Ein neuer Ansatz verbessert das Recycling im Bauwesen
Universität Luxemburg (FSTM)
Nachhaltigkeit / Materialien / Bauwesen
Wie lässt sich weiter bauen, wenn die natürlichen Ressourcen für die Betonherstellung knapp werden? Angesichts der zunehmenden Erschöpfung von Gesteinskörnungs-Steinbrüchen und der Rohstoffe für Zement schlagen Wissenschaftler der Universität Luxemburg einen neuen Ansatz vor, der auf Urban Mining basiert – sprich, der Rückgewinnung von Materialien aus abgerissenen Gebäuden.
Ihre Studie untersucht Verfahren zum Recycling von Bau- und Abbruchabfällen. Werden diese Materialien richtig sortiert und aufbereitet, stellen sie einen hochwertigen Rohstoff dar. Die Forscher entwickelten eine Methode, die Geologie und Ingenieurwissenschaften kombiniert, um Materialien nach Herkunft, mineralischer Zusammensetzung und mechanischen Eigenschaften zu klassifizieren. So lässt sich bestimmen, welche Aufbereitungsschritte erforderlich sind, damit sie wiederverwendet werden können.
Dieser Ansatz trägt zu einem nachhaltigeren Ressourcenmanagement im Bausektor bei.
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Grenzüberschreitende Mobilität: Bis 2040 droht chronische Verkehrsüberlastung rund um Luxemburg
Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER)
Grenzüberschreitende Mobilität / Infrastruktur / Stadtplanung
Wie lassen sich immer mehr Grenzpendler befördern, ohne die Straßen zu überlasten? Dieser Frage geht eine LISER-Studie im Rahmen des europäischen Projekts MMUST nach, die die Entwicklung der Mobilität in der Großregion bis 2040 simuliert. Den Autoren zufolge werden die geplanten Investitionen in Straßen, Bahn, Straßenbahn und Park-and-Ride-Anlagen nicht ausreichen, um den Mobilitätsanstieg aufzufangen.
Die Prognosen zeigen, dass Luxemburg aufgrund seiner wirtschaftlichen Attraktivität weiterhin mehr Grenzpendler anziehen wird – insbesondere aus Frankreich. Das Modell geht von einem Anstieg der Verkehrswege um 18 % aus, wobei das Auto das mit Abstand wichtigste Verkehrsmittel bleibt. Verkehrsstaus werden sich zunehmend auf Nebenstraßen und Wohngebiete verlagern.
Die Studie betont, dass neue Infrastruktur allein nicht ausreicht. Die Autoren empfehlen einen integrierten Ansatz, der Raumplanung, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Wohnungsbaupolitik verbindet, damit Mobilität nicht zum größten Entwicklungshemmnis der Großregion wird.
Wenn die emotionale Bindung an eine Region zur Stärke ihrer Bewohner wird
Universität Luxemburg (FHSE)
Region / Deindustrialisierung / Gesellschaft
Warum fühlen sich manche Menschen ihrer Region eng verbunden, während andere ihre Chancen anderswo suchen? Dieser Frage widmet sich eine Studie der Universität Luxemburg, die in der französisch-luxemburgischen Grenzregion durchgeführt wurde. Den Autoren zufolge ist eine starke Ortsverbundenheit ein wichtiger Motor für Engagement und erhöht die Bereitschaft, in einer Region zu bleiben.
Die Wissenschaftler führten 60 Interviews mit Bewohnern des Raums Alzette-Belval – einer Region, die von Deindustrialisierung und erheblichen territorialen Ungleichheiten geprägt ist. Die emotionale Bindung an den Wohnort hilft den Menschen, vorhandene Ressourcen besser zu erkennen, lokale Chancen zu nutzen und sich aktiv an der Entwicklung ihrer Region zu beteiligen. Menschen mit einer geringeren Bindung investieren ihre Ressourcen hingegen eher anderswo.
Die Studie zeigt, dass die Verbundenheit mit einer Region eine wesentliche Ressource ist, um die Handlungsmöglichkeiten der Bewohner zu stärken und die Entwicklung postindustrieller Regionen zu fördern.
Luxemburg veröffentlicht Open-Source-Tool zur Zertifizierung vertrauenswürdiger KI
Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST), Universität Luxemburg (SnT)
KI / Regulierung / Sicherheit
Wie lässt sich sicherstellen, dass ein KI-System zuverlässig, fair und mit den europäischen Vorschriften konform ist, bevor es eingesetzt wird? Um diese Herausforderung zu bewältigen, haben das LIST und die Universität Luxemburg den Open-Source-Tool "AI Assessment Sandbox Configurator" entwickelt. Das Tool ermöglicht es Organisationen, eine individuelle Testumgebung für ihre KI-Systeme einzurichten.
Nutzer können passende Tests, Prüfverfahren und Datensätze auswählen und anschließend Dashboards sowie Berichte erstellen, um die Anforderungen der europäischen KI-Verordnung zu erfüllen.
Solch ein Werkzeug erleichtert den verantwortungsvollen und sicheren Einsatz künstlicher Intelligenz.
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Fake news: Algorithmen verstärken die Verbreitung irreführender Inhalte
Universität Luxemburg (FDEF)
Desinformation / Digitalisierung / Algorithmen
Warum verbreiten sich Fake news so schnell und warum sind sie so schwer zu bekämpfen? Die wissenschaftliche Abteilung der Chambre des Députés zeigt, dass Desinformation das Ergebnis eines komplexen sozialen, politischen und technologischen Umfelds ist. Digitale Plattformen und ihre Algorithmen spielen bei ihrer Verbreitung und Verstärkung eine zentrale Rolle.
Generative KI, Deepfakes und Social Bots erleichtern die massenhafte Erstellung irreführender Inhalte. Technologische Gegenmaßnahmen allein reichen derzeit nicht aus, um deren Produktions- und Verbreitungsmechanismen zu stoppen. Zudem sind automatisierte Erkennungssysteme insbesondere für ressourcenarme Sprachen wie Luxemburgisch noch nicht ausreichend präzise.
Die Studie zeigt außerdem, dass Desinformationskampagnen das Vertrauen in Medien und Institutionen untergraben, die gesellschaftliche Polarisierung verschärfen und die Demokratie gefährden. Die Autoren empfehlen eine stärkere Regulierung der Plattformen, Medienkompetenz, die Förderung hochwertigen Journalismus sowie weitere Forschung zu Informationsökosystemen.
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Multiple Sklerose: Proteine von nahem beobachten, um Nervenzellen zu schützen
Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB)
Neurodegenerative Erkrankungen / Multiple Sklerose / Mikroskopie
Multiple Sklerose ist eine schwere neurodegenerative Erkrankung, von der weltweit rund 2,8 Millionen Menschen betroffen sind. Dank eines neuen Mikroskops am LCSB können Forscher nun Aufbau und Bewegungen der an der Krankheitsentwicklung beteiligten Proteine im Nanometermaßstab sichtbar machen.
Die am LCSB betriebene Forschung verbindet hochmoderne Mikroskopie, chemische Biologie und Proteomik (die Untersuchung aller von einer Zelle produzierten Proteine), um die Prozesse zu entschlüsseln, die zur Degeneration von Nervenzellen führen. Ziel ist es, neue therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren, die das Nervensystem vor Schäden schützen können.
Über die Multiple Sklerose hinaus besteht Hoffnung, dank dieser neuen Technologie auch Mechanismen aufzudecken, die zum besseren Verständnis anderer neurodegenerativer Erkrankungen (wie Parkinson oder Alzheimer) beitragen.
Hirntumoren: Warum kehren manche Tumoren trotz Behandlung zurück?
Luxembourg Institute of Health (LIH)
Krebsforschung / Genomik / Gesundheit
Warum kehren manche Hirntumoren selbst nach Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie zurück? Eine große internationale Studie unter Beteiligung des LIH liefert neue Erkenntnisse: Die Anreicherung sogenannter unreifer Zellen begünstigt dieses Wiederauftreten.
Die Forscher verfolgten die Entwicklung einer bestimmten Form von Hirntumoren (Gliome mit einer spezifischen Mutation) und analysierten Tumorproben in verschiedenen Krankheitsstadien. Mithilfe moderner Genomik und Einzelzellanalysen fanden sie heraus, dass wiederkehrende Tumoren durch die Anhäufung unreifer (schnell teilender) Zellen aggressiver werden und sich so besser gegen Behandlungen behaupten. Dabei identifizierten sie sowohl genetische Veränderungen in den Tumorzellen als auch entscheidende Wechselwirkungen mit der Tumorumgebung.
Diese Erkenntnisse ebnen den Weg für stärker personalisierte Therapien und deuten darauf hin, dass auch der Zeitpunkt der Behandlung entscheidend für den Therapieerfolg sein könnte.
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Soziale Netzwerke: 68 % der luxemburgischen Internetnutzer verwenden sie 2025
STATEC
Soziale Netzwerke / Digitalisierung / Gesellschaft
Soziale Netzwerke spielen im Alltag eine immer größere Rolle. Die neusten STATEC-Daten zeigen eine Rekordzunahme ihrer Nutzung in Luxemburg. Im Jahr 2025 verwenden 68 % der Internetnutzer soziale Netzwerke, gegenüber 62 % im Jahr 2021.
Der Anstieg betrifft vor allem passive Nutzungsformen wie das Konsumieren von Inhalten. Das Veröffentlichen von Beiträgen oder Fotos geht leicht zurück. Facebook bleibt mit 72 % das meistgenutzte Netzwerk, verliert jedoch gegenüber Instagram (68 %) und insbesondere TikTok, dessen Nutzung innerhalb von vier Jahren von 19 % auf 31 % gestiegen ist. Vor allem unter den unter 35-Jährigen dominieren Instagram und TikTok, während ältere Generationen überwiegend Facebook nutzen.
Die Studie zeigt außerdem eine hohe Nutzungsintensität: 89 % der Nutzer greifen täglich auf soziale Netzwerke zu, und 64 % verbringen dort mehr als eine Stunde pro Tag.
Mehr Verkehrstote in Luxemburg trotz stabiler Unfallzahlen
STATEC
Verkehrssicherheit / Unfallforschung / Gesellschaft
Nach den neuesten STATEC-Daten wurden in Luxemburg 2025 insgesamt 1.126 Verkehrsunfälle registriert – eine Zahl, die trotz stetig zunehmenden Verkehrsaufkommens seit vier Jahren relativ stabil ist. Gleichzeitig ist die Zahl der Verkehrstoten deutlich gestiegen: 29 Menschen kamen ums Leben, gegenüber 18 im Jahr 2024. Ein Anstieg von über 60 % innerhalb eines Jahres.
Unfälle mit Motorrädern, Fahrrädern und E-Scootern nehmen zu und spiegeln die wachsende Bedeutung dieser Mobilitätsformen wider. Auch Fußgänger waren 2025 besonders betroffen. Die Studie zeigt außerdem, dass überhöhte Geschwindigkeit weiterhin der wichtigste Risikofaktor ist und bei nahezu jedem vierten Unfall eine Rolle spielt – noch vor Alkohol, der an 19 % der Unfälle beteiligt war. Mehr als die Hälfte aller Unfälle ereignen sich innerorts; der Kanton Esch-sur-Alzette bleibt die unfallträchtigste Region des Landes.
Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit, Präventionsmaßnahmen insbesondere gegen überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer und zum Schutz besonders gefährdeter Verkehrsteilnehmer zu verstärken.
KI macht den Arbeitsmarkt transparenter und fairer
Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)
KI / Arbeitsmarkt / Chancengleichheit
Wie findet man sich auf einem Arbeitsmarkt zurecht, auf dem sich Berufe schneller verändern als Ausbildungsangebote? Das LIST hat ein KI-gestütztes Werkzeug entwickelt, das Lebensläufe, Stellenanzeigen und Ausbildungsprogramme automatisch analysiert, Kompetenzen extrahiert und sie in europaweit einheitliche Termini übersetzt.
Konkret wandelt das Tool unterschiedliche Dokumente in standardisierte und vergleichbare Kompetenzprofile um, wobei die Nutzer die endgültige Kontrolle über die Ergebnisse behalten. Mithilfe generativer KI erkennt es Kompetenzen, ordnet sie der europäischen Klassifikation zu und zeigt Unterschiede zwischen den Profilen von Bewerbern und den Anforderungen des Arbeitsmarktes auf.
Das Werkzeug richtet sich an Arbeitsberater, Bildungseinrichtungen und Unternehmen und erleichtert die berufliche Orientierung. Es trägt zu einem transparenteren, gerechteren Arbeitsmarkt bei, der besser auf KI-induzierte Veränderungen vorbereitet ist.
Autorin: Diane Bertel
Editorin: Lucie Zeches (FNR)