technologien Unternehmen helfen, ihre Energiekosten zu senken? Zu diesem Schluss kommt eine Studie des SnT, des LIST und von Creos (Betreiber der Strom- und Erdgasnetze in Luxemburg). Die Wissenschaftler zeigen, dass Industrieunternehmen ihre Energiekosten um bis zu 6 % senken könnten, wenn sie ihre bestehenden Anlagen mit elektrischen Lösungen kombinieren und ihren Stromverbrauch an die Bedürfnisse des Stromnetzes anpassen.
Wenn viel Strom aus erneuerbaren Energien verfügbar ist, nutzen die Unternehmen verstärkt ihre elektrischen Anlagen. Außerdem können sie dafür vergütet werden, ihren Stromverbrauch vorübergehend an den Bedarf des Netzes anzupassen. Unternehmen, die lediglich dann Strom verbrauchen, wenn die Preise niedrig sind, würden dagegen nur rund 0,3 % einsparen. Die Forschenden testeten diesen Ansatz an Industriekesseln, gehen jedoch davon aus, dass er sich auf viele weitere Anlagen übertragen lässt.
Diese Strategie könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken und gleichzeitig zur Stabilität des Stromnetzes beitragen.
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Alphabetisierung auf Französisch oder Deutsch: Kein Unterschied bei den Schulleistungen
Universität Luxemburg (FHSE, LUCET)
Alphabetisierung / Schule / Mehrsprachigkeit
Hat die Sprache, in der Kinder lesen und schreiben lernen, Einfluss auf ihren Schulerfolg? Um diese Frage zu beantworten, begleiteten Wissenschaftler des LUCET über zwei Jahre 83 Kinder, die am Pilotprojekt ALPHA – zesumme wuessen teilnahmen. Ihre Ergebnisse wurden mit denen von 429 Kindern mit vergleichbarem Profil („statistische Zwillinge“) verglichen.
Die Kinder wurden mehrfach getestet, um ihre Entwicklung in den Bereichen Lesen, Schreiben, Mathematik und Hörverständnis zu verfolgen. Zudem sammelten die Wissenschaftler Informationen von Eltern und Lehrkräften über die Motivation der Kinder und ihr Lernumfeld. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die schulischen Leistungen unabhängig von der Alphabetisierungssprache insgesamt vergleichbar sind. Kinder, die auf Französisch lesen und schreiben lernten, sind allerdings motivierter, diese Sprache zu lernen, und ihre Eltern fühlen sich besser in der Lage, sie schulisch zu unterstützen.
Die Autoren weisen darauf hin, dass die Kinder weiter begleitet werden müssen, um festzustellen, ob sich im weiteren Schulverlauf Unterschiede zeigen.
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Bluttest könnte Parkinson künftig früher erkennen
Universität Luxemburg (LCSB)
Neurodegenerative Erkrankungen / Diagnose / Parkinson
Könnte eine einfache Blutprobe künftig die Parkinson-Krankheit schon vor dem Auftreten erster Symptome erkennen? Wissenschaftler des LCSB haben einen vielversprechenden neuen Biomarker identifiziert: Veränderungen der mitochondrialen DNA, die sich im Blut nachweisen lassen. Dies könnte eine frühere Diagnose ermöglichen und helfen, verschiedene Formen der Erkrankung besser zu unterscheiden.
Die Studie zeigt, dass diese Veränderungen bei Menschen mit Parkinson häufiger auftreten. Mitochondrien sind die „Kraftwerke“ der Zellen und spielen bei bestimmten Krankheiten eine zentrale Rolle. Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass diese Veränderungen bereits bei Personen mit hohem Erkrankungsrisiko vorhanden sind, noch bevor Parkinson klinisch diagnostiziert wird. Damit könnte die Krankheit künftig schon im Vorstadium durch eine einfache Blutprobe erkannt werden.
Zudem zeigt das Team, dass dieser Biomarker noch aussagekräftiger wird, wenn er mit anderen Markern – insbesondere genetischen – kombiniert wird.
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Neue Übersichtsarbeit zeigt vielversprechenden Ansatz gegen Autoimmunerkrankungen
Luxembourg Institute of Health (LIH)
Autoimmunerkrankungen / Therapien / Reaktive Spezies
Warum greift das Immunsystem bei manchen Menschen den eigenen Körper an? In einer neuen Übersichtsarbeit beschreiben Wissenschaftler des LIH die Rolle sogenannter reaktiver Spezies. Diese kleinen Moleküle galten lange vor allem als schädlich, sind jedoch für ein gesund funktionierendes Immunsystem unverzichtbar – sofern sie in der richtigen Menge und am richtigen Ort vorhanden sind.
Die Forschenden zeigen, dass diese Moleküle eine Schlüsselrolle zwischen dem Stoffwechsel von Immunzellen und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, rheumatoider Arthritis oder Lupus spielen. Gerät ihr Gleichgewicht aus dem Lot, können sie chronische Entzündungen fördern und dazu führen, dass das Immunsystem gesundes Gewebe angreift.
Die Studie legt nahe, dass zukünftige Therapien das Immunsystem gezielter regulieren könnten, anstatt es insgesamt zu unterdrücken. Mehrere Ansätze werden bereits untersucht: darunter Therapien, die auf Mitochondrien abzielen, oder die gezielte Veränderung von Immunzellen.
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Leukämie: Das Immunsystem hilft, Patienten mit geringem Rückfallrisiko zu erkennen
Luxembourg Institute of Health (LIH), Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL)
Leukämie / Biomarker / Therapien
Warum bleiben manche Menschen mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) nach dem Absetzen ihrer Therapie in Remission, während andere einen Rückfall erleiden? Eine große europäische Studie mit Beteiligung von Forschenden des LIH und des CHL zeigt, dass Patienten mit anhaltender Remission eine enge Zusammenarbeit ihrer Immunzellen aufrechterhalten.
Die Wissenschaftler analysierten die Aktivität tausender Gene in Blutproben von 240 CML-Patienten. Dabei identifizierten sie Immunsignaturen – messbare Merkmale des Immunsystems –, die mit einer dauerhaften Remission nach dem Absetzen der Standardtherapie zusammenhängen. Bei Patienten mit Rückfall ist dieses Zusammenspiel dagegen gestört. Zudem identifizierten die Wissenschaftler mit dem Gen FLT3 einen Biomarker, der verschiedene Rückfallrisiken unterscheiden kann.
Langfristig könnten diese Erkenntnisse helfen, jene Patienten besser zu identifizieren, die ihre Therapie sicher beenden können.
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Hitzewellen: Luxemburger Bevölkerung unterstützt Anpassung der Städte
Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER)
Klima / Stadtplanung / Gesellschaft
Welche Maßnahmen sind Bürger bereit zu akzeptieren, um besser mit Hitzewellen umzugehen? Eine Studie des LISER zeigt, dass die Luxemburger Bevölkerung Maßnahmen zur Anpassung der Städte an den Klimawandel klar unterstützt. Mehr als 85 % der Befragten halten es für dringend notwendig, den urbanen Raum an künftige Hitzewellen anzupassen.
Am meisten Zustimmung erhalten Maßnahmen wie Sonnensegel sowie Brunnen und Sprühnebelanlagen im öffentlichen Raum. Auch mehr Begrünung und reflektierende Baumaterialien werden mehrheitlich befürwortet. Maßnahmen, die für Privatpersonen mit Kosten oder Einschränkungen verbunden sind, stoßen hingegen auf mehr Vorbehalte. Die Studie zeigt außerdem, dass öffentliche Einrichtungen deutlich leichter akzeptiert werden als Verpflichtungen für Hauseigentümer.
Die Ergebnisse legen nahe, dass Anpassungsmaßnahmen besonders dann auf breite Zustimmung stoßen, wenn sie konkrete Bedürfnisse des Alltags erfüllen.
Fast jeder zweite junge Mensch fühlt sich durch soziale Medien gestresst
STATEC
Soziale Medien / Jugend / Psychische Gesundheit
Laut STATEC geben 32 % der Internetnutzer in Luxemburg an, dass soziale Medien bei ihnen Stress auslösen. Besonders betroffen sind junge Menschen: 45 % der 16- bis 24-Jährigen und 49 % der 25- bis 34-Jährigen. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Anteil deutlich ab. Frauen und Männer sind ähnlich häufig betroffen.
Auch der Kontakt mit feindseligen Inhalten ist weit verbreitet. Fast jede zweite Person hat bereits beleidigende oder aggressive Inhalte im Internet gesehen. Besonders häufig betrifft dies junge Erwachsene: Bei den 16- bis 34-Jährigen liegt der Anteil bei rund 60 %. Die Angriffe richten sich vor allem gegen politische oder gesellschaftliche Ansichten, aber auch gegen ethnische Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung, Geschlecht oder Geschlechtsidentität.
Die Ergebnisse zeigen, dass problematische Inhalte in sozialen Medien viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen betreffen und eine wichtige Herausforderung für das digitale Wohlbefinden darstellen.
Luxemburgs Unternehmertum bleibt trotz wachsender Unsicherheit widerstandsfähig
STATEC
Unternehmertum / Wirtschaft / Gesellschaft
Trotz eines von wirtschaftlichen und geopolitischen Spannungen geprägten internationalen Umfelds bleibt das Unternehmertum in Luxemburg stabil. Laut dem Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 2025/2026 gehört die Bereitschaft zur Unternehmensgründung weiterhin zu den höchsten in Europa, auch wenn der Anteil der aktiv Gründenden leicht von 9,9 % auf 9,4 % zurückging. Die Angst vor dem Scheitern bleibt vergleichsweise gering.
Unternehmer setzen weiterhin auf künstliche Intelligenz und engagieren sich überdurchschnittlich stark für Nachhaltigkeit – auch wenn dieses Engagement leicht zurückgeht. Gleichzeitig entwickelt sich der Zugang zu Finanzierungen zu einem der größten Hindernisse für Unternehmensgründungen. Mehr als jeder zweite Gründer (52 %) berichtet von Finanzierungsschwierigkeiten – ähnlich häufig wie von hohen Immobilienkosten oder Fachkräftemangel.
Zudem erwarten viele steigende Produktionskosten und einen erschwerten Zugang zu internationalen Märkten.
Preise im Wohnungsbau ziehen deutlich an
STATEC
Bauwesen / Wirtschaft
Nach mehreren Halbjahren mit moderatem Anstieg steigen die Preise im Wohnungsbau in Luxemburg wieder deutlich. Verantwortlich dafür sind vor allem Dacharbeiten (+3,3 %) sowie Arbeiten an der Gebäudehülle (+3,0 %).
Auch der Rohbau bestätigt diesen Trend, insbesondere durch einen starken Anstieg bei Erdarbeiten (+3,3 %). Im Innenausbau verteuern sich vor allem Linoleum- und Kunststoffbodenbeläge (+4,7 %), Einbauschränke (+3,6 %) und Innentüren (+3,0 %). Die technischen Installationen verzeichnen dagegen mit +1,3 % den geringsten Anstieg. Photovoltaikanlagen, Wechselrichter und Batteriespeicher, die erstmals in den Index aufgenommen wurden, verteuern sich um 1,7 %.
Das STATEC hat Photovoltaikanlagen erstmals in die Berechnung des Baupreisindex aufgenommen, damit dieser die heutige Kostenstruktur im Wohnungsbau besser widerspiegelt.
Inklusion: Welche Maßnahmen verbessern das Leben von Menschen mit Behinderung wirklich?
Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER)
Inklusion / Gesellschaft / Behinderung
Wie lässt sich eine wirklich inklusive Gesellschaft schaffen? Und welche Maßnahmen sind tatsächlich wirksam? Eine systematische Übersichtsarbeit, an der das LISER beteiligt war, kommt zu folgendem Schluss: vor allem Maßnahmen, die soziale Beziehungen fördern (z. B. Selbsthilfegruppen oder Mentoring), Kommunikationsfähigkeiten stärken oder Familien unterstützen, sind tatsächlich erfolgreich. Dagegen zeigen Maßnahmen zur stärkeren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – etwa inklusive Freizeitangebote – uneinheitlichere Ergebnisse.
Die Wissenschaftler analysierten 50 Studien aus Ländern mit hohem Einkommen mit insgesamt mehr als 10.900 Teilnehmenden. Rund 40 % der Studien berichten über positive Effekte, während die übrigen gemischte oder keine eindeutigen Ergebnisse zeigen. Außerdem weisen die Autoren auf einen Mangel an Forschung zu strukturellen Hindernissen (wie Barrierefreiheit oder Diskriminierung) hin.
Das Fazit: Inklusion kann nicht allein auf den Fähigkeiten einzelner Menschen beruhen – auch das Umfeld, Institutionen und soziale Beziehungen müssen entsprechend gestaltet werden.
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Autorin: Diane Bertel
Editorin: Lucie Zeches (FNR)